Die Brotfabrik in Hausen

Quelle: Wikipedia

Die ehemalige Brotfabrik in Hausen ist ein Kulturzentrum mit einem vielfältigen Angebot von Konzerten, Theater und Gastronomie. Zwei Bühnen, ein Veranstaltungssaal, zwei Lokale, drei psychosoziale Projekte, eine Werbeagentur und ein Atelier befinden sich auf dem Gelände. Im März 2022 ist die Ausweisung der Brotfabrik als Kulturdenkmal erfolgt.

Die Brotfabrik im Stadtteil Hausen von Frankfurt am Main blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. 1888 wurde die Brotfabrik in der Bachmannstraße 4 gegründet. 1924 erfolgte eine Fusion mit der Mehl- und Brodfabrik GmbH. Fortan lautete die neue Firmenbezeichnung „Vereinigte Hausener Brotfabriken AG“. Diverse Inhaberwechsel der Großbäckerei sollten in den nächsten Jahren folgen. Im April 1972 wurden in der Fabrik schließlich die letzten Backwaren produziert.

Die Brotfabrik als Kulturzentrum

Die Eröffnung als Kulturzentrum erfolgte am 6. März 1981 durch die MuK („Markt- und Kulturzentrum Gesellschaft zur Nutzung der ehemaligen Hausener Brotfabrik“). Finanzielle Schwierigkeiten führten 1994 jedoch zum Konkurs. Von 1995 bis 2005 trat der Verein „Kultur in der Brotfabrik e. V.“ als Veranstalter von Jazz- und Weltmusikkonzerten die Nachfolge an. Eine Erweiterung des kulturellen Angebots stellte das „Theater Primadonna/Schwerer Held“ und die „P.U.T.-Event-Bühne“ im Jahr 2000 dar. Mit der Wikimania-Party im August 2005 feierte der Verein „Kulturprojekt 21 e. V.“ seinen Einstand in der Brotfabrik. Seit 2007 ist das Frankfurter Autoren Theater in der Brotfabrik aktiv. Der Trägerverein ist seit 1997 „Brotfabrik Hausen e. V.“

Verkauf und Ausweisung als Kulturdenkmal

Bereits im November letzten Jahres wurden Pläne laut, dass die Eigentümer der Brotfabrik das Gelände an einen privaten Investor verkaufen wollten. Die Nachricht über den geplanten Verkauf ist in der Öffentlichkeit auf enormen Widerstand gestoßen – vor allem, als klar wurde, dass der neue Investor den Abriss der Brotfabrik und stattdessen den Bau von Wohnungen auf dem Gelände beabsichtigte. Sogar aus der Politik gab es parteiübergreifend Fürsprache für den Erhalt der Brotfabrik als Kultureinrichtung. In der Presse gab es ausführliche Berichte über die damalige Situation.

Noch während den Verkaufsverhandlungen stellte sich heraus, dass die Brotfabrik als Kulturdenkmal eingeordnet werden kann. Die Ausweisung als Kulturdenkmal ist schließlich im März 2022 erfolgt. Das bedeutet, dass die Hürden, das Gebäude abzureißen, wesentlich höher geworden sind.

„Die Ausweisung als Kulturdenkmal würdigt den Stellenwert des Gebäudes und gibt zugleich allen Beteiligten Klarheit“, sagt Stadtrat Josef auf der Website der Brotfabrik „Bereits seit rund 40 Jahren zählt die Brotfabrik zu den bedeutenden Kultureinrichtungen der Stadt. Sie ist außerdem ein wichtiger sozialer Treffpunkt für den Stadtteil Hausen und weit darüber hinaus.“

Am 12. Mai 2022 erfolgte schließlich die Meldung über den Verkauf der Brotfabrik an einen privaten Investor. Laut der Stadt Frankfurt am Main will der künftige Eigentümer die bestehende kulturelle Nutzung nun doch fortsetzen. Die Stadt will sich auch weiterhin dafür einsetzen, das bestehende Kulturangebot in der Brotfabrik zu erhalten. Derzeit wird außerdem noch geprüft, ob ein Vorkaufsrecht von Seiten der Stadt Frankfurt besteht.

Brotfabrik Hausen e.V. und Kulturprojekt 21 e.V. in der Brotfabrik
Bachmannstraße 2-4
60488 Frankfurt am Main
Telefon: 069 24790800                 
E-Mail: kontakt@brotfabrik.de
Info Brotfabrik: https://www.brotfabrik.de/
Kulturprogramm: Kulturprojekt 21 e.V.

Quellen: Brotfabrik, Wikipedia, Stadt Frankfurt