Was blüht denn da?

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Während man früher noch mit Naturführer und Bestimmungsbuch bewaffnet durch Wald und Wiese stapfte, erleichtern heutzutage diverse Apps die Erkennung von Pflanzen und Tieren. Natur-Apps liegen voll im Trend.

Warum Flora und Fauna nicht mal per Smartphone erkunden? Die Auswahl an Programmen zur Bestimmung von Pflanzen und Tieren ist inzwischen groß. Man unterscheidet interaktive Apps, die mit Hilfe von Mikrofon bzw. Kamera live bestimmen können, mit welcher Spezies man es gerade zu tun hat (z.B. Pl@ntNet, Flora Incognita, BirdNET). Diese Anwendungen verlangen jedoch oftmals die Verfügbarkeit von mobilen Daten. Die Handhabung ist einfach: Aufnahme machen, hochladen, und schon erhält man eine Auswahl an möglichen Ergebnissen mit Bild, Namen und Beschreibung. Eigene Beobachtungen lassen sich speichern und mit der Community teilen. Andere Bestimmungs-Apps sind eher als Nachschlagewerk zu verstehen. Anhand der Eingabe bestimmter Merkmale lässt sich die Suche eingrenzen und der Nutzer kann Tiere und Pflanzen auf diese Weise zuordnen und letztendlich bestimmen. Je nach Anwendung werden die Suchergebnisse in mehr oder weniger ausführlichen Artenportraits näher beschrieben. Wenn man das große Datenvolumen bedenkt, welches eine solche Software mit sich bringt, gestaltet es sich technisch eher problematisch, einen Gesamtüberblick über alle Pflanzen und Tiere anzubieten. Eine allumfassende Datenbank ist deshalb schwierig umzusetzen. Daher macht es durchaus Sinn, themenspezifische Unterteilungen zu machen und die Suche auf bestimmte Lebensräume oder Lebewesen einzuschränken. So wird bei den Pflanzen unterschieden in diverse Kategorien, beispielsweise Bäume, Wildpflanzen, Pilze oder europäische Pflanzenwelt. Auch bei der Tierwelt wird spezifiziert, unter anderem in Wildtiere, Vögel, Insekten, Schmetterlinge oder Bienen.

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Flora und Fauna für unterwegs
Einen Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit bietet zum Beispiel die Waldfibel. Mit dieser Anwendung hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine App an den Start gebracht, die Informationen rund um Bäume, Pflanzen und Tiere bündelt. Eine Alternative ist Nature – Europa mit über 1.200 Pflanzen- und Tierarten Europas. Schmetterlinge, Insekten sowie andere Tiere und Pflanzen findet die App Map of Life. Anhand des Standorts des Nutzers werden die in der Umgebung verbreiteten Arten angezeigt. Die App arbeitet aber auch ohne Standortzugriff. In diesem Fall muss man die gewünschte Region selbst auf einer Karte auswählen. Mit Hilfe der naturgucker-Meldeapp können Beobachtungen im Gelände erfasst werden. Die Ergebnisse können entweder sofort oder später nach der Exkursion auf naturgucker.de hochgeladen werden. Der NaturLotse bietet Bestimmungshilfen für Pflanzen, Tiere, Pilze und Flechten. Hierbei handelt es sich um ein Open-Source-Produkt, d.h. eine Plattform auf welcher der Nutzer selbst Kenntnisse, Kritik, Verbesserungsvorschläge und praktische Erfahrungen einbringen kann.

NaturApps zum Thema Tiere und Pflanzen:
Waldfibel (BMEL)
Nature – Europa (offline nutzbar)
Naturblick
iNaturalist (Suche und Erkennung per Foto)
Map of Life
naturgucker.de (offline nutzbar)
NaturLotse Exkursionsführer (OpenSource Software)

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Pflanzenbestimmung per Smartphone
Wenn es um die reine Pflanzenbestimmung geht, bringen die Apps Pl@ntNet und Flora Incognita sehr brauchbare Ergebnisse. Mit Hilfe der Handykamera werden Fotos aufgenommen, und ein Suchlauf wird gestartet. Als Ergebnis erhält man Pflanzensteckbriefe mit interessanten Informationen, z.B. Merkmale, Verwendungszweck und Verbreitung. Mobile Daten werden hierfür benötigt. Hilfe bei der Pilzsuche bieten die Apps Pilzator und Pilzsuche Ultra.

Pflanzen-Apps im Überblick:
Pl@ntNet (kosten- und werbefrei)
Flora Incognita (kosten- und werbefrei)
PictureThis (enthält Werbung)
Pilzator
Pilzsuche Ultra (kostenpflichtig)

Tiere erkennen leichtgemacht

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Auch in dem Bereich der Tierwelt tummeln sich einige Apps auf dem Markt, die meisten davon sind kostenlos. Mit der Applikation BirdNET lassen sich Vogelstimmen einfach erkennen. Wichtig hierbei ist jedoch der verantwortungsvolle Umgang mit den abgespeicherten „Klangattrappen“, um die Vögel nicht zu irritieren oder gar in ihrem Brutverhalten zu stören. Laut Bundesnaturschutzgesetz und Bundesartenschutzverordnung ist das Verwenden von Klangattrappen tatsächlich sogar verboten. Auch vom NABU werden diverse Apps angeboten, beispielsweise zum Thema Vogelwelt oder Schmetterlinge erkennen. Im Rahmen der Initiative „Bienen füttern!“ hat der BMEL eine App rund um das Thema „Bienen“ entwickelt. Die Bienen-App wurde 2021 durch die Webseite www.bienenfuettern.de ersetzt. Diese ist für die mobile Nutzung optimiert. Auf der Seite gibt es unter anderem hilfreiche Tipps zum Thema „Bienenfreundliche Pflanzen“ sowie zum Erhalt der biologischen Vielfalt.

Tier-Apps im Überblick:
BirdNET (kosten- und werbefrei)
Vogelwelt (NABU)
Zeit der Schmetterlinge (NABU)
Schmetterlinge bestimmen (kostenpflichtig)
Nützlinge im Garten (Bundesinformationszentrum Landwirtschaft)

Fazit: Um unsere Pflanzen- und Tierwelt besser kennenzulernen, ist eine Bestimmungs-App ein guter Einstieg. Das Interesse für Natur und Umwelt wird geweckt und die Artenkenntnis gesteigert. Auch in Frankfurt und Umgebung gibt es viele schöne Ausflugsziele und Grünflächen, um eine solche App direkt vor Ort anzuwenden.

(KN)