Teaser urbangardeningUrban Gardening. Definition: kleinräumige, gärtnerische Nutzung städtischer Flächen innerhalb von Siedlungs­gebieten oder in deren direktem Umfeld.

 

 

 

 

 

Seit einigen Jahren hat sich Frankfurt zu dieser Art von gärtnerische Nutzung entschieden. In vielen Stadtteilen von Frankfurt sprießen diese Gärten aus dem Boden. Rund ein Dutzend sind mittlerweile über die ganze Stadt verteilt. Aber nicht nur in den Stadtteilen wird eifrig gegärtnert, sondern auch auf dem Balkon, im eigenen Kleingarten oder privaten Grünflächen. Die Frankfurter sind auf den Geschmack gekommen.

Urban Gardening ist auf öffentlichen Flächen aber nur möglich mit der Unterstützung von der Stadt Frankfurt. Die Stadtverwaltung mit dem Grünflächenamt besitzt einen wichtigen Anteil an der Entstehung vieler Urban Gardening-Projekten, denn freie Flächen im dicht besiedeltem Frankfurt sind rar. Erst mit Hilfe des Grünflächenamts wurde so manches Projekt wie z.B. der Frankfurter Garten, der Gallus-Garten, die Beete in der Lortzingstraße oder der Riederwälder Garten überhaupt möglich. Das Amt sorgt oftmals für Starthilfe mit großzügigen Materialien und Pflanzen, Holz für Hochbeete, recycelte Pflanzenkübel oder Pflanzen Substrat.

 

Viele Frankfurter lieben am Urban Gardening das Gemeinschaftserlebnis: sie alle vereint die Lust am kollektiven Gärtnern und Austausch von Wissen. Jung und Alt kommt Zusammen und tauschen sich aus. Jeder kann mit gärtnern, egal ob er über Know-how verfügt oder nicht. Eine andere Motivation ist der Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und einer intakten Umwelt. Die Gemeinschaftsgärten in Frankfurt sind fest mit ihrem Stadtteil verbunden und deshalb tragen viele diesen in ihrem Namen.

 

Vorstellung der Urban Gardening-Projekte

 

KuNo im Norden
Die Arbeitsgemeinschaft Kunst im Norden (KuNo) gehört zu den ersten Urban Gardening-Aktivisten. Mit mehr als 100 Sonnenblumen wurde der Mittelstreifen auf der stark befahrenen Friedberger Landstraße im Frühjahr 2007 bepflanzt. Mit der Aktion „Blumen statt Bitumen“ begrünte KuNo 2009 dann den Mittelstreifen am Matthias-Beltz-Platz. Freizeitgärtner aus der Nachbarschaft pflegen seit zwei Jahren auch die am Platz von KuNo aufgestellten Hochbeete. Auch in diesem Jahr sind weitere Pflanzaktionen geplant. Informationen dazu: kunst-im-nordend.de
Wo? Matthias-Beltz-Platz (Straßenbahnhaltestelle Rohrbachstraße/Friedberger LandstraßeKontakt: Jörg Harraschain, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

KuNo im Nordend

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Griesheimer Bahnhofsgärtchen
Das einst vermüllte und von Brombeeren überwucherte Areal neben dem Stellwerk der DB an der S-Bahn-Station hat sich seit seiner Entstehung im Sommer 2013 prächtig entwickelt. Dort hat sich ein blühender Garten breit gemacht mit Hochbeeten, Pflanzkübeln und einer Sitzgruppe aus Europaletten. Inzwischen gibt es auf dem rund 300 Quadratmeter großen Gelände auch einen Wasseranschluss. Für das Projekt Griesheimer Bahnhofsgärtchen gab das Quartiersmanagement des internationalen Bundes Starthilfe. Alljährlich beteiligt sich das Projekt an der Aktion „Tag der offenen Höfe und Gärten“. Die Stadtgärtner treffen sich jeden Mittwoch um 18 Uhr auf dem Gelände am S-Bahnhof.
Wo? S-Bahnhof Griesheim
Kontakt: Volker Rapp, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Griesheimer Bahnhofsgärtchen

 

 

 

 

 

 

 

Frankfurter Garten
Zu dem bekanntesten Urban Gardening-Projekt in Frankfurt zählt das Gartenparadies im Osten. Es gibt dort viele Aktivitäten, wie z.B. eine Bienen- und Gartengruppe, Heilkräuterkurse, sowie in regelmäßigen Abständen den Mädchenflohmarkt. Schulklassen oder andere Gruppen können in dem eigens eingerichteten Container-Kurse zum Thema Nachhaltigkeit, Upcycling, Street-Art oder Urban Gardening gelegen. Jeden ersten Mittwoch im Monat trifft sich dort auch die Gartengruppe um 19 Uhr. Ebenso findet dort in regelmäßigen Abständen kulturelle Kleinveranstaltungen und Kunstprojekte statt. Deshalb ist der Frankfurter Garten nicht nur bei Gartenfreunden sondern auch bei Szenegängern beliebt.
Wo? Danziger Platz (S-Bahn-Haltestelle Ostbahnhof)
Kontakt: Ilona Lohmann-Thomas, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Frankfurter Garten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gallus Garten
In dem gleichnamigen Stadtteil besteht seit 2016 der Gallus Garten, welches eines der jüngsten und größten Urban Gardening-Projekten in Frankfurt ist. Anwohner verschiedener Einrichtungen, wie zum Beispiel dem Verein Kinder im Zentrum Gallus, gärtnern fleißig auf rund 1.000 Quadratmetern in mehr als 50 Hochbeeten. Das in direkter Nachbarschaft gelegene Mehrgenerationenhaus ist Initiator des Gartenprojekts. Das Projekt findet Unterstützung unter anderem durch das Quartiersmanagement der Caritas und der Naturschule Hessen, die mit ihrem Projekt „GrüneTöne“ im Stadtgarten aktiv sind. Pläne für den Ausbau des Projekts sind zum Beispiel die Verdopplung der nutzbaren Flächen bis 2018, ein Gehweg durch das Gelände, ein Barfußpfad und eine Obstbaumwiese. Paten für die Hochbeete und Gärtner für die Gemeinschaftsflächen werden noch gesucht.
Wo? Schneidhainer Straße
Kontakt: Jessica Wiegand, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Gallus Garten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rödelheimer Bahnhofsgrün
Das Gartenprojekt Blütenpracht am S-Bahnhof liegt an einem eher ungewöhnlicheren Ort: es ist der betongesäumte Aufgang zum S-Bahnhof im Frankfurter Stadtteil Rödelheim. Das Quartiersmanagement Rödelheim-West und dem BUND Frankfurt gärtnern dort in Zusammenarbeit mit rund einem Duzend Bürger und Bürgerinnen unter dem Namen Rödelheimer Bahnhofsgrün seit drei Jahren. Inzwischen hat sich die Grünfläche in ein artenreiches Biotop durch naturnahe Bepflanzung und regelmäßige Pflege verwandelt. Jeden ersten Mittwoch im Monat treffen sich die Aktiven vor Ort und bei schlechtem Wetter weichen sie ins Nachbarschaftsbüro in der Westerbachstraße 29 aus.
Wo? S-Bahnhof Rödelheim
Kontakt: Dr. Katrin Jurisch, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Rödelheimer Bahnhofsgrün

 

 

 

 

 

 

 

 

Gartenprojekt Lortzingstraße
Das im Nordend gelegene Urban Gardening-Gartenprojekt Lortzingstraße hat einen ganz besonderen Hintergrund: das Gartenprojekt entstand aus einer von Bewohnern des Karrees gegründeten Bürgerinitiative, die sich gegen den Bau einer Quartiersgarage und das Fällen alter Bäume in der Straße stemmte. Jedoch umsonst. Als Ausgleich entsiegelte die Stadt 2016 zwei Stellplätze mit insgesamt 120 Quadratmetern Fläche und schüttete sie mit Erde auf. Dadurch entstanden mitten im Asphalt Beete, die von Nachbarschaftsgärtnern liebevoll mit Nutzpflanzen, Blumen und Sträuchern bestückt wurden.
Wo? Lortzingstraße
Kontakt: Horst Erlenkötter, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Gartenprojekt Lortzingstraße

 

 

 

 

 

 

Riederwälder Garten
Abseits vom lärmigen Erlenbruch und zwischen zwei Wohnblöcken liegt der Johanna-Tesch-Platz. Seit inzwischen drei Jahren kümmern sich engagierte Anwohner in dem kleinen Park und pflanzen Blumen, Gemüse und Kräuter in recycelten Hochbeeten. Unterstützung und Starthilfe bei der Beschaffung der Hochbeete und dem Transport bekam der Riederwälder Garten vom Quartiersmanagement und vom Grünflächenamt. Patenschaft für die Hochbeete haben die Mitglieder der Riederwälder Pflanzgruppe übernommen, die im ganzen Stadtteil Pflanzenaktionen organisieren und gestalten ihren Mini-Garten nach Lust und Laune.
Wo? U-Bahnstation Johanna-Tesch-Platz
Kontakt: Julia Endris, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Riederwaelder Garten

 

 

 

 

 

 

 

 

Historisches Rosengärtchen
Das Historische Rosengärtchen am Röderberghang direkt gegenüber dem Ostpark zeigt ein schönes Beispiel für Bürgerengagement im öffentlichen Raum. Rund ein halbes Duzend Rosenfreunde gärtnern dort seit 2015 mit Hilfe des Vereins R.V. Kleingärtner Frankfurt/Rhein-Main e.V. Zum Flanieren lädt die alte Hangpromenade inzwischen wieder ein und man kann dort die Rosengärtner beim Bearbeiten ihrer Rosenbüsche von April bis Oktober jeden ersten Donnerstag im Monat ab 17 Uhr antreffen.
Wo? Röderbergweg
Kontakt: Oliver Lang, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Historisches Rosengärtchen

 

 

 

 

 

 

 

 

Ginnheimer Kichplatzgärtchen
Der Verein Ginnheimer Kirchplatzgärtchen gärtnert bereits seit 2013 auf dem idyllischen, dörflich anmutenden Kirchplatz. Gabionen (Pflanzgefäße aus Draht) in denen vielfältige Nutzpflanzen, Kräuter und Blumen prächtig gedeihen, sorgen mit einem Bücherschrank und vielen Sitzgelegenheiten für eine fast intime Atmosphäre. Mit regelmäßigen Veranstaltungen, u.a. zum Thema Klimawandel und ökologisches Gärtnern setzt der Verein wichtige Impulse.
Wo? Ginnheimer Kirchplatz (Nähe U-Bahn-Endhaltestelle Ginnheim)
Kontakt: Sybille Fuchs, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Ginnheimer Kirchpalztgärtchen

 

 

 

 

 

 

 

Mitmachgarten der GFFB
Am Frankfurter Berg entstand vor rund drei Jahren durch das Sozialunternehmen GFFB und mit Unterstützung des Grünflächenamtes ein Mitmachgarten für Jung und Alt. Inzwischen gibt es auf dem rund 1.300 Quadratmeter großen Grundstück einen idyllischen Erntegarten und ein Barfußpfad. Der Erntegarten wird hauptsächlich von Menschen mit Bezug vom Arbeitslosengeld II betreut und im Rahmen von GFFB-Kurse zum Thema Gesundheit werden die dort geernteten Gemüse- und Obstsorten gemeinsam weiterverarbeitet. Dies passiert zum Beispiel in der Lernküche der GFFB, wo den Mitarbeitern und den Projektteilnehmern an drei Tagen in der Woche ein Mittagessen angeboten wird. In diesem Jahr soll noch eine Außenschachanlage für Senioren und ein Kräuterhochbeet gebaut werden. Initiativen, die mit Jugendlichen und Geflüchteten arbeiten, sollen in naher Zukunft den Garten nutzen können.
Wo? Ginsterweg 1
Kontakt: Peter Frankenstein, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Mitmachgarten GFFB

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                                 

 

 

 

Frankfurt Gärtnert Übersichtskarte

 

  Frankfurt Gärtnert klein 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein anderes Projekt befasst sich mit nachhaltiger Grünflächenpflege in Frankfurt. Dabei handelt es sich um die Steigerung der Artenvielfalt im städtischen Grün. Wiesenabschnitte in weitläufigen Parkanlagen sowie wenig beanspruchte Freiflächen, wie innerstädtische Grünstreifen, Verkehrsinseln oder Autobahnzubringer werden in Wildblumenwiesen umgewandelt. In den kommenden Jahren soll eine größere Anzahl artenreicher Kleinbiotope im Stadtgebiet entstehen, erreicht durch die Auswahl geeigneter Standorte und Pflege. So wurden schon gut ein Dutzend Rasenflächen seit 2000 durch den Bund für Umwelt und Naturschutz Frankfurt und mit Unterstützung von Bürger und Bürgerinnen sowie des Grünflächenamts umgestaltet. Das auf fünf Jahre angelegte Förderprojekt soll auch anderen Kommunen zugute kommen, da auch andere Städte und Gemeinden den Schutz der Artenvielfalt und die Vernetzung innerstädtischer Biotope als Kernaufgabe einer nachhaltigen Stadtentwicklung betrachten.

 

Ein anderer Aspekt für ein gesundes Stadtklima ist der Klimawandel und die spürbaren Folgen in Frankfurt. Durch die dichten Bebauungen in den Städten und vielen versiegelten Flächen sowie die hohen Verkehrsaufkommen kämpfen schon heute mit den Folgen des Klimawandels. Stadtbewohner leiden im Sommer unter der Hitze, Schwüle und einer hohen Konzentration von Luftschadstoffen. Wir spüren immer mehr die Phasen extremer Trockenheit, ebenso wie die Zahl von Starkregen-Ereignissen und Stürmen.
Umso mehr spielen die Parks, Gärten und Grünflächen eine zunehmend wichtige Rolle als „Puffer“ gegen den Klimawandel. Sie sorgen für frische Luft und nehmen das Niederschlagswasser von Regen auf. Bäume spenden Schatten und erhöhen die Luftfeuchtigkeit. Begrünte Dächer kühlen im Sommer die darunter liegende Gebäude. Und das alles als kostenfreier „Service“ für Jedermann.
Es wird also deutlich, dass Bäume und Grünflächen wertvolle Helfer bei der Anpassung an klimatischen Veränderungen sind.

 

Weitere Informationen zu anderen Gartenprojekte in Frankfurt unter frankfurter-beete.de

 

 

Text: dol



 

Bilderquellen:
Teaserbild_UrbanGardening: https://extension.umd.edu/news/“grow-anywhere”-gardening-expo-silver-spring
Bild Übersichtskarte: Heft Frankfurt Gärtnert/Ausgabe 02
KuNo im Norden: kunst-im-nordend.de
Griesheimer Bahnhofsgärtchen: facebook.com/griesheimerbahnhofsgaertchen
Frankfurter Garten: frankfuter-garten.de
Gallus Garten: frankfurter-beete.de
Rödelheimer Bahnhofsgrün: frankfurter-beete.de
Gartenprojekt Lortzingstraße: frankfurter-beete.de
Riederwälder Garten: anstiftung.de
Historisches Rosengärtchen: frankfurter-beete.de 
Ginnheimer Kichplatzgärtchen: facebook.com/kirchplatzgaertchen
Mitmachgarten der GFFB: gffb.de

 

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