Ein Ende kann ein Anfang sein

Ein Ende kann ein Anfang sein

Erlebnisraum-Frankfurt unternimmt in diesem Beitrag eine Exkursion in die Zeit der Dinosaurier, die dem heutigen Frankfurt Millionen von Jahren vorausging. Was geschah in diesen Epochen, bevor ein Meteorit das Dinosaurierzeitalter beendete? Und was kam danach?

#Fossil
Gefundene Fossilen Foto: Yena Kwon / unsplash
#T-Rex #Dinosaurier
T-Rex Foto: Michael Van Kerckhove / unsplash

Oft sind es nur winzig kleine Überreste wie ein einzelner Zahn, Knochenfragmente, oder nur Hautabdrücke, die Wissenschaftler dabei helfen, die Geschichte der Dinosaurier und die Zeit vor ihrem Verschwinden zu rekonstruieren. Die aktuelle Sonderausstellung im Senckenberg-Museum hebt genau diese faszinierenden Details hervor – kleine Funde von großer Bedeutung. „Edmond“, ein Pflanzenfresser aus der Gattung Edmontosaurus und einer der letzten Dinosaurier vor dem globalen Massenaussterben, ist der Star der Ausstellung.

Besucher erfahren, wie sein Leben vor rund 66 Millionen Jahren ausgesehen haben könnte. Zur Entschlüsselung von Edmonds Lebenswelt dienen Funde aus einem sogenannten „Bonebed“ (zu dt. Knochenlager), das 2019 als kompletter Gesteinsblock aus Wyoming, USA, nach Frankfurt transportiert und dort bearbeitet wurde. Die Senckenberg-Forscher entdeckten dabei unzählige Knochenreste, Pflanzenfragmente und Hinweise auf fossile Ökosysteme – dies bot einen einmaligen Einblick in das Leben vor dem Asteroideneinschlag.

vom Plateosaurus bis zum Triceratops

Beweise dafür, dass das heutige Frankfurter Gebiet nicht an Land, sondern in einem flachen europäischen Meer lag, hat das Historische Museum parat: „Durch die Funde wissen wir, dass im Wasser Krokodile, Meeresschildkröten, Seekühe, Muscheln, Schnecken und viele Fischarten lebten. Flamingos und Schlangen kamen an Land vor“. Vermutlich gesellten sich zu dem schwimmenden Tierarten auch die Dinosaurier aus verschiedenen Epochen dazu, wie der Plateosaurus (Trias), der Diplodocus (Jura) sowie Tyrannosauru, Triceratops, der Quetzalcoatulus (Kreide) oder der Plateosaurus.

Hals wie eine giraffe

Überreste vom Plateosaurus entdeckte als erster Forscher der Deutsche Johann Friedrich Engelhardt im Jahr 1834. Der Chemieprofessor aus Nürnberg entdeckte wenige Kilometer nordöstlich von Nürnberg Reptilienknochen, die auf ein riesiges Tier hindeuteten. Es handelte sich um den ersten in Deutschland entdeckten Dinosaurier. Drei Jahre später benannte der Paläontologe Hermann von Meyer die Art als „Plateosaurus engelhardti“. Vor über 200 Millionen Jahren, am Ende der Trias, lebte Plateosaurus und gehörte somit zu den älteren Dinosauriern. Mit einem Hals, der dem einer Giraffe ähnelte, konnte Plateosaurus eine Länge von bis zu zehn Metern erreichen. Zu den weiteren Saurierarten gehören der Europasaurus und der Procompsognathus, die ebenfalls in Deutschland gefunden wurden.

Der Anfang vom Ende

Vor etwa 66 Millionen Jahren, zu Edmonds Lebenszeit und während des Übergangs von der Kreidezeit zur Tertiärzeit, kam es auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko zu einem folgenschweren Asteroideneinschlag, der den Chicxulub-Krater hinterließ. Er hatte die Größe eines Berges. Diese Katastrophe auf der Halbinsel Yucatán hatte existenzielle Folgen auf die Dinosaurier. Sie starben aus. Auch die globale Klimaänderung, zu der die Sonnenverdunkelung und der späte Treibhauseffekt gehören, hatte in Europa und in der Region des heutigen Hessens dauerhafte Auswirkungen auf die Erdgeschichte und die Entwicklung des Lebens. Aufgrund der weltweiten Wind- und Meeresströmungen verbreiteten sich das beim Einschlag freigesetzte Gesteinsmaterial und der Staub über den gesamten Erdball. Anhand dieser lassen sich in den geologischen Schichten Hessens Spuren die weltweiten Ereignisse gut erkennen.

Fossilien aus der Grube Messel

Die Grube Messel im Landkreis Darmstadt-Dieburg zeigt den direkten Beweis für die Zeit nach dem Asteroideneinschlags und stellt im wahrsten Sinne des Wortes ein Fenster zur Urzeit in Hessen dar. Seit 1995 ist die Fossillagerstätte das erste Unesco-Weltnaturerbe in Deutschland. Sie bietet einen außergewöhnlichen Einblick in die frühe Evolution der Säugetiere und dokumentiert die Entwicklungsgeschichte der Erde vor 47 Millionen Jahren. Als nach dem Aussterben der Dinosaurier explosionsartige Veränderungen die Tier- und Pflanzenwelt prägten. Die Nachweise:

• Im Ölschiefer der Grube Messel sind mehrere Arten von Ur-Pferdchen (Steckbrief PDF-Datei, 102kb) erhalten geblieben. Im Unterschied zu heutigen Pferden lebten die etwa Schäferhund großen Blattfresser nicht in offenen Gebieten, sondern in einer Wald- und Buschlandschaft.
• Ebenso im Ölschiefer sind auch feine Strukturen und Farben erhalten geblieben. Hierbei handelt es sich um einen Prachtkäfer: Vor 47 Millionen Jahren lebten an den Ufern eines Sees im heutigen Hessen fast so viele Arten wie in einem Regenwald.
• Viele Arten von Fledermäusen jagten am Ufer eines Sees im heutigen Hessen, wobei der Großteil von ihnen nach Insekten suchte.
In der Grube Messel entdecken Wissenschaftler neben der oben genannten Aufzählung immer wieder neue Arten. Das Ende der Dinosaurier ebnete den Weg für die Entwicklung neuer Lebensformen, darunter auch der Säugetiere, die heute die Weltbevölkerung prägen.

Tipp für Den Ausflug

Interessierte erhalten im Senckenberg-Museum derzeit tiefe Einblicke in die Dinosaurierwelt. In der Ausstellung „Die letzten Tage der Dinosaurier“ werden echte Fossilien und Skelette, darunter eine „Dino-Grabung“, präsentiert. Die Schau ist noch bis zum 30. August 2026 geöffnet und entführt alle Besuchende auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. So demonstriert die Ausstellung eindrucksvoll, wie Paläontolog*innen das Ende des Erdmittelalters aus den versteinerten Bruchstücken von Pflanzen, Tieren und anderen Organismen rekonstruieren.

leichtgewicht mit großem kopf

Die erhaltene und sehr seltene Star-Mumie des Edmontosaurus „Edmond“ sowie Originalfossilien – entdeckt und freigelegt in Wyoming, ausgegraben und dokumentiert in Frankfurt – tragen dazu bei, die letzten Kapitel des Mesozoikums zu erzählen. Gezeigt werden im Nasturmuseum zudem prachtvolle Exponate des Plateosaurus (Trias), des ältesten Dinosauriers in der Ausstellung, des Diplodocus (Jura) – eines riesigen pflanzenfressenden Sauropoden – sowie des Tyrannosaurus Rex, Triceratops und des Quetzalcoatulus (Kreide). Letzterer war ein Flugsaurier, dessen Flügelspannweite mehr als 10 Meter betrug und der einen riesigen Kopf mit einer spitzen Vorderseite hatte. Trotz seines enormen Ausmaßes soll sein Körpergewicht von ungefähr 200 Kilogramm relativ leicht gewesen sein.

Eine Übersicht zu Dinosauriern und deren einordnung

Die Kreidezeit (vor 143-66 Mio. Jahre) stellte die letzte Ära des Mesozoikums dar. In dieser Epoche vollzog sich der Wandel schneller als in der Vergangenheit, und die Anzahl an Dinosauriern war höher als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt.

Als vor 66 Millionen Jahren ein riesiger Asteroid auf die Erde traf, hinterließ er nicht nur den Chicxulub-Krater mit einem Durchmesser von nahezu 180 Kilometern auf der Yucatán-Halbinsel. Er bewirkte, wie bekannt ist, auch ein globales Massensterben.

Vor 15 Millionen Jahren war Mitteleuropa ein globaler Biodiversitäts-Hotspot. Forscher des Naturhistorischen Museums (NHM) Wien berichten in einer aktuellen Studie, dass die Artenvielfalt damals durch eine stark strukturierte Meereslandschaft und optimale klimatische Bedingungen begünstigt wurde – Korallenriffe erstreckten sich bis nach Eisenstadt.

Dieser Saurier gehörte zu den Brachiosauridae-Dinosauriern. Er wirkte fast wie ein Zwerg, wenn man die für Sauropoden dieser Familie übliche Größe betrachtet, obwohl er rund sechs Meter lang war. Sein Gewicht betrug lediglich rund eine Tonne.

Der Diplodocus, einer der bekanntesten Sauropoden, zählt auch zu den längsten seiner Art. Der Kopf war im Vergleich zum Körperbau sehr klein, und die Vorderbeine waren etwas kürzer als die Hinterbeine, was dem Diplodocus eine nahezu horizontale Körperhaltung ermöglichte. Das Tier stellte mit seinem langen Hals, dem stämmigen Körper, den kräftigen Beinen und dem langen Schwanz eine Konstruktion dar, die einer Hängebrücke ähnelte.

Vor etwa 210 Millionen Jahren, im Norium der Trias, lebte der Plateosaurus. Er hatte eine Körperlänge von nahezu 6 Metern und war rund 2,30 Meter hoch. Ein relativ kleiner Kopf war auf einem langen Hals platziert.

Der Tyrannosaurus ist zweifellos einer der berühmtesten Dinosaurier und zählte zu den letzten großen Raubtieren vor dem massenhaften Aussterben vor etwa 66 Millionen Jahren. Er war nicht das größte, aber sicherlich eines der gefährlichsten Raubtiere seiner Zeit. Wie andere Raubdinosaurier seiner Familie hatte auch der Tyrannosaurus einen massiven Kopf und einen langen, schweren Schwanz.

Dieser große Pflanzenfresser wog vermutlich bis zu 12 Tonnen und lebte bis zum Ende der Kreidezeit in den Wäldern und Ebenen des heutigen Nordamerika in großen Herden. Der Triceratops hatte einen mannshohen Schädel mit zwei starken Hörnern über den Augen und einem kleineren Horn auf der Nase. Eine große Halskrause (Parietosquamoslakrause) schützte den Schulter- und Halsbereich, wobei kleine Epocciptalknochen am Rand verteilt waren. Ob diese Halskrause zur Wärmeregulierung des Körpers oder lediglich zur Zurschaustellung und Artenkennung diente, ist nicht genau bekannt. Vielleicht nahm sie auch beide Funktionen wahr. Über die Nackenschildfärbung liegen ebenfalls keine Informationen vor.

Er besaß einen langen, schmalen Schnabel und Kiefer ohne Zähne. Alle Teile des Skeletts waren so konstruiert, dass sie möglichst leicht und gleichzeitig so stabil wie möglich waren. Sein Körper war im Vergleich zu seiner Flügelspannweite sehr klein. Ob der lange Schnabel Zähne hatte, ist unter den Forschern umstritten. Er bewegte sich am Boden wahrscheinlich krabbelnd.

Procompsognathus wies lange Hinterbeine und kurze Arme auf. Sein Schwanz war versteift, seine Schnauze lang und schmal, und er hatte große Hände mit fünf Fingern sowie zahlreiche kleine Zähne. Seine Größe entsprach ungefähr der des Compsognathus, jedoch war er vermutlich etwas leichter. Vermutlich jagte er Eidechsen, kleine Säugetiere und Insekten.

Vor über 50 Millionen Jahren lebte das frühere Urpferd. Bis zum heutigen Tag hat sich aus dem kleinen Waldbewohner ein großes Pferd entwickelt, das an die Lebensbedingungen einer savannenähnlichen Landschaft angepasst ist.

Vor etwa 210 Millionen Jahren, im Norium der Trias, lebte der Plateosaurus. Er hatte eine Körperlänge von nahezu 6 Metern und war rund 2,30 Meter hoch. Ein relativ kleiner Kopf war auf einem langen Hals platziert. Die vielen spitzen Zähne und der flache Unterkiefer mit einem Gelenk, das der Muskulatur große Hebelbewegungen ermöglichte, deuten darauf hin, dass Plateosaurus ein Pflanzenfresser war.

Dieser Herbivore konnte eine Länge von bis zu 12 Metern und ein Gewicht von bis zu 4 Tonnen erreichen. Vermutlich konnte er die Haut auf seiner Nasenspitze wie einen Luftballon aufblasen und so ein lautstarkes Brüllen erzeugen. Das Maul des Edmontosaurus hatte im vorderen Bereich eine Form, die der einer heutigen Ente ähnelte. Die Vorderseite des Schädels war flach und schnabelähnlich geformt, was es ideal machte, um damit Zweige und Blätter von den Bäumen in den Wäldern des heutigen Nordamerika abzuweiden.

Blick in die Zukunft

Als der Asteroid YR4 Ende 2024 entdeckt wurde, stand eine mögliche Kollision mit der Erde im Raum. So sorgte der etwa 60 Meter große Asteroid noch vor Kurzem weltweit für Besorgnis. Denn er schien in einem Zusammenstoß mit der Erde zu kommen. Für den 22. Dezember 2032 stieg das Risiko eines Einschlags zwischenzeitlich auf über drei Prozent. Der Asteroid war somit der Erste, der internationale Gremien zur planetaren Verteidigung mobilisierte. Weitere Beobachtungen Ende Februar 2025 zeigten jedoch, dass der Asteroid die Erde verfehlen wird. Derzeit schätzt die Nasa die Wahrscheinlichkeit, dass YR4 auf der Erde einschlägt, auf genau 0,0027 Prozent – das entspricht einer Einschlagwahrscheinlichkeit von 1 zu 37.000.

Dafür ist der Mond ins Visier des Asteroiden geraten. Jüngsten Beobachtungen zufolge könnte YR4 in sieben Jahren auf dem Erdtrabanten einschlagen. Obwohl das Risiko nur 4,3 Prozent beträgt, war die Tendenz bei den letzten noch möglichen Messungen steigend, berichten das Technik-Portal Ingenieur.de. „Der rund 60 Meter große Asteroid bringt eine Masse von rund 220.000 Tonnen mit sich. Sollte er auf dem Mond aufschlagen, würde er eine Energie von etwa 6,5 Megatonnen TNT freisetzen – das entspricht der Kraft einer Wasserstoffbombe. Der Einschlag würde einen Krater von rund einem Kilometer Durchmesser erzeugen“, so die Experten von Ingenieur.de weiter. Ein möglicher Einschlag würde nicht nur den Mond beeinflussen. Maßgeblich wären demnach auch die Folgen aufgrund fliegender Trümmerteile für den Planeten Erde und deren Satelliten und Raumstationen im Orbit.

Museen mit spezifischen Ausstellungen zur Kreidezeit:

Titelfoto: hubblespacetelescope, unsplash

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