Die Geschichte
Der Palmengarten ist einer von drei botanischen Gärten in der Mainmetropole und liegt im Stadtteil Westend. Der Garten liegt zwischen historischen Villen in einer idyllischen Grünanlage. Mit 22 Hektar ist der Palmengarten nach seiner Eröffnung 1871 der größte Botanische Garten in Deutschland. Der Garten besticht zu jeder Jahreszeit mit einem floralen Außengelände und verschiedenen Schauhäusern. Ein weiterer Blickfang ist das Gesellschaftshaus, das der Anlage seinen historischen Charme verleiht.
Der Palmengarten – in städtischer Hand
Die Entstehung des Palmengartens ist das Ergebnis eines Zusammenspiels verschiedener historischer Umstände: Nach der Annexion des Herzogtums Nassau durch Preußen im Jahr 1866 musste Herzog Adolph von Nassau seine Wintergärten in Biebrich verkaufen. Gartengestalter Heinrich Siesmayer hatte daraufhin die Idee, die exotischen Pflanzen nach Frankfurt zu bringen und einen neuartigen Landschaftsgarten mit einem großen Glashaus zu schaffen. Um seine Idee zu verwirklichen, entwarf Siesmayer die „Palmengarten-Actien“. Um seine Vision zu realisieren, haben Bankiers, Verleger, Rechtsanwälte und verschiedene wohlhabende Frankfurter*innen diese „Actien“ erworben. Heinrich Siesmayer blieb bis 1886 an der Spitze, bevor August Siebert seine Nachfolge antrat. Ab 1898 wurde der Garten durch eine große Millionenanleihe finanziert und in den Folgejahren erweitert, während moderne Themenschauhäuser für Tropen, Palmen und Schmetterlinge erst in späteren Bauphasen und im Jahr 2021 hinzukamen.
Der Palmengarten wurde am 1. Juni 1931 schließlich von der Stadt Frankfurt übernommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Garten nach einem umfangreichen Wiederaufbau für die Öffentlichkeit wiedereröffnet. Im Jahr 1963 zählte der Palmengarten in seinem neuen Glanz erstmals 1 Million Besucher*innen.
Modernisierung und Erweiterung zur Jahrhundertfeier
Im Rahmen der 100-Jahr-Feier des Palmengartens im Jahr 1969 wurde dieser einer größeren Umgestaltung unterzogen. Dabei entstand ein neues, repräsentatives Eingangsschauhaus an der Siesmayerstraße. Auch der Umbau der Konzertbühne sowie die Neugestaltung des Rosengartens und aller vorhandenen Themengärten samt einer neuen Steppenpflanzung waren Teil dieser Modernisierung. Das für die Zukunft wichtige Tropicarium, in dem Besucher*innen durch zehn verschiedene tropische Vegetationszonen spazieren, wurde ebenfalls in dieser Phase konzipiert. Ein baulicher Erfolg in der Ära des Botanikers Gustav Schoser, in dessen Zuge sich das Areal der Gartenanlage durch die Verdrängung des Tennisclubs auf eine Gesamtfläche von 22 Hektar erweiterte. Das spezialisierte Subantarktishaus folgte schließlich im Jahr 1994.
Der Palmengarten im Wandel der Zeit
Mit Isolde Hagemann wurde 1993 erstmals eine Frau Direktorin, die einen frischen Wind in die grüne Oase im Westend brachte. Trotz der angespannten Etatlage gelang es den Garten im neuen Stil erstrahlen zu lassen. Durch Hagemanns Geschick Sponsoren für die Spendenaktion „Rettet das Palmenhaus“ zu begeistern wurde diese reichlich unterstützt.
Der Palmengarten – ein Aufbruch in das 21. Jahrhundert
Matthias Jenny übernahm zunächst die Leitung des Palmengartens 1997 kommissarisch, um ein Jahr später Direktor des Gartens zu werden. Durch den Erfolg der Spendenaktion wurde das sanierte Palmenhaus mit einer Wiedereröffnung gefeiert. Das Palmenhaus wurde mit dem Aufbruch in das 21. Jahrhundert so zu einem Symbol der Zukunft für die grüne Oase der Mainmetropole.
Mit dem Kindermusiktheater „Papageno“, das seine Premiere im Palmengarten 1998 hatte, brachte man ein Stück Kultur in die grüne Oase der Mainmetropole. Im Jahr 2002 bekam das Theater eine eigene Spielstätte. Des Weiteren wurde in den Palmengarten eine Gastronomie integriert bei der die Besucher*innen die Wahl zwischen einem Kinderkiosk, dem feinen Caféhaus Siesmayer oder der vornehmen Villa Leonhardi haben.
Der Palmengarten – eine immer neue Herausforderung zur Erhaltung der Gartenanlage
Um den Palmengarten als Ganzes mit seinem Außengelände, den Schauhäusern und dem Rosengarten zu erhalten, werden immer wieder Sanierungsarbeiten durchgeführt. So erfolgte 2007 die Neugestaltung des Rosengartens und 2009 die Neuverglasung der Galerien am Palmenhaus. Mit der Sanierung des Gesellschaftshauses wurde ein weiteres Mammutprojekt umgesetzt. Die Wiedereröffnung des Hauses wurde 2012 mit einem Festakt zelebriert.
Der Palmengarten mit seinen Schauhäusern und seinem Außengelände
Über viele Jahre hinweg entstanden neben dem Palmenhaus noch weitere Schauhäuser wie das Tropicarium und das Schmetterlingshaus. Die Besucher*innen haben die Möglichkeit, die vielfältige Welt der Botanik mit seiner bunten Flora zu erkunden und entdecken. Im großen Außengelände können zu jeder Jahreszeit verschiedene Bäume und Gehölze bestaunt werden.
Das Palmenhaus – das grüne Herz des Palmengartens
Seit der Eröffnung im November 1871 ist das Palmenhaus das grüne Herzstück des Palmengartens. Ursprünglich wollte der Gartengründer Heinrich Siesmayer das Palmenhaus als Ort für exotische Pflanzen errichten, in dem sich die Frankfurter Gesellschaft vergnügen sollte.
So bildet das Palmenhaus mit einem großen Wintergarten und dem vorgesetzten Gebäude, dem Gesellschaftshaus, das nach der Sanierung 2012 wieder in seinem historischen Glanz erstrahlt, ein Gesamtensemble in der grünen Herzkammer der Mainmetropole.
Zusammenfassend ist das Palmenhaus auch über 150 Jahre nach der Eröffnung für die Besucher*innen bei einem Palmengartenbesuch ein Muss, um die zahlreichen Palmen sowie die Petticoat-, Fischschwanz-, Betelnuss- und Bergpalmen, Araukarien, Palm- und Baumfarne zu entdecken.

Das Tropicarium – eine Reise durch die Welt der Tropen
Das Tropicarium bietet mit seinen innerhalb gelegenen Themenlandschaften einen faszinierenden Einblick in die Welt der Tropen. Angefangen von den trockenen Tropen, den feuchten Tropen bis hin zur Nebelwüste. In den jeweiligen Themenlandschaften werden den Besucher*innen tropische Pflanzen in verschiedenen Vegetationen gezeigt, die sich je nach Klima an die Umgebung anpassen. Im nördlichen Teil befindet sich die Vegetation der feuchten Tropen, in dem es Pflanzen von Bergregen- und Nebelwäldern, der immergrünen Tiefland-Regenwälder, der wechselfeuchten Monsun- und Passatwälder sowie der Mangroven und Küstenwälder zu entdecken gibt. Der südliche Teil zeigt Pflanzen aus den trockenen Tropen, also aus der Savanne, den Dornenwäldern oder der Halb- und Nebelwüsten. Das absolute Highlight: die seltene Welwitschia mirabilis, die nur in der Namib-Wüste wächst, ist auch im Tropicarium zu sehen.

Das Schmetterlingshaus – eine Reise zu den Schmetterlingen

Im Sommer 2021 zum 150-jährigen Jubiläum war es endlich so weit, der Palmengarten wurde um ein Schauhaus erweitert und das Schmetterlingshaus wurde feierlich eröffnet. Die Besucher*innen haben die Möglichkeit tropische Falter aus der Nähe zu betrachten und mehr über das Zusammenspiel von Blüten und ihren Bestäubern zu erfahren. Im 600 Quadratmeter großen Schmetterlingshaus das in ein Kalt- und Warmhaus geteilt ist können Besucher*innen zwischen üppigen Blütenpflanzen und frei fliegenden Schmetterlingen aus Costa Rica wandeln und staunen.

Das Subantarktishaus – eine botanische Reise durch die Regionen nahe der Antarktis
Im Vergleich mit den anderen Schauhäusern des Palmengartens ist das Subantarktishaus nicht groß, dennoch ist es einzigartig für eine botanische Anlage. Das Subantarktishaus befasst sich mit der Flora aus den kühlen Regionen nahe der Antarktis.
Begeben sich die Besucher*innen von links in das Schauhaus, lässt sich die florale Welt von Süd-Chile, Patagonien, Feuerland bis hin zu den Falklandinseln entdecken. Ein Stück weiter gelangt man in die exotische Pflanzenwelt der Inseln im Südpazifik – wie der Südinsel Neuseelands –, deren Vegetation rechts neben dem Eingang abgebildet ist. Zu den besonderen Highlights bei einem Besuch gehören die Chilenischen Flusszedern, urtümliche Scheinbuchen, verschiedene Bambus-Arten und natürlich Chiles Nationalpflanze – die Chilenische Wachsglocke.
Das Haus Leonhardsbrunn – die Alpinhäuser

Das Haus Leonhardsbrunn beherbergt in seinen Seitenschiffen die Alpinhäuser. Als eines der kleinsten Schauhäuser des Palmengartens zeigt es rechts und links spezialisierte, nicht winterharte Pflanzen aus den Gebirgsregionen der ganzen Welt.
Im östlichen Teil des Seitenschiffs können die Besucher*innen die Gebirgsvegetation der Südhalbkugel bestaunen, darunter Pflanzen aus den Anden, den südafrikanischen Drakensbergen und den neuseeländischen Alpen. Das westliche Seitenschiff bietet wiederum einen Einblick in die Pflanzenwelt der Nordhalbkugel – von den europäischen Alpen bis hin zum Kaukasus. Ein weiteres Highlight für die Besucher*innen ist die dort ausgestellte Flora, die sich vom Himalaja-Gebirge bis nach Marokko erstreckt.
Das Eingangsschauhaus – der Eingang zum Palmengarten
Wer den Palmengarten über die Siesmayerstraße betritt, geht direkt durch das historische Eingangsschauhaus von 1906. Von der ursprünglichen Anlage ist die Mittelhalle mit ihrer 15 Meter hohen Glaskuppel erhalten geblieben, welche neu errichtet wurde. Ein Highlight wartet im Obergeschoss: Hier teilen sich zwei besondere Pflanzengruppen den Raum. Im Süden können Besucher*innen fleischfressende Pflanzen (Carnivoren) wie Sonnentau und Venusfliegenfalle entdecken. Im Norden blühen die aus Süd- und Mittelamerika stammenden Tillandsien, die botanisch zu den Ananasgewächsen (Bromelien) gehören.

Der Palmengarten – nicht nur eine grüne Lunge, sondern ein Ort der Ruhe
Der Palmengarten ist nicht nur eine grüne Lunge mitten in der City, sondern auch ein Ort, um den Stress des Alltags bei einem Rundgang hinter sich zu lassen. Den Besucher*innen und Tourist*innen bietet der Palmengarten während der Sommermonate Konzerte von Jazz bis hin zu Klassik unter freiem Himmel.

Der Palmengarten – Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Siesmayerstraße 63
60323 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten:
März bis Oktober: 09:00 bis 19:00 Uhr
November bis Februar: 09:00 bis 16:00 Uhr
Eintrittspreise:
Erwachsene (ab 18 Jahre)
9,00 €
Erwachsene Feierabend-Ticket (Mo-Fr ab 18:30 Uhr)
5,00 €
Kinder und Jugendliche (bis einschließlich 17 Jahre)
Eintritt frei
Rentner*innen sowie Senior*innen ab 67 Jahren
8,00 €
Schwerbehinderte ab GdB 80 und deren im Ausweis eingetragene Begleitpersonen, Rollstuhlfahrer*innen, blinde Personen
Eintritt frei
Frankfurt-Pass
Eintritt frei
Kulturpass (Kultur für alle)
Eintritt frei
Beitragsbild: Eingang Siesmayerstraße; Foto: rsi / GFFB











