Rödelheim

Was hat Rödelheim mit Hiphop zu tun? 

Rödelheim ist einer der vielen Stadtteile im Westen von Frankfurt am Main, der eine lange Geschichte mit historischen und zeitgenössischen Persönlichkeiten vorweisen kann.

 

 

Namensstein

Rödelheim wurde erstmals am 21. September 788 im Lorscher Codex als Radilenheim erwähnt. Der Stadtteil hat zwei Parks , den Brentanopark und den Solmspark. die sich inmitten des Grüngürtel Frankfurts befinden.  Im Jahr 2007 wurde mit der Sanierung des Parks begonnen, bei der wurde beide Parks durch das Grünflächenamt mit neu gestalteten Wegen, eine neue Brücke, eine Metall Plastik und ein umriss des Zerstörten Brentanopalast errichtet.

Georg Brentano erwarb zwischen 1808 und 1823 ein Landhaus mit Garten und erweiterte diesen durch Grundstücksankäufe zu einem Park, dem Brentanopark, zu dem auch das bis heute erhaltene Petrihaus gehört. Am Petrihaus steht ein Ginkgobaum, der 1750 gepflanzt wurde und somit der wahrscheinlich älteste gepflanzte Ginkgobaum in Europa ist. Regelmäßige Gäste im Petrihaus waren der Dichter Johann Wolfgang von Goethe, die Gebrüder Grimm, Clemens Brentano und Bettina von Arnim.

Bahnhof Rödelheim

Der Bahnhof Rödelheim liegt zentral in Rödelheim, teilt den Stadtteil in Ost und West und ist ein kleiner Verkehrsknotenpunkt zwischen Frankfurt und dem Taunus, die beide von den S-Bahn-Linien S3 (Bad Soden – Frankfurt Hbf – Langen Darmstadt Hbf), S4 (Kronberg – Frankfurt Hbf. – Langen – Darmstadt Hbf. ) und der Linie S5 (Friedrichsdorf – Bad Homburg – Frankfurt Messe – Frankfurt Hauptbahnhof – Frankfurt Süd) mit der Taunusbahn zu erreichen ist. Direkt an den beiden Eingängen des Fußgängertunnels haben Graffitikünstler im Auftrag der Stadt Frankfurt schöne Graffitikunstwerke erschaffen.

Im Industriegebiet von Rödelheim findet man die Kelterei Possmann, die im Jahre 1881 gegründet wurde und bis heute besteht, obwohl der Unternehmenssitz in der Eschborner Landstraße 156-162 ist. Damals wurden nur Gaststätten mit dem Apfelsaft und dem Apfelwein beliefert. Später wurde auch das Produkt „Possmann’s Äpfelwein“ hergestellt, was bis heute noch der Fall ist. Das Besondere an der Gärung vom „Possmann’s Äpfelwein“ ist, dass dieser in ehemaligen Druckbehältern von U-Booten des Typs XXI hergestellt wird. Die Brüder Werner E. Ch. Possmann und Fritz Possmann entdeckten 1947 im Frankfurter Osthafen diese U-Boote und erwarben sie zur Herstellung des eigenen Apfelweins. Als ein weiteres Industrieunternehmen wurde 1896 von den Brüdern Peter und Heinrich Weil in der Alexanderstraße die Fahrradfabrik Peter Weil und Co. gegründet. Es wurde später in Torpedo-Werke AG umbenannt und stellte auch Fahrräder, Motorräder und Schreibmaschinen her. 1967 wurde die Produktion eingestellt und somit die Torpedo-AG geschlossen.

Im Brentanopark findet man Überreste des Schlosses Rödelheim. Daran erinnert eine bronzene Abbildung, die dort aufgestellt wurde. In der Nähe des Brentanoparks findet man ein Synagogendenkmal zur Erinnerung an die Jüdische Gemeinde in Rödelheim, die während des 2.Weltkrieges verfolgt und deren Synagoge niedergebrannt wurde.

Nach dem Erwerb des Parkgeländes durch die Stadt Frankfurt im Jahre 1926, wurde später das Brentanobad als naturnahes Flussschwimmbad im Altarm der Nidda errichtet und 1930 eröffnet. Es ist das größte Freibad Deutschlands. Direkt neben dem Brentanobad befindet sich das Stadion am Brentanobad, welches die Spielstätte der Eintracht Frankfurt Frauen und des Rot-Weiß Frankfurt ist. An der Bushaltestelle Parkweg findet man drei Mühlsteine von der Mühle Rödelheims, die im 2.Weltkrieg schwer beschädigt und 1966 abgerissen wurde.

Flint-Schmidt

In der Gaugrafenstraße befindet sich die Druckfarbenfabrik Flint-Schmidt GmbH (ehemals Druckfarbenfabriken Gebrüder Schmidt GmbH), die 1878 in Frankfurt Bockenheim in der Solmsstr. 31 von den Brüdern Ernst und Rudolf Schmidt gegründet wurde. Die Druckfarbenfabrik Flint-Schmidt GmbH besteht bis zum heutigen Tage und stellt Farben für die Zeitungsrotation, Buch-, Offset- und Tiefendruckfarben her. Im Laufe der Jahre wurden auch Farben für den Siebdruck und Flexodruck ins Programm aufgenommen und hergestellt.

Villa

In der Au gibt es eine Villa, die seit den 1980er Jahren von Punks besetzt ist und von der Stadt Frankfurt geduldet wird. Die Villa gehört der Frankfurter Stadtbibliothek und damals sollte die Stadtteilbibliothek Frankfurt-Rödelheim einziehen, aber die Punks hatten die Idee, die Villa zu besetzen, weil sie die damalige Wohnungsnot bekämpfen wollten. Die Punks haben die Villa bis heute, aber leider haben sie die Villa verfallen lassen, so dass der Anblick nicht mehr schön ist.

In unmittelbarer Nähe des Rödelheimer Industriegebietes befindet sich der Wasserturm, der bis heute das Wahrzeichen von Rödelheim ist. Der Wasserturm wurde 1885 erbaut und diente als Wasserreservoir. Im späten 19. Jahrhundert wurde allmählich auf Rohrleitungsnetze umgestellt, so dass der Wasserturm keine Verwendung mehr hatte. Der Wasserturm ist auch im Wappen von Rödelheim enthalten, als Erinnerung an die Zeit der eigenständigen Stadt Rödelheim vor der Eingemeindung nach Frankfurt im Jahr 1910.

Im Jahre 1961 gründete der Fluglehrer und Pilot Helmut Sinn die Firma Helmut Sinn Spezialuhren, die ihren Sitz bis zum Jahre 2017 in Frankfurt Rödelheim „Im Füldchen“ hatte. 1994 erwarb Diplom-Ingenieur Lothar Schmidt die Firma Helmut Sinn Spezialuhren, welche in Sinn Spezialuhren GmbH umbenannt wurde. Das Unternehmen stellt bis heute Taucheruhren, Industrie- und Rennsport Uhren und Fliegerchronographen her, sowie auch normale Uhren, die ebenfalls sehr begehrt sind. 2017 wurde in Sossenheim in der Wilhelm-Fay-Straße 21 ein neuer Firmensitz eingeweiht und somit der alte Firmensitz in Rödelheim aufgegeben. Sinn Spezialuhren GmbH wird immer mit dem Stadtteil Rödelheim verbunden bleiben.

Die Hip-Hop-Gruppe Rödelheim Hartreim Projekt wurde 1993 von Moses Pelham (Moses P) und Thomas Hofmann in Rödelheim gegründet, das Projekt bestand aus Moses Pelham, dem Gründer und Geschäftsführer des Plattenlabels pelham power productions, sowie aus der Sängerin/Rapperin Sabrina Setlur (Sister S), ebenfalls aus Rödelheim, und dem Sänger Xavier Naidoo, der aus Mannheim stammt. Trotz des Erfolges löste sich die Band nach nur zwei Studioalben und einem Live-Album auf.

 

Text: rus

Fotos: rus

August 2021

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