Schlagwort: Stadtgrün

Frankfurt blüht auf

Wiesen für Insekten, Foto: Karola Neder
„Hummel-Pin“

Im Stadtraum Frankfurt sind inzwischen viele Wildblumenwiesen entstanden. Die blühenden Oasen befinden sich auf freien Flächen inmitten der Stadt – sogar an Straßenrändern und auf Verkehrsinseln haben sie ihren Platz erobert. Die Wiesen sind nicht nur ein bunter Blickfang, der die Menschen erfreut, sondern sie fördern auch die Artenvielfalt und bieten Lebensraum für Insekten und Vögel.

Übersicht:

Wiesen für Insekten

Unter dem Motto „Wiesen, Stauden, Schmetterlinge. Mehr Artenvielfalt in die Stadt!“ hat das Grünflächenamt Frankfurt zahlreiche Wiesen für Insekten angelegt. Stadtparks, Grünanlagen und sogar Straßenränder und Verkehrsinseln bieten Raum für blühende Bepflanzungen und leisten einen wertvollen Beitrag zum Insektenschutz und zur Verbesserung der Stadtnatur.

Einfach wachsen lassen?

So einfach ist es nicht. Im Gegenteil – eine Wildwiese benötigt viel Aufmerksamkeit und Pflege. Die Pflegemaßnahmen geschehen mit Bedacht und sogenannter extensiver Pflege. Das bedeutet: Die Wiese darf sich weitgehend natürlich entwickeln und der Mensch greift nur wenig in den Naturhaushalt ein. Auch die Häufigkeit des Mähens (Mahd) und die Schnitthöhe haben einen entscheidenden Einfluss auf den Natur- und Artenschutz.

Werden Wiesen und Säume an Wegböschungen und Gehölzrändern nur zweimal im Jahr gemäht, bieten sie Zuflucht und Nahrung auch für bodenbrütende Vögel, Raupen, Bienen und Hummeln.

Broschüre Grünflächenamt Frankfurt „Wiesen, Stauden, Schmetterlinge“, Seite 23 (PDF 2,5 MB)

Die Wildwiesen in Frankfurt werden vom Grünflächenamt nur ein- oder zweimal im Jahr gemäht. Die verblühten Pflanzen werden mehrere Wochen stehengelassen. Hintergrund dieser Maßnahme: Die Samen können ausreifen und Insektenlarven an den Stängeln können sich weiterentwickeln, bis die Larven geschlüpft sind. Möglicherweise brüten auch Vögel am Boden. Dann wird mit der Mahd gewartet, bis die Brutzeit vorüber ist. Verringert man die Häufigkeit der Mahd um die Hälfte, verdoppelt sich bereits die Artenvielfalt. Gemäht wird etwa zehn Zentimeter über dem Boden, um die Tierwelt und empfindliche, niedrigwüchsige Pflanzenarten zu schonen. Zudem werden genügend hochwüchsige Pflanzen stehengelassen, damit sich diese wieder regenerieren können.

Seit 2018 kennzeichnet das Grünflächenamt die ökologisch wertvollen Wiesenflächen mit einem signalgelbem Schild – der „Hummel-Pin“. Die Hummel gilt als Botschafterin für ein grünes, artenreiches Frankfurt.

Link zum Thema:
https://frankfurter-beete.de/auch-wildwiesen-brauchen-pflege/

Wiesen für Insekten
Wiese für Insekten im Sinaipark am Dornbusch
Wiesen für Insekten
Wiese für Insekten im Grüneburgpark

Ausgezeichnetes Stadtgrün

Die Stadt Frankfurt war eine von fünf Pilotkommunen in dem bundesweiten Förderprogramm für vielfältiges artenreiches Stadtgrün und erhielt 2018 sogar eine Auszeichnung mit dem Label „StadtGrün naturnah“. Mit dem Label wird das Engagement von Städten und Gemeinden für ein ökologisches Grünflächenmanagement honoriert.

Die Broschüre „Wiesen, Stauden, Schmetterlinge“ (PDF 2,5 MB) informiert ausführlich über die Wiesenprojekte. Die Broschüre kann auch kostenlos beim Grünflächenamt bestellt werden.

BUND-Blumenwiesenprojekt

Seit dem Jahr 2000 setzt sich der BUND Frankfurt für die Umwandlung von Rasenflächen in naturnahe Wiesen und deren Neuanlage ein. Mit dem Blumenwiesenprojekt beteiligt sich der Kreisverband in mehreren Stadtteilen in Frankfurt an Aussaat- und Pflanzaktionen. Beim Anlegen der Wiesen kommt ausschließlich Saatgut heimischer Wildblumen und -gräser zum Einsatz.

Bild von Couleur auf Pixabay

BUND Frankfurt: Blühende Flächen in der Stadt
Flyer zum BUND-Blumenwiesenprojekt (PDF 0,5 MB)

Pflanzgruppe „Der Riederwald blüht auf“

Die Pflanzgruppe „Der Riederwald blüht auf“ hat im April 2020 eine Aussaataktion gestartet. Zwei Wildblumenwiesen wurden auf dem Johanna-Tesch-Platz und an der Lasallestraße angelegt. Die Riederwälder Pflanzgruppe wird durch den BUND Kreisverband Frankfurt unterstützt.

Links zum Thema:
Frankfurter Beete: Wilde Wiesen im Riederwald
NABU Gartentipp: Anlegen einer Wildblumenwiese

Quellen: Frankfurter Beete, Stadt Frankfurt, BUND Frankfurt, Grünflächenamt Frankfurt

Text: Karola Neder
Fotos (soweit nicht anders angegeben): Karola Neder

Urban Gardening in der Altstadt

Museumsgarten

Rückblick: Die Stadt und das Grün

Der kleine Museumsgarten im Innenhof des Historischen Museums bildete den Auftakt zu den drei Ausstellungen „Die Stadt und das Grün“ (März bis Oktober 2021). Im Fokus der Veranstaltungen stand der Umgang mit dem Stadtgrün in Zeiten von Klimawandel und Wohnungsknappheit. Auch Urban Gardening in Frankfurt und die ökologische und gesellschaftspolitische Bedeutung des Stadtgrüns wurden thematisiert. Im Vorfeld zu den Ausstellungen wurden bereits im Juli 2020 mehrere bepflanzte Hochbeete mit Stauden, Kräutern und Gemüse im Innenhof des Museums aufgestellt. Der Beitrag „Garten-Feeling am Historischen Museum“ bietet einen interessanten Rückblick über die Entstehung der Hochbeete.

Begrünung im Museumscafé

Die Pflanzgefäße sind mit Beendigung der Ausstellung vom Museumsinnenhof auf die Terasse des Museumscafés umgezogen und erfreuen dort weiterhin die Besucher*innen. Im Blog des Historischen Museums werden interessierte Gäste über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden gehalten.

Urban Gardening im Museumsgarten des Historischen Museums
Urban Gardening im Museumscafé
Hochbeete im Historischen Museum in Frankfurt
Urban Gardening in der Altstadt
Bepflanzte Hochbeete
Urban Gardening in der Altstadt
Urban Gardening in der Altstadt, Kräuter
Urban Gardening in der Altstadt

Historisches Museum Frankfurt
Saalhof 1
60311 Frankfurt am Main
Telefon: 069 21235154
E-Mail: besucherservice@historisches-museum-frankfurt.de

Quellen: Frankfurter Beete, Stadt Frankfurt, Magazin Frankfurt gärtnert (PDF 3,3 MB), Historisches Museum Frankfurt

Text und Fotos: Karola Neder