Spielplatz Die Eschenheimer Anlage lädt an einem Sonnentag die Frankfurter zu einem ausgedehnten Spaziergang ein. Sie erstreckt sich vom Friedberger Tor bis zum Eschenheimer Tor.

 

 

1806 wurde Sebastian Rinz aus Aschaffenburg geholt, wo er als Assistent von Franz Ludwig Bode arbeitete und Grünanlagen im Englischen Gartenstil anlegte, um in Frankfurt die Wallanlagen zu gestalten.

Dementsprechend entwarf Sebastian Rinz die Eschenheimer Anlage als Stadtgarten. Sie misst heute eine Fläche von 3,39 ha.

Danach kehrte er im Dezember 1906 nach Aschaffenburg zurück, wurde aber bald wieder zurückgeholt, weil die Frankfurter Gärtner mit der Pflege und Instandhaltung eines Landschaftsgartens überfordert waren.

 

Unser Spaziergang beginnt am Friedberger Tor:

 

 

Gleich zu Anfang befindet sich am Scheffeleck ein Kinderspielplatz mit allerhand Schaukeln, Rutschen und Klettertürmen. Geschützt durch den Schatten der Bäume können sich die Kleinen austoben, während sich die Eltern auf einer der vielen Bänke ausruhen können.

 

WP 20160907 12 32 02 ProKirchner FeinCafé

 

Nur ein paar Meter entfernt befindet sich eine ehemalige Trinkhalle. Dieses Wasserhäuschen wurde zu einem echten Kleinod umgebaut. Liebevoll hat die neue Pächterin daraus ein klitzekleines "Café Fein" gemacht, wo sie selbstgebackene Brownies, Kaffee und Kaltgetränke aller Art anbietet. Es ist nicht ganz billig, aber den einen oder anderen Kaffee kann man schon mal trinken.
An warmen Tagen kann man an gedeckten Tischen draußen sitzen. Aber ein Highlight ist ein winziger Raum der pittoresk arrangiert ist. Dort ist man auch willkommen, wenn es mal regnet oder kühl geworden ist.

In unmittelbarer Nähe steht das Denkmal des Geschichtsschreibers Anton Kirchner (14. Juli 1779 - 31. Dezember 1834).
Zu seinem 100. Geburtstag wurde es 1879 von Heinrich Petry errichtet.

 

Wir kreuzen die Petersstraße, die die Eschenheimer Anlage zerschneidet, um dann gleich wieder in die Grünanlage einzutauchen.

 

Es dauert nicht lange und wir kommen an einen weiteren Spielplatz. Dieses Areal ist weitläufiger und bietet viel Platz für sportliche Aktivitäten der Kinder und Jugendliche. So gibt es ein Fußballtor zum Bolzen, einen Basketballkorb, sowie andere Sporteinrichtungen, wie z. B. ein Badmintonnetz. Aber auch hier gibt es genug zu entdecken, zu rutschen und zu klettern.

Unweit, in der Eschenheimer Anlage 29, befindet sich das „Maurische Haus“. Es ist ein wahres Unikat in Frankfurt und deshalb denkmalgeschützt.
1856/57 wurde es errichtet von dem Maurermeister J.F. Weinsprenger.
Mit seinen sternförmigen Fenstern, und im orientalischen Stil erbaut, erinnert die Villa an einen Palast aus „1001 Nacht“.

 

 

SpielplatzISpielplatz IIMaurisch IMaurisch II

 

 

Wir schlendern weiter in westlicher Richtung und kommen an zwei Skulpturen vorbei. Beide stammen aus dem Jahr 1983.
Die erste ist ein mürrisch „Sitzender“. Die Figur besteht aus Sandstein und wurde von Michael Siebel gestaltet.

Die zweite besteht aus Bronze und hört auf den Namen „Betty“. Sie ist lebensgroß und steht direkt vis-à-vis. Die Künstlerin Wanda Pratschke schuf diese üppige Plastik mit den ausladenden Hüften und dem entgegengesetzt zierlichen Kopf.

 

SitzenderDer Sitzende   BettyBetty

 

Gehen wir an den Figuren vorbei kommen wir an das Denkmal für Philipp Reis von 1919. Es erinnert an die Vorführung des von ihm erfundenen Instruments mit dem man Töne auf beliebige Entfernungen fortpflanzen kann. Für uns besser bekannt als „Telefon“.

Am 26.Oktober 1861 führte er seinen Prototyp im Physikalischen Verein zu Frankfurt vor. Leider hatte damals in Deutschland niemand Interesse an dieser Erfindung bekundet. So blieb eine wirtschaftliche Nutzung dieser bahnbrechenden Entdeckung aus.
Es dauerte bis 1876 bis Alexander Graham Bell die Weiterentwicklung und gebrauchsfähige Einführung des Telefons vollzog. Er brachte damit den heute größten Telekommunikationskonzern AT&T auf den Weg.

 

 

 

ReisReis InschriftP.ReisReis Inschrift II

 

 

Inschrift des Denkmals:

PHILIPP REIS                                                                             Zum Gedächtnis
Erfinder                                                                                      Des An Die Erste    
Telefons                                                                                     Vorführung
Geboren Zu                                                                               Seiner Erfindung
Gelnhausen 1834                                                                      Im Frankfurter
Gestorben Zu                                                                             Physikalischen Verein
Friedrichsdorf 1874                                                                    20. Oktober 1861

 

 

Hinter dem Philipp Reis Denkmal geht es ein paar Stufen hinab zum Bürgerpark.
Das ist praktisch ein Park im Park. Es ist ein ganz besonderer Platz, den selbst viele Frankfurter nicht kennen, da er etwas tiefer liegt und somit nicht einsehbar ist.
Er wurde 1982 von den Landschaftsarchitekten Bert Maecker und Ute Lienemeyer gestaltet. In einem Halbkreis sind Beete und Buchsbäume angelegt. An der nördlichen Stirnseite befindet sich ein Wandbrunnen aus dem ein Medusenhaupt hinausragt. Leider ist der Brunnen trocken und kein Wasser fließt im Moment in das Bassin.

 

 

BürgerparkBürgerpark IIBürgerpark IIIBrunnen

 

 

In der Mitte des Gartens ist eine Sonnenuhr installiert, auf der man bei Sonnenschein wunderbar die Zeit ablesen kann.
Obwohl man sich mitten in der Stadt befindet, dringen der Verkehrslärm und das Rauschen der Stadt nicht bis in diesen Garten hinein. Es ist ein Kleinod mitten in Frankfurt, der gerne um die Mittagszeit von Büroleuten genutzt wird.

 

 SonnenuhrHier kann man die Uhrzeit ablesen: 12:50 UhrSonnenuhr II

 

 

 

Über dem Bürgerpark prangt ein weiteres sehenswertes Detail, dem viele Besucher keine Aufmerksamkeit schenken - nämlich dem „Saasfee Pavillon“.

Bei ihm handelt es sich um einen gläsernen Kubus aus den siebziger Jahren. Früher war in den Räumen mal eine Bank ansässig. Seit November 2008 ist es eine Galerie, in der Kunst, Design und Fotos ausgestellt werden. Auch DJs halten ab und an Einzug und legen elektronische Musik auf. So gesehen hatte die Bankenkrise also auch was Gutes.

 

 

SaasfeeSaasfee IIPavillonPavillonII

 

Man kann sich noch das Bayer Haus (heutiges Flemming Hotel) anschauen. Es ist ein Gebäude aus den 50er Jahren und ist heute ein Hotel mit einer herrlichen Dachterrasse.
Man kann kostenfrei mit einem Paternoster hochfahren und bei gutem Wetter und einem Getränk die Aussicht genießen.

 

Flemming Hotel

 

Nun sind wir am Eschenheimer Tor angekommen, die das Ende der Anlage beschließt.
Sehenswert ist der Eschersheimer Turm, den man ebenfalls besteigen kann.

 

 

 Eschersheimer Turm

 

Nun sind wir aber wirklich am Ende unseres Rundgangs.

Wenn man noch weiter spazieren möchte, gäbe es die Möglichkeit gegenüber in die Bockenheimer Anlage zu gehen, die den Anlagenring fortsetzt.

 

Anfahrt: S-Bahn oder U-Bahn bis Station Konstablerwache. Tram 12 oder Tram 18, Station Hessendenkmal.

 

 

Text und Fotos: (m.u)

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