Ein hilfloses Vogelbaby auf dem Boden, ein schwächelndes Eichhörnchen oder Igelchen, das nicht mehr wegrennen kann – der Wunsch zu helfen ist da, aber die Ratlosigkeit groß. Wo finde ich schnell Unterstützung und Hilfe für das Tier? Im Vergleich zum Menschen sind Tiere deutlich fragiler und vertragen nicht viel Stress.

Vielleicht befanden Sie sich auch schon einmal in dieser misslichen Lage: Sie haben ein kleines Tier in Not gefunden und mit Glück noch einen passenden Karton zum Transport auftreiben können. Aber jetzt stehen Sie da und fragen sich, wohin mit dem Kleinen? Wo finde ich Hilfe? Und was kann ich tun, um keine Zeit zu verlieren?
Dieser Artikel basiert auf persönlichen Erfahrungen und soll als Leitfaden dienen, um die richtigen Ansprechpartner*innen in Frankfurt und Umgebung zu finden. Außerdem bietet er einen kurzen Überblick über die örtlichen Tierheime, die Dienstleistungen und Hilfsangebote, die diese für Ihr(e) Haustier(e) anbieten.
Damit im Ernstfall keine wertvolle Zeit verloren geht, in der ein kleines Leben gerettet werden kann, hier die wichtigsten ersten Schritte:
Hinweise für den Umgang mit verletzten Tieren




Gut gemeint heißt nicht gut gemacht. Manchmal kann es überraschend schwer sein, einem verunfallten Tier zu helfen. Hier finden Sie Links und eine erste Kurzanleitung, wenn Sie …
… einen Altvogel gefunden haben:
- zum Einfangen in eine Ecke oder an eine Wand lenken.
- mit einem Küchentuch oder einer Jacke vorsichtig einwickeln. Nicht zu viel Druck ausüben, Vogelknochen sind zerbrechlich und der Brustkorb braucht Raum für die Atembewegung.
- Transport in Jacke, luftdurchlässigem Karton oder einer Stofftasche.
Liste vogelkundiger Tierärzte im Postleitzahlengebiet 6
Detaillierte Informationen zu Vögeln in verschiedenen misslichen Lagen
… einen Jungvogel gefunden haben:
Die meisten Jungvögel werden bei einem Fall aus dem Nest weiterhin von den Elterntieren versorgt – Ausnahme ist der Nachwuchs des Mauerseglers. Jungtiere, die an einer ungünstigen Stelle sitzen, zum Beispiel auf der Straße oder dem Bürgersteig, können jedoch problemlos ortsnah umgesetzt werden. Dass Jungtiere nach Berührung durch Menschen von den Eltern gemieden werden, ist ein Ammenmärchen.
Handelt es sich zudem um verletzte Jungtiere, sollten die Anweisungen beachtet werden, die unter dem obigen Punkt Altvögel stehen.
… ein verletztes oder verlassenes Eichhörnchen gefunden haben:
Jungtiere warm halten und die entsprechende Tierrettung verständigen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit diesen überraschend fragilen Tierchen finden sich auf der Webseite der Wildtierhilfe Schäfer. An gleicher Stelle finden sich auch Informationen zu verschiedenen anderen Wildtierarten.
… im Herbst einen Igel gefunden haben:
Zur Herbstzeit ist es gut möglich, auf einen stark ausgehungerten oder verletzten Igel zu treffen, da durch den Klimawandel die Tiere zunehmend in menschenbewohnte Gebiete ziehen. Gleichzeitig sorgt das Entfernen von Laub und Totholz für ein schwindendes Nahrungsangebot an Insekten und für mangelnde Überwinterungsmöglichkeiten in diesen Gebieten. Zusätzlich stellen Gartengeräte und unvorsichtige Gartenarbeit eine akute Gefahr für die Tiere dar.
Igel sollten mindestens 500 g wiegen. Wiegen sie weniger, dürfen sie nur mit reinem Fleisch oder gekochtem Ei hochgefüttert werden. Es darf keine Milch und nichts Vegetarisches verfüttert werden. Gesunde Igel sind immer dämmerungs- oder nachtaktiv. Tagsüber angetroffene Tiere sind in Not und brauchen dringend ärztliche Hilfe. Wichtiger Hinweis: Igel können Flöhe und Zecken auf Haustiere übertragen. Detaillierte Informationen finden Interessierte bei der Igelinsel.
Nicht vergessen: Stark verunfallten Tieren weder Futter noch Wasser geben. Die Tiere können daran ersticken.



Tierrettung in Frankfurt und Umgebung
Es ist nicht immer einfach, im Notfall Hilfe für ein Tier zu finden, insbesondere wenn es nicht transportfähig ist. Selbst wenn die richtige Nummer gefunden wird, besteht gegebenenfalls das Problem, dass niemand ans Telefon geht oder sich nicht zuständig fühlt.
Laut Gebührenordnung für Tierärzt*innen (GOT) dürfen Behandlungen nicht kostenfrei angeboten werden. Für diejenigen, die nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um Tierarztkosten zu bezahlen, wird es schwierig. In diesem Fall bleibt nur die Hoffnung, eine Tierarztpraxis zu finden, die das Tier aus Kulanz kostenfrei behandelt.
Generell ist es nützlich, Schuhkartons oder Transportboxen griffbereit zu haben. Ein eigenes Auto ermöglicht den zeitnahen Transport zur Rettungsstelle. Steht kein Auto zur Verfügung, bleibt einem nur die Hoffnung, dass Freunde oder Verwandte einspringen, da der einzige kostenpflichtige Rettungsdienst mit Tierkrankenwagen die Tierrettung der Union für das Leben, kurz UNA, ist. Den Angaben der Agila Haustierversicherung zufolge liegt die Grundgebühr bei einem Einsatz bei 55 Euro, die Kilometerpauschale zwischen zwei bis 2,90 Euro je gefahrenen Kilometer.

Polizei: Die wird zwar gerne empfohlen, aber häufig fühlt sich der Gesetzeshüter nicht verantwortlich – aus eigener Erfahrung weder bei verletzten Wildtieren, noch bei einem freilaufenden Hund.
Ordnungsamt (Abteilung Veterinärwesen): Bei vernachlässigten Haustieren können Sie sich an das örtliche Ordnungsamt wenden, was auch vom Frankfurter Tierheim empfohlen wird. Dort findet sich auch ein Online-Formular – ideal für Personen, die nicht gerne telefonieren.
Tierheime: Generell sind Tierheime telefonisch schwer zu erreichen. Sie ziehen es vor, dass man das Tier persönlich vorbeibringt. Handelt es sich um ein Wildtier, lohnt sich am ehesten ein Anruf bei der entsprechenden Tierrettung. Üblicherweise wird auf Wildtierfreunde Hanau verwiesen.
Tierrettung UNA: Eine kostenpflichtige Tierrettung für Haus- und Nutztiere. Sie bietet eigene Krankenwagen für den Transport und die erste Notversorgung an.
Spezialisierte Tierhilfen
Stadttaubenprojekt
E-Mail: info@stadttaubenprojekt.de
Hilft Tauben in Not und kümmert sich um die wenigen verbleibenden Taubenhäuser, die der Populationskontrolle dienen.
Organisationen im Frankfurter Umland
Wildtierfreunde Maintal/ Hanau (0178 6010718)
Wildtierarche Rodgau (0162 4954540 )
Eichhörnchen Schutz e.V. (0176 55376864)
Igelinsel (06284 92 95 285)
Straßenkatzen Frankfurt e.V.
Tel.: 069 48982218
E-Mail: info@skf-ev.de
Ein kleiner Verein, der sich um wildlebende und verwilderte Katzen kümmert, u.a. durch Bereitstellung von Futterstellen und der Kastration und Vermittlung der Katzen.
Mauersegler e.V.
Tel.: 069 35351504 (nur Mauersegler!)
Auffangstation des Stadtwaldhauses
Tel.: 0151 12070035 von 8:30 – 12:30 Uhr
Nur mit Voranmeldung. Tiere werden nicht abgeholt.
Tierheime
Am größten und bekanntesten ist das Frankfurter Tierheim, genauer gesagt der „Tierschutzverein Frankfurt am Main und Umgebung von 1841 e. V.“. Daneben gibt es noch den Frankfurter Katzenschutzverein und das kleine Tierheim in Nied.
Tierschutzverein Frankfurt am Main und Umgebung von 1841 e.V.
Ferdinand-Porsche-Str. 2-4
60386 Frankfurt
Tel.: 069 423005 und 069 423006
E-Mail: info@tsv-frankfurt.de
Bürozeiten: Montag bis Freitag 10:00 Uhr – 13:00 Uhr & 14:00 – 16:00 Uhr
Samstag 10:00 Uhr – 12:00 Uhr & 14:00 – 16:00 Uhr
gefundene Haustiere
Tel.: 069 423006
Abgabe zu Bürozeiten, sonst ab 17:00 (Sonntags ab 12:00)
gefundene Wildtiere
Abgabe zu Bürozeiten, ansonsten bei den Wildtierfreunden Maintal/Hanau unter Tel. 0178 6010718 anrufen.
Frankfurter Katzenschutzverein e. V.
Speckweg 24
60599 Frankfurt am Main
Tel.: 069 651641
E-Mail: info@katzenschutzverein.de
Besuchszeiten: nur samstags nach Absprache
Nach Absprache: Versorgung von besitzlosen und abgegebenen Katzen, Kastration von Straßenkatzen
Tierheim Nied – Tierschutzverein Schwalbach & Frankfurt-West e.V.
Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen
Tierschutzanlage Nied im Nieder Kirchweg / unter der Schwanheimer Brücke, 65934 Frankfurt am Main
Tel.: 069 399111
E-Mail: info@tierheim-nied.de / vermittlung@tierheim-nied.de
Besuchszeiten: nur nach Absprache
Tierärztliche Unterstützung in besonderen Lebenslagen
Ein Tier zu versorgen ist in guten Zeiten recht einfach, aber wehe, ein Schicksalsschlag nimmt einem die finanziellen Möglichkeiten. Besonders in der heutigen Zeit ist es schwer, in einer Notlage Unterstützung zu finden, vor allem bei anfallenden tierärztlichen Kosten.
Wichtig: Wer dringend Futter für sein Tier braucht, kann sich im Grunde nur noch an die ehrenamtlich geführte Frankfurter Tiertafel wenden, die einmal im Monat eine Monatsration Futter kostenlos herausgibt. Dies gilt jedoch nur für Tiere, die sich bereits vor der Notlage im Haushalt befanden. Für Jungtiere, wie zum Beispiel Welpen, gibt es keine Unterstützung, da die Tiertafel voraussetzt, dass sich in einer finanziellen Notlage kein Tier angeschafft werden sollte. Dabei zeigen Studien, dass Haustiere nicht nur zu mehr Lebensfreude, sondern auch zu einer besseren Gesundheit ihrer Menschen beitragen.
Für Impfungen und einfache tierärztliche Behandlungen können sich Armutsbetroffene einmal im Monat samstags in der B-Ebene an die Ärzt*innen der Sozialen Tier-Not-Hilfe Frankfurt e. V. wenden. Wer Glück hat, findet vielleicht eine Haustierarztpraxis, die aus Kulanz einen Nachlass auf die Behandlungskosten anbietet.
Soziale Tier-Not-Hilfe Frankfurt e.V.
Für wen?
Besitzer*innen des Frankfurt-Passes, Renten- und Bürgergeld-Empfänger*innen mit mindestens 1 Jahr altem Tier
Wo und wann?
Jeder 1. Samstag des Monats, Hauptwache B-Ebene, ab 12:45 Uhr
Kosten?
Grunduntersuchung 10 Euro, bei obdachlosen Personen 0 Euro. Aufwendigere Behandlungen in der Tierpraxis kosten ca. 1/3 der üblichen Kosten. Not-OPs und Dauermedikation können nach Ermessen bezuschusst werden.
Für wen?
Frankfurt-Pass-berechtigte Personen; keine neu angeschafften Tiere
Wo und wann?
Jeder 3. Samstag des Monats, 9:30 – 13:30 Uhr
Ludwig-Landmann-Straße 206, 60488 Frankfurt / Westhausen




