Grünes Frankfurt: Westend

Palmengarten/ Foto: Karola Neder
Palmengarten

Viele Wohnviertel im Frankfurter Westend sind geprägt von der Gründerzeitarchitektur. In dem Stadtteil herrschen vielerorts hohe Immobilienpreise, und dementsprechend hat sich hier vorrangig eine finanziell gut situierte Bevölkerungsschicht niedergelassen. Im Süden des Stadtteils im Bereich Bockenheimer Anlage/Taunusanlage/Mainzer Landstraße befinden sich hingegen etliche Büro- und Bankenhochhäuser. Auf dem Gelände des ehemaligen IG-Farben-Hauses (heute Poelzig-Bau) befindet sich der Campus Westend, wo sich viele Fachbereiche der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität niedergelassen haben. Sehenswert im Westend ist auch das Senckenbergmuseum, eines der größten und bedeutendsten Naturkundemuseen in Europa. Ebenfalls bis weit über die Stadtgrenzen bekannt ist der Palmengarten mit seinen tropischen Gewächshäusern, dem Schmetterlingshaus und einem üppig bepflanzten Freilandbereich. Angrenzend befinden sich der Botanische Garten und der Grüneburgpark.

Friedrich-Ebert-Anlage

Zwischen den beiderseits stark befahrenen Fahrbahnen der Friedrich-Ebert-Anlage erstreckt sich trichterförmig die gleichnamige Grünanlage. Zwischen den beiden Straßen verbreitert sich der Grünstreifen in Richtung Norden fortwährend. Oberirdisch führen Straßenbahnschienen an der Anlage entlang und gewährleisten eine gute Verkehrsanbindung zum angrenzenden Messegelände, und im Untergrund verläuft der Tunnel der U-Bahn. Interessant anzusehen sind die beiden Glaskegel im Zentrum der Anlage, die den Zugang zur U-Bahn-Station markieren. Trotz der belebten Verkehrslage finden Besucher*innen hier ein wenig Erholung inmitten von dichtem Straßenverkehr und der Hektik des Messebetriebs. Umgeben von farbenprächtigen Stauden- und Blumenbeeten kann man hier durchatmen und den Blick über die Festhalle, den Messeturm und den unermüdlichen „Hammering Man“ auf der gegenüberliegenden Straßenseite schweifen lassen. Die Friedrich-Ebert-Anlage ist Teil des Frankfurter Alleenrings, der als äußere Ringstraße um die Kernstadt von Frankfurt herumführt.

Friedrich-Ebert-Anlage
60325/60327 Frankfurt am Main
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Ludwig-Erhard-Anlage

Die Friedrich-Ebert-Anlage findet ihren Abschluss am Verkehrskreisel rund um die Ludwig-Erhard-Anlage und geht dort in den nächsten grünen Bereich über. Bis 1980 gehörte die Ludwig-Erhard-Anlage noch zur Friedrich-Ebert-Anlage, heute gilt sie als eigenständiger Bereich. Bemerkenswert hier ist der große Weiher mit Springbrunnen und einer 18 m hohen Wasserfontäne, die nachts beleuchtet ist. Platanen säumen die Grünanlage und auf den Rasenflächen rund um das Ufer spazieren Enten, Nilgänse und Tauben entlang. Farbenprächtige und reich strukturierte Staudenpflanzungen zieren die Anlage im Bereich des Weihers.

Ludwig-Erhard-Anlage
60325 Frankfurt am Main
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Senckenberganlage

Im weiteren Verlauf geht die Ludwig-Erhard-Anlage in den Bereich der Senckenberganlage über. Auf der Grünfläche vor dem Senckenbergmuseum trifft man bereits auf das erste Ausstellungsstück des Naturmuseums in Gestalt einer gigantischen Dinosaurier-Skulptur. Hat der Besucher/die Besucherin dieses schöne Exponat gebührend bewundert, warten einige weitere naturwissenschaftliche Nachbildungen und Informationstafeln auf Aufmerksamkeit. Auf den bereitgestellten Parkbänken kann man das Gesehene auf sich wirken lassen und ein wenig ausruhen. Anschließend bietet sich ein Besuch in dem bedeutenden Naturkundemuseum an. An der Bockenheimer Landstraße endet der Grünstreifen, und nicht weit von hier wartet schon die nächste grüne Oase – der Frankfurter Palmengarten.

Senckenberganlage
60325 Frankfurt am Main
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Palmengarten

Der Palmengarten wird gerne auch als „Frankfurts grünes Wohnzimmer“ bezeichnet. Bleibt man bei diesem schönen Vergleich, so gliedert sich die „Zimmeraufteilung“ in verschiedenste Bereiche. Da wären zunächst die botanischen Schauhäuser, in denen tropische Pflanzen aus verschiedenen Klimazonen präsentiert werden, des Weiteren das Freiland, das in unterschiedliche Themengärten unterteilt ist und schließlich der Weiher im Palmengarten, wo in der wärmeren Jahreszeit ein Bootsverleih seinen Betrieb aufnimmt.

Ursprünglich wurde der Palmengarten als Landschaftspark und kulturelle Begegnungsstätte für die Oberschicht geschaffen. Mitbegründer und erster Direktor des Palmengartens war der Gartenbauarchitekt Heinrich Siesmayer. Heute ist der botanische Schaugarten ein beliebtes Ausflugsziel für Familien mit Kindern, Schulklassen und Pflanzenliebhaber*innen, aber auch Kulturfreunde kommen hier auf ihre Kosten. Unter dem Motto „Pflanzen – Leben – Kultur“ vereinen sich im Palmengarten Erholung, Kultur und Bildung.

Pflanzen

Das Freilandgelände gliedert sich in mehrere verschiedene Bereiche. Während Dahlienbeete, Rosen- und Rhododendrongarten mit einer blühenden bunten Blütenpracht verzaubern, bringen Steppenanlage, Steingarten und ein schöner alter Baumbestand nicht nur botanisch Interessierte zum Staunen. Staudenbeete und ein mit den Jahreszeiten wechselnder Blumenflor runden das Angebot ab.

Sind die Blumen dann erst mal verblüht, machen die verschiedenen Gewächshäuser des Palmengartens einen Besuch sogar in den kälteren Jahreszeiten erlebenswert. Bei tropisch warmen Temperaturen können die Besucher*innen durch das Tropicarium schlendern und botanische Besonderheiten aus den verschiedenen Klimazonen bestaunen (z.B. Orchideen, Kakteen und andere Sukkulenten). Die Häuser des Tropicariums werden in trockene und feuchte Tropen unterteilt und widmen sich in erster Linie der Präsentation exotischer Pflanzen. Neuer Publikumsmagnet ist das zauberhafte Blüten- und Schmetterlingshaus.

Im Eingangsschauhaus an der Siesmayerstrasse gibt es unter anderem fleischfressende Pflanzen zu sehen und auch der historische Glaspalast des Palmenhauses beherbergt viele exotische Pflanzen aus allen Teilen der Welt. Angegliedert daran sind die Ausstellungsgalerien.

Garten, Themenbeete, Schauhäuser, Statuen oder einige der sehenswerten Gehölze können auch digital erkundet werden, entweder am Bildschirm mittels einer interaktiven Karte oder vor Ort mit der Palmengarten-App.

Palmengarten Frankfurt App (Android)
Palmengarten Frankfurt App (IOS)

Kultur

Ein breites Spektrum an Kulturveranstaltungen sorgt für vielerlei Abwechslung. Das Programm reicht von der Konzertreihe „Jazz im Palmengarten“ über das Festival „Summer in the City“, dem Rosen- und Lichterfest, bis hin zur jährlich wiederkehrenden Azaleen- oder Orchideenschau.

Bildung

Die „Grüne Schule Palmengarten“ und das Projekt „Kinder im Garten“ widmen sich dem Thema „Bildung“. Die Einrichtung „Grüne Schule Palmengarten“ bietet Workshops und Führungen für Kinder und Erwachsene an, und im Rahmen des Projekts „Kinder im Garten“ wird Kindergartengruppen spielerisch gärtnerisches Wissen vermittelt.

Erholung

Auch hinsichtlich Freizeitgestaltung und Erholungsmöglichkeiten ist das Angebot des Palmengartens groß. Es gibt eine Spielwiese und zwei Spielplätze für die Kleinen, und falls etwas mehr Ruhe gewünscht ist, lädt die Liegewiese zum Verweilen ein. Der Bootsweiher mit Tretbootverleih sorgt für kurzweiligen Zeitvertreib, und die regelmäßig wechselnden Ausstellungen locken Besucher*innen nicht nur aus Frankfurt an.

Palmengarten Frankfurt
Siesmayerstraße 63 /Palmengartenstraße 
60323 Frankfurt am Main
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Hier finden Sie die aktuellen Eintrittspreise.

Botanischer Garten

Nur wenige Schritte vom Palmengarten entfernt befindet sich der Botanische Garten. Die Atmosphäre, die hier herrscht, ist eine ganz besondere. Während im Palmengarten meistens ein reger Betrieb herrscht und spielende Kinder toben, ist der Botanische Garten eher eine Oase der Stille. Das Naturerlebnis wird hier großgeschrieben. Auf hölzernen Sitzbänken kann man dem Zwitschern der Vögel lauschen und dem geschäftigen Treiben der Gärtner*innen zusehen. Einzig durch das laute Quaken der Frösche wird die Stille unterbrochen – vorausgesetzt es ist Paarungszeit (April bis Juni).

Auch im Botanischen Garten gibt es mehrere Zonen. Die Unterteilung erfolgt unter geobotanischen Gesichtspunkten und umfasst Bereiche wie zum Beispiel Glatthaferwiesen, Hainbuchenwald, Alpinum oder sonniger Kalkhang, um nur einige zu nennen. Ein großer Teich bietet Lebensraum für besagte Frösche und Libellen, aber auch viele andere Amphibien, Kleintiere und Vögel fühlen sich in dem Biotop wohl. Für botanisch interessierte besonders bemerkenswert ist der Arzneigarten. In 13 Hochbeeten werden dort Arzneipflanzen und Kräuter präsentiert, die nach dem jeweiligen Verwendungsgebiet sortiert sind. Auf Schautafeln werden die Pflanzen, deren Wirkung und Inhaltsstoffe ausführlicher beschrieben. Das Gartenprogramm umfasst außerdem viele Führungen und Projekte rund um die Themen Botanik und Artenschutz. Apropos Artenschutz: auf dem Gelände wird in Zusammenarbeit mit der Bienenbotschaft ein Zeidlerbaum für Wildbienen betreut, was eine der ältesten und natürlichsten Formen der Imkerei darstellt.

Der Frankfurter Botanische Garten blickt auf eine lange Geschichte zurück. Ursprünglich als wissenschaftlicher Garten für die Biologie-Studierenden der Universität angelegt, erhielt der Garten nach mehreren Umzügen seinen jetzigen Standort und gehört seit 2012 zum Palmengarten. Nach dem Umzug der Biologischen Institute auf den Riedberg, befindet sich heute auch der Wissenschaftsgarten der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität dort.

Der Eintritt ist kostenlos, lediglich die Gartenregeln sollten respektiert werden: keine Fahrräder, keine Hunde, kein Lärm und keine sportlichen Aktivitäten. Dass keine Pflanzen herausgerissen und die Beete nicht betreten werden sollen, versteht sich von selbst.

Auch für den Botanischen Garten gibt es das Angebot einer kostenlosen App, die digital durch die verschiedenen Bereiche der Grünaanlage führt.

App Botanischer Garten Frankfurt:
Google Play Store (Android)
Für Blinde und Sehgeschädigte (Android)
App Store (IOS)
Für Blinde und Sehgeschädigte (IOS)

Botanischer Garten
Siesmayerstraße 72
60323 Frankfurt am Main
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Öffnungszeiten:
Montag – Samstag: 9.00 – 18.00 Uhr
Sonn- und Feiertage: 9.00 – 13.00 Uhr

Von Ende Oktober bis zum letzten Sonntag im Februar ist der Botanische Garten geschlossen. 

Rothschildpark

Der Name der Grünanlage lässt sich zurückführen auf die Frankfurter Bankiersfamilie Rothschild, die hier im 19. Jahrhundert einen Palais mit Parkanlage errichten ließ. Ein Denkmal erinnert heute noch an das im Krieg zerstörte Anwesen. Nach diversen Sanierungen und Neugestaltungen lässt sich die Parkanlage heute von der Bockenheimer Landstraße aus erreichen, ein weiterer Zugang befindet sich an der Ostseite. In unmittelbarer Nähe des Parks befindet sich der OpernTurm und die BHF-Bank. Verschlungene Wege führen durch den Park, vorbei an weitläufigen Wiesenflächen und dem beachtlichen alten Baumbestand. Ein Spielplatz macht das Gelände auch für Familien mit Kindern zu einem lohnenswerten Ausflugsziel. Bemerkenswert sind auch der restaurierte neugotische Turm und die Skulpturengruppe „Ring der Statuen“, ein Werk von Georg Kolbe.

Rothschildpark
Reuterweg 14
60323 Frankfurt am Main
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Grüneburgpark

Die Geschichte des Grüneburgparks reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Einst stand auf dem heutigen Parkgelände das „Rothschildsche Neue Palais an der Grünen Burg“. Von dem Anwesen selbst ist nichts erhalten geblieben, jedoch erinnert eine Gedenkstelle an das einstige Palais und dessen Bewohnern. Auf den Fundamenten der ehemaligen Orangerie befindet sich heute die Georgioskirche. Auch das Park-Café weist einen historischen Hintergrund auf: der achteckige Bau war 1820 als „Schönhof-Pavillon“ errichtet worden. Ebenfalls zeugt der alte Baumbestand von der Geschichte dieses Ortes. Heute ist der Park ein beliebtes Ausflugsziel mit vielfältigen Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und Erholung. Entlang der weiten Wiesenflächen durchzieht ein großes Wegenetz den ganzen Park und führt vorbei an bunten Blumenrabatten, Liegewiesen mit Picknickmöglichkeiten sowie mehreren Spielplätzen. Auch für Jogger*innen, Radfahrer*innen und sonstige Sportbegeisterte bietet der Park etliche Möglichkeiten. Durch einen Nebeneingang gelangt man direkt in den Botanischen Garten. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich auch der beliebte Palmengarten und der Campus Westend mit seinen weitläufigen Grünflächen. Nicht weit entfernt liegt der Koreanische Garten. Der Park ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen und aufgrund seiner historischen Bedeutung gilt er sogar als Gartendenkmal.

Grüneburgpark
August-Siebert-Straße 22
60323 Frankfurt am Main
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Koreanischer Garten

Als eigenständiger Bereich innerhalb des Grüneburgparks befindet sich der Koreanische Garten. Hintergrund: 2005 war Südkorea Gastland bei der Frankfurter Buchmesse und anlässlich dieses Ereignisses wurde der Garten als Geschenk Südkoreas für die Stadt Frankfurt angelegt. Augenfällig sind die zwei Pavillons und eine fernöstlich anmutende Bepflanzung. Gemäß der traditionellen koreanischen Philosophie erfolgt die Aufteilung des Gartens entsprechend den vier Jahreszeiten. Sowohl die Gestaltungselemente als auch die Pflanzen haben hierbei zusätzlich noch einen Symbolgehalt. So befindet sich im Eingangsbereich der Grünanlage der Frühlingsgarten – als Platz, in dem nicht nur der nahende Frühling, sondern auch die kommenden Gäste in Empfang genommen werden sollen. Im Sommergarten ruht auf Holzstelen der „Morgentau-Pavillon“ und zu seinen Füßen ein großer Teich – nach koreanischerer Tradition ein Ort der Begegnung von Mensch und Natur. Herbstgarten und Wintergarten beschließen den Rundgang. Hier befindet sich ein weiterer kleiner Teich und der sogenannte „Pflaumenlaube-Pavillon“, der sogar über eine Fußbodenheizung verfügt.

Pavillon im Koreanischen Garten © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Grünflächenamt
Pavillon im Koreanischen Garten © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Grünflächenamt

Aufgrund von Vandalismus und Brandstiftung ist der Koreanische Garten nicht mehr zugänglich. (Stand: Mai 2022)

Koreanischer Garten
60323 Frankfurt am Main
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Quellen: Website der Stadt Frankfurt, Wikipedia, Eigenerhebung
Fotos (soweit nicht anders angegeben): Karola Neder