Vorsicht Pille!

Vorsicht Pille!

Ein paar Dragées hier und etwas Pulver dort – und schon ist die Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen optimal. Insbesondere in den Monaten Herbst und Winter boomt der Verkauf von Vitaminpräparaten, da sich viele Menschen in dieser Zeit vor Krankheiten und Nährstoffmängeln schützen möchten. Ein Irrtum!

Von A wie Aminosäuren bis Z wie Zink – in den letzten Jahrzehnten haben Drogerieketten wie dm, Rossmann und Müller ihr Sortiment an Nahrungsergänzungsmitteln erheblich erweitert und etabliert. Dabei bieten diese sowohl bekannte Markenartikel als auch kostengünstige Eigenmarken an. Sie sollen angeblich dem Körper zugutekommen, sind jedoch in manchen Fällen für den Geldbeutel deutlich schädlicher. Ob Saft, Granulat, Kapseln, Tabletten mit Eisen oder eisenhaltiges Wasser: Nahrungsergänzungsmittel, kurz: NEM, aus Reformhäusern, Apotheken oder Online-Shops sind an sich für gesunde Menschen gedacht. Wenn Nährstoffe im Speiseplan fehlen, sollen sie ergänzt werden. Allerdings braucht in der Regel eine gesunde Person, die sich ausgewogen ernährt, keine NEMs. Selbst wenn die empfohlenen Werte unterschritten werden, droht nicht automatisch ein Mangel, denn der individuelle Nährstoffbedarf kann im Normalfall gedeckt sein. Andererseits ist es jedoch nicht möglich, eine einseitige und unausgewogene Ernährung durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln auszugleichen. Das bedeutet konkret: Nimmt jemand überhaupt kein Obst oder Gemüse zu sich, ist es nicht hilfreich, eine große Menge an Vitamin-Kapseln zu konsumieren. Viel hilft hier nicht viel.

#Pillen #Nahrungsergänzunsmittel
Welche Pillen sind sinnvoll, welche gefährlich?; Foto: samipathan / Pixabay

Verordnung wie bei LebensmittelN

Zur Erklärung: NEMs sind genau das, was der Name verspricht: Sie sollen unsere Nahrung ergänzen – und zwar in konzentrierter Form in kleinen Mengen. Sie sind frei verkäuflich und keine Arznei-, sondern Lebensmittel. Sie unterliegen damit dem Lebensmittelrecht – wie ein Brot beim Bäcker. Das bedeutet, der Hersteller ist für den Inhalt und seine Sicherheit verantwortlich. Zwar müssen sie beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, kurz BVL, registriert werden. Anders als bei Medikamenten existiert bei NEMs jedoch kein Verfahren zur Genehmigung oder Prüfung, das sicherstellt, dass der Inhalt unbedenklich ist und dass sich dort nur das befindet, was auf dem Etikett angegeben ist. Was bedeutet, dass die reine Anzeige von Amts wegen rechtlich nicht ausreicht, um die Sicherheit von NEM-Produkten zu garantieren. Sie ist lediglich eine formale Mitteilungspflicht. Kurzum: Während Arzneimittel streng auf Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität geprüft werden, müssen NEMs lediglich beim BVL angezeigt werden, ohne dass eine Vorab-Prüfung durch Behörden stattfindet.

Laut dem BVL ist es ausreichend, die empfohlene tägliche Verzehrmenge zu kennzeichnen, um eine mögliche Überdosierung zu verhindern. Immerhin ermöglicht die BVL-Registrierung den Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer im Einzelfall nachträglich die Prüfungen einzelner Produkte vorzunehmen. Darüber hinaus müssen alle gesundheits- und nährwertbezogene Angaben auf der Verpackung von der Europäische Union (EU) genehmigt werden. Jedoch ist auch auf diesem Wege eine allumfassende amtliche Kontrolle nicht sichergestellt, was praktisch bedeutet: Finger weg von allen Produkten, die Inhaltsstoffe unbekannter Herkunft oder medizinische Natur enthalten. Damit die Hersteller europaweit einheitliche Vorgaben zur Kennzeichnung haben und die Verbraucher*innen umfassend informiert werden, gelten wie für alle Lebensmittel auch für NEMs die verbindlichen Vorschriften der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). Genauer gesagt die Verordnung Nr. 1169/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates. Demnach könne eine gesunde Menge für jedes Vitamin und jeden Mineralstoff unterschiedlich hoch ausfallen. Eine Orientierung dafür, mit welchen Mengen der Körper ausreichend versorgt ist, geben die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

#Statistik #Vitamine #Proteine

Popularität von Nahrungsergänzungsmitteln in Deutschland:
Wie die Statista-Grafik (links) zeigt, ist die Zahl der Konsument*innen, insbesondere bei Vitaminen und Proteinen, in den letzten Jahren gestiegen. Die am häufigsten verbreiteten sind Vitamine (61 Prozent) und Mineralien (36 Prozent). Proteine nehmen den dritten Platz ein. Sie wurden im Laufe des vergangenen Jahres von rund 28 Prozent der Teilnehmenden konsumiert. Wie 2021 rangieren auch in diesem Jahr Kräuter oder Kräuterprodukte mit 16 Prozent auf dem vierten Platz. Grafik/Text-Quelle: Statista Consumer Insights

Gang zur Behörde

Mittlerweile enthalten NEMs viele neuartige Substanzen, die vor 1997 noch nicht als Lebensmittelzutaten verwendet wurden. „Das können sowohl Pflanzenstoffe sein als auch synthetische Nährstoffverbindungen oder mittels genetisch veränderter Bakterien gewonnene Substanzen“, berichtet die Verbraucherzentrale aus Nordrhein-Westfalen. Diese Zutaten benötigen im Gegensatz zu gewöhnlichen Lebensmitteln eine Zulassung. Vorgeschaltet ist hierfür eine Sicherheitsprüfung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Wofür die Zulassungsanträge eingereicht wurden, können Interessierte hier nachlesen. Nach der Bewilligung der EFSA folgt der Eintrag in die sogenannte Unionsliste neuartiger Lebensmittel und NEMs. Den Angaben der Verbraucherschützer zufolge wurden inzwischen mehr als 70 Stoffe für Nahrungsergänzungsmittel zugelassen. „Darunter sind sowohl (synthetische) Vitamin- und Mineralstoffverbindungen als auch Zubereitungen aus Pflanzen, Pilzen, Algen und tierischen Produkten“, heißt es weiter seitens der Verbraucherzentrale aus Nordrhein-Westfalen.

Arzt gibt Rat

Nicht selten kann es gefährlich sein, Nahrungsergänzungsmittel ohne ärztliche Rücksprache zu dosieren. Dies ist besonders relevant, da Wechselwirkungen mit bereits eingenommenen Medikamenten möglich sind. Ausnahmen sollten nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Arztes oder der Ärztin erlaubt werden. Denn nur auf diese Weise kann im Austausch mit der Hausärztin oder dem Hausarzt die korrekte Dosierung sowie die Dauer der Einnahme sichergestellt werden.

Viel versprechen – Fragwürdiger Nutzen

NEMs sind mittlerweile in sämtlichen Formen erhältlich, so auch als Gummibärchen oder Kaubonbons. Demzufolge ist es nicht verwunderlich, dass die Nachfrage nach Nahrungsergänzungsmitteln auch bei Kinder stark ansteigt. Dabei warnt der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) ausdrücklich vor zu hoch dosierten und medizinisch unnötigen Vitaminpillen bei den Kleinen. Demzufolge seien solche Mittel „(…) oft teuer, nutzlos oder sogar gesundheitlich bedenklich.“ so die vzbz-Vorständin Ramona Pop. Auch seien viele NEMs für Kinder zu hoch dosiert, enthielten unnötige Zutaten und ähnelten in ihrer Aufmachung oftmals verstärkt Süßigkeiten anstatt einem Nahrungsergänzungsmittel. Letzteres sei auch problematisch, da es bei den Kindern zu überhöhtem Konsum verleiten könne. Zudem unterlägen die Produkte bislang keinem Zulassungsverfahren und würden weder auf Sicherheit noch auf Wirksamkeit untersucht. Im Rahmen des Projekts Klartext hatten die Verbraucherzentralen bereits vor acht Jahren insgesamt 26 Nahrungsergänzungen auf Zusammensetzung und Werbeaussagen geprüft. Das Ergebnis: Die Produkte waren meist zu hoch dosiert, was zu unerwünschten Wirkungen führen könnte. Die Nachfolgeuntersuchung 2023 mit 33 Produkten zeigt, dass sich daran wenig geändert hat. In Deutschland richten sich die Produzenten von NEMs bei ihrer Dosierung nach den DGE-Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Diese Mengen sollten unter den tolerable upper intake levels (ULs) liegen. „Der UL ist die wissenschaftlich anerkannte Obergrenze für eine sichere Gesamtaufnahme, die jeden Tag aufgenommen werden kann, ohne dass negative Gesundheitswirkungen zu erwarten sind. Hochdosierte Produkte, d.h. Produkte mit Mengen, die weit über den empfohlenen Aufnahmemengen oder sogar über dem UL liegen, werden in Deutschland legal nicht als Nahrungsergänzungsmittel angeboten“, so heißt es dazu auf der Website des Lebensmittelverbands. Kurz gesagt: Produzenten von NEMs in Deutschland sind nicht gesetzlich verpflichtet, sich bei der Dosierung an den Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zu orientieren. Diese Werte dienen lediglich als wissenschaftliche Empfehlungen für eine vollwertige Ernährung und als Orientierungshilfe für Verbraucher*innen.

Gesundheitsrisiken

Es gibt jedoch auch NEMs, bei denen Warnungen ausgesprochen werden. Beispielsweise wird vor sogenannten „Ayurvedischen Produkten“ gewarnt, da diese zu hohe Belastungen an Schwermetallen aufweisen können. Insbesondere bei neu importierten ayurvedischen Produkten wurde der Nachweis von Schwermetallen wie Arsen, Blei und Quecksilber sowie Zinn und Eisen erbracht. „Das belegen verschiedene Berichte zu Nahrungsergänzungsmitteln, z.B. vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Einer der Untersuchungen zufolge enthielten 60 Prozent der Proben giftige Schwermetalle. Dabei wurden Überschreitungen der Richtwerte für Arsen um das 49.000-fache, bei Quecksilber um das 7.800-fache festgestellt“, berichtet die Verbraucherzentrale NRW weiter.

Bei sogenannten Antioxidanzien gibt es ebenfalls Hinweise auf Gesundheitsrisiken. Das Online-Gesundheitsportal apotheken.de nennt den Grund: „Die antioxidativen Wirkstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln sind teilweise sehr hoch dosiert. Dies kann jedoch zum Beispiel bei β-Carotin einen gegenteiligen, prooxidativen Effekt haben. In einigen Studien wurde gezeigt, dass hoch-dosiertes β-Carotin bei Raucher*innen das Risiko für Lungenkrebs erhöht. Auch Krebspatientinnen sollten von Nahrungsergänzungsmitteln mit Antioxidanzien lieber die Finger lassen.“

Frust mit Multivitaminpräparate

Kommen wir zu den populärsten vier NEM, die im Umlauf sind. Multivitamin-Präparate gelten als Alleskönner und sind dementsprechend ein fester Bestandteil in den Regalen der Drogerien, Reformhäusern oder Apotheken. Hierbei handelt es sich in den meisten Fällen um hochkonzentrierte Nahrungsergänzungsmittel, die auch im Internet in Massen angeboten werden. Für den Endverbraucher ist es oft nicht ersichtlich, dass einige dieser Präparate nicht alle essentiellen Vitamine enthalten, unzureichend dosiert sind oder problematische Zusatzstoffe enthalten. Bleibt die Einnahme ohne Wirkung, ist der Frust weitgehend vorbestimmt. Ein hochwertiges Multivitamin-Präparat sollte also nicht nur die Basisversorgung mit allen essenziellen Vitaminen liefern – es geht einen Schritt weiter: Es ergänzt die Herstellung mit gezielt ausgewählten Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen und funktionellen Zusatzstoffen, die eine spürbare Mehrwirkung entfalten können. Ein gut durchdachtes Präparat sollte somit Mineralstoffe in einer chemischen Verbindung enthalten, die vom Körper besonders gut aufgenommen werden kann – zum Beispiel Magnesiumbisglycinat statt Magnesiumoxid, Zinkcitrat statt Zinksulfat.

zuviel Eisen ist ungesund

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Nahrungsergänzungsmittel sind in Apotheken erhältlich, aber auch in Drogerien oder im Internet; Foto: JacquesTiberi / Pixabay

Von den vier populärsten NEMs sind auch Eisenpräparate in Form von Tabletten, Kapseln oder Flüssigkeiten bei den Verbraucher*innen gefragt, die ebenso in der Apotheke rezeptfrei erhältlich sind. Allerdings sollte Eisen in größeren Mengen keinesfalls ohne vorherige Abklärung und ärztlichen Rat selbstständig eingenommen werden, da der Körper überschüssiges Eisen nicht ausscheiden kann und es in den Organen speichert. Wenn die Speicher überfüllt sind, können Organschäden auftreten, insbesondere an Herz, Leber und den Augen. Welche Nebenwirkungen gibt es noch: Vor allem Magen-Darmbeschwerden wie Bauchschmerzen und -krämpfe, Verstopfung und Übelkeit sind häufig“, ergänzt die Apotheken Umschau. Präparate mit Eisen sollten im Haushalt dementsprechend auch so aufbewahrt werden, dass Kinder keinen Zugang dazu haben, da ein Verschlucken zu lebensbedrohlichen Vergiftungen führen kann.

Eisenmangel ist übrigens eine der häufigsten Ursachen einer Blutarmut (Anämie). Typische Symptome sind Müdigkeit, Blässe und ein allgemeines Schwächegefühl, weil die Organe unzureichend mit Sauerstoff versorgt werden. Liegt eine Blut­armut durch Eisen­mangel vor, trägt die Krankenkasse die Kosten für bestimmte Arznei­mittel. Unter Umständen können auch Eisen­infusionen nötig sein. Doch soweit muss es nicht kommen. „Eine ausgewogene Ernährung enthält meistens ausreichend Eisen, um den Tagesbedarf von 10 bis 15 Milligramm zu decken. Doch der Körper kann über die Zellen im Darm nur fünf bis zehn Prozent des Eisens aus der Nahrung resorbieren. Der Rest wird mit dem Stuhl ausgeschieden“, berichtet die Medizinredaktionen der ARD. Und weiter: „Das im Fleisch enthaltene Häm-Eisen kann der Körper dabei besser aufnehmen als Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln. Besonders Vegetarier und Veganer sollten daher auf eine ausreichende Eisenzufuhr achten.“   

Vitamin B12 mangel

Kommen wir zum Vitamin B12 mit dem chemischen Namen Cobalamin. Es ist ein wasserlösliches Vitamin, das für die Blutbildung, die Zellteilung und die Nervenfunktion essenziell ist. Es kommt hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Milch und Eiern vor. Bei einem Vitamin-B12-Mangel hängt es davon ab, was die Ursache ist. „Veganer und Vegetarier haben aufgrund der Tatsache, dass sie auf Fleisch oder auf alle tierischen Produkte verzichten, ein erhöhtes Risiko für eine B12-Unterversorgung. Sie müssen deshalb Vitamin B12 in Form einer synthetisch hergestellten Nahrungsergänzung zu sich nehmen“, wird Marco Roos, Professor für Allgemeinmedizin an der Uniklinik Augsburg, auf der Onlineseite des Bayerischen Rundfunks, zitiert. Nebenbei: Wird eine Unterversorgung ausdrücklich durch eine Erkrankung (zum Beispiel Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa) oder durch die Einnahme notwendiger Medikamente ausgelöst, ist eine Erstattung möglich. Der Arzt sollte dazu auf dem Rezept vermerken, dass der Vitamin-B12-Mangel nicht durch Ernährung auszugleichen ist.

Laut einem Bericht des Norddeutschen Rundfunks (NDR) hat jeder Zehnte in Deutschland zu wenig Vitamin B12 im Blut. Im Alter von über 65 Jahren sei sogar jeder Vierte betroffen. Fehle einmal Vitamin B12 im Körper, käme es zu Nervenschäden. Oftmals würde unterschätzt, dass auch künstlich zugeführte Vitamine unerwünschte Nebenwirkungen haben könnten. So sei es nicht ausgeschlossen, dass eine dauerhafte Überdosierung von Vitamin B12 das Lungenkrebsrisiko erhöhe. Generell gilt: Ob Spritzen, Lutschtabletten oder Kapseln – auf welche Weise man einen Vitamin-B12-Mangel ausgleicht, hängt davon ab, welche Ursache der Mangel hat.

fakten zum sonnenhormon

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Viele schwören auf Vitamin-D-Präparate; Foto: eliasfalla / Pixabay

Fehlt noch das Vitamin D. Den Angaben des öffentlichen Gesundheitsportals Österreichs zufolge zähle das Vitamin D zu den fettlöslichen Vitaminen und würde auch als Hormon eingestuft. Es könne im Körper mithilfe von Sonnenlicht zu einem großen Teil selbst aufgebaut und/oder mit der Nahrung zugeführt werden. Bekannt ist Vitamin D auch unter dem Begriff Calciferol. „Alleine über die Ernährung lässt sich der Vitamin-D-Bedarf nur zu rund zwanzig Prozent decken. Es braucht zusätzlich regelmäßige Sonnenbestrahlung, was besonders im Winter problematisch ist, oder aber die Einnahme eines Vitamin-D-Präparats“, ergänzt der Bayerischer Rundfunk dazu. Zur Erklärung: Da Vitamin D fettlöslich ist, sollte es mit einer Mahlzeit, die etwas Fett enthält, eingenommen werden, um die Aufnahme zu optimieren.

Was tun bei vitamin d mangel?

Unter Sonneneinstrahlung bilden Leber und Niere das Vitamin D. Fehlt es, sinkt der Calcium- und Phosphatspiegel. Den Angaben der Verbraucherzentrale NRW zufolge kann ein schwerer Vitamin-D-Mangel bei Kindern zu Rachitis, bei Erwachsenen zu mangelnder Knochendichte und später zu Osteoporose führen. Auch Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Muskelschwäche, Muskelschmerzen und häufige Infekte seien Symptome eines zu geringen Vitamin-D-Spiegels. Zwar könne der Hausarzt den Vitamin-D-Spiegel kontrollieren, die Kosten würden aber von den Krankenkassen nur in begründeten Ausnahmefällen übernommen. Besteht eine Unterversorgung, sollte die Einnahme von Vitamin-D-Tabletten in Absprache mit dem Arzt erfolgen.

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Foto: Clker-Free-Vector-Images / Pixabay

Merke: Eine gesunde Ernährung ist auch eine Frage des persönlichen Wohlbefindens. Was für den einen gut ist, muss nicht zwangsläufig für den anderen gelten. So ist es wichtig, auf den eigenen Körper zu hören und eine Ernährung zu finden, die schmeckt und guttut. Tatsächlich sind die meisten Pillen und Pulver nicht notwendig für Menschen, die sich ausgewogen ernähren, bei denen kein Mangel an essenziellen Nährstoffen besteht. Bevor man also Nahrungsergänzungsmittel (NEM) einnimmt, sollte immer zuerst eine ärztliche Beratung eingeholt werden. Bei chronischen Erkrankungen hingegen kann es unabdingbar sein, unter fachärztlicher Kontrolle hoch dosierte NEMs zu sich zu nehmen. Die Ausgabe sollte zudem von einem Apotheker oder einer Apothekerin erfolgen, nicht aus der Drogerie oder dem Online-Handel.

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