Tower für Teaser 2Wussten Sie schon? Falls Sie einen Spaziergang oder einen Radausflug an der Nidda planen, dann nutzen Sie den Frankfurter Grüngürtel für einen hoch interessanten Ausflug im Grünen.

 

 

 

Im Frankfurter Grüngürtel befindet sich ein ehemaliger, bis 1992 genutzter, amerikanischer  Militärflugplatz (früher: Maurice Rose Airfield). Seine Grundfläche umfasst rund 4,5 Hektar und liegt am Laufe der Nidda zwischen den Gemarkungen Frankfurt-Bonames und Berkersheim. Nach seiner Auflassung (Übereignung von Grundstücken) wurde er 2003/04 von der Projektgruppe „GrünGürtel“ und von dem Büro GTL Landschaftsarchitekten zu einem Natur- und Freizeitgelände umgestaltet, wofür die GTL Landschaftsarchitekten 2005 den Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis erhielten. Die US-amerikanischen Streitkräfte richteten 1951/52 auf dem bereits vorhandenen, als Feldflughafen genutzten Gelände, einen Hubschrauberlandeplatz ein, der nach Generalmajor Maurice Rose, einem der höchsten US-Militärs, der im 2. Weltkrieg gefallen ist, benannt wurde. Es war die Heimat der 66th Aviation Company (Avt. Co.) des 11. Aviation Battallion (Avt. Bn.) zur Unterstützung des US Army V Corps. Das 11th Aviation Bataillon war für Wartung und Betrieb des Flugplatzes zuständig. Der Flugplatz wurde am 18. August 1992 geschlossen.

 

FlugfeldNachdem die Stadt das Gelände gekauft hatte, begannen im Winter 2002 die Arbeiten zur Umgestaltung des Flugplatzes in ein Natur- und Freizeitgelände. Zur Errichtung von Beobachtungsfeldern wurden etwa 3 ha Asphalt- und Betonfläche aufgebrochen, wobei leicht belastete Flächen entsorgt wurden. Der Rest wurde bearbeitet und zum Teil in Drahtgitterkörbe (Gabionen) gefüllt, um die befahrbare Fläche der ehemaligen Start- und Landebahn zu reduzieren, zum anderen Teil geschreddert und nach Größe geordnet im Gelände abgelegt. Damit soll ermittelt werden, bei welcher Plattengröße ein Geröllfeld am schnellsten bewachsen wird. Die 750 m lange Landebahn blieb in voller Länge bestehen, wurde aber im Westen von 21 m auf etwa 3 m verschmälert. Neben der Landebahn befindet sich ein langer Baumhain und eine große Wiese, die regelmäßig gemäht wird und zum Liegen benutzt werden darf. Die Hubschrauber wurden früher auf elf je 100 m² großen Plätzen, die über eine Rollbahn erreichbar waren, abgestellt. Die Betonplatten wurden entnommen und am Ende der Rollbahn als Aussichtspunkt gestapelt, auf die ehemaligen Abstellplätze gelegt oder dort senkrecht aufgestellt. Während der Zeit der militärischen Nutzung war das Gelände umzäunt und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Der Zaun wurde abgerissen und über die Nidda eine Brücke für Fußgänger und Fahrradfahrer gebaut, die auch eine wichtige regionale Verbindung für Freizeitaktive zwischen Frankfurt und Bad Homburg darstellt.

GrüngürteltierSeit 2007 trägt die Brücke den Namen des 2006 verstorbenen Schriftstellers, Lyrikers und Zeichners Robert Gernhardt, der lange Jahre in Frankfurt gelebt hatte. Auf dem Geländer der Brücke ist eine Bronzeplastik des von Gernhardt erfundenen "GrünGürtel-Tier" zu sehen, dem Wappentier des Frankfurter Grüngürtels.

 

Zwischen Landebahn und Rollbahn befindet sich eine ruderale Wasserfläche, die durch Rückstau aus dem Teich vernässt wird. Da der Teich keinen Abfluss hat, fließt überschüssiges Wasser über eine Senke in die Nidda. Dort lassen sich zahlreiche Vögel und Amphibien sowie Bisamratten beobachten. Die Wiese zwischen Landebahn und Nidda ist nach wie vor eine Kulturwiese, die regelmäßig gemäht wird.

 

Kinder beim BauenInzwischen ist der Alte Flugplatz zu einer Lernstation für Kinder und Jugendliche geworden. Veranstaltungen für Familien und Unterrichts­einheiten für Schulen und Kitas werden hier angeboten. Von März bis Oktober sind sogar „Landschaftslotsen“ vor Ort und informieren über Frösche, Vögel und Pflanzen (übrigens sind Samen einiger dort wachsenden Pflanzen nach Erzählungen durch die Sohlen der GIs nach Bonames "eingewandert"). Am Nidda-Ufer werden Kinder und Jugendliche in die Nutzung von Booten und die Beachtung der Naturschutzgebote eingewiesen.

 

 

 

Text: hom

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