BethmannweiherDie Friedberger Anlage ist mit 5,35 ha Fläche die größte Parkanlage der Frankfurter Wallanlage. Sie schließt sich direkt an die Obermainanlage an und erstreckt sich vom Allerheiligentor bis zum Friedberger Tor.

 

 

 

 

Der Spaziergang beginnt am Allerheiligentor. Dort kann man ganz bequem mit der Tram 11 oder 14 anreisen.

 

 

Schon beim Eintritt in die Friedberger Anlage wird man mit LIEBE empfangen.

 

LIEBE

 

Eine Skulptur aus Metall mit lebensgroßen Buchstaben bildet dieses Wort. Es ist ein Kunstwerk von der Frankfurter Künstlerin Cornelia Heier. Seit 2005 steht es nun da schon und zeigt auf imposante Weise, dass alte LIEBE auch rosten kann.
Der bezeichnende Titel ist: „Metaphorik eines emotionalen Zustands“.

 

 

Ein paar Schritte weiter kommen wir an dem 1943 erbauten Luftschutzbunker an der Friedberger Anlage 5-6 vorbei.
Dort stand bis 1938 die größte Synagoge Frankfurts. Sie wurde 1907 in Form eines Jugendstilbaus errichtet und zählte zu einer der größten Synagogen Europas.

 

Bunker

 

In der Progromnacht am 9. November 1938 wurde sie in einer von Nationalsozialisten initiierten Brandstiftung Opfer der Flammen. An sie erinnert eine Gedenkstätte in Form von zwei schwarzen, massiven Granitblöcken. Durch diese muss sich der Besucher zwängen um an die Gedenkplatten zu gelangen. Dieser Durchgang symbolisiert die Enge und verzweifelte Situation der Opfer des Nationalsozialismus.

 

 

Nach diesem unerquicklichen Abschnitt geht es an einen erfreulicheren Ort.
Die Hausbar  


HausbarDabei handelt es sich um ein umgebautes Toilettenhäuschen von 1906. Viele Jahre ließ es die Stadt verfallen. Sie schlossen die kleine Bedürfnisanstalt einfach zu und überließen sie ihrem Schicksal.

Bis 2006 ein pfiffiger Gastronom kam und in Eigenarbeit das Objekt zu einer Bar umbaute. Monatelang war er nur damit beschäftigt den Taubenkot vom Dach mühsam abzutragen. Aber nach langer Umbauzeit eröffnete dort eine Bar. Hier wird nachts gefeiert. Und man kann es auch für private Feiern anmieten.
Es ist direkt im Grünen gelegen und hat in den Sommermonaten einen sehr schönen Außenbereich. Dort kann man einen Kaffee oder ein Kaltgetränk - auf einer netten Terrasse mit Blick in die Anlage - zu sich nehmen.

 

 

Direkt gegenüber ist das wunderbare Uhrtürmchen

 

UhrtürmchenIm Schnittpunkt von vier Straßen - Friedberger Anlage, Sandweg, Pfingstweidstraße und Zeil – steht es anmutig auf einer kleinen Insel und trotzt dem Verkehr.
Das Uhrtürmchen wurde 1894 vom Ostend-Verein errichtet. Der Ostend-Verein bestand aus einer Vereinigung ansässiger Geschäftsleute. 2014 wurde es abgebaut. Nach einer Rundumrenovierung wurde es dann im Jahre 2015 wieder aufgestellt und feierlich eingeweiht. Dank zahlreicher privater Spenden und den Freunden Frankfurts konnte das vom Zerfall bedrohte Bauwerk restauriert und gerettet werden.

 

 

 

Über die Zeil hinweg setzt sich die Friedberger Anlage fort.

 

 

Mahr Platte

Gleich am Anfang erinnert eine große Tafel auf dem Rasen an Georg Mahr. Er war der letzte Bürgermeister der Freien Stadt Frankfurt. An seinem 59. Geburtstag, am Morgen des 24. Juli 1866, nahm er sich das Leben, da er den Verlust der städtischen Freiheit und die Repressalien der preußischen Besatzungsarmee nicht ertragen konnte.

 

 

 

RinzGehen wir ein paar Schritte weiter, kommen wir an das Denkmal zu Ehren von Sebastian Rinz. Er war Stadtgärtner und Mitschöpfer der Frankfurter Wallanlagen. Das Denkmal ist aus dem Jahre 1892. Die Statue hat Heinrich Petry gestaltet.

 

 

 

 

 

OdeonUnweit steht das frühere Odeon.
Das klassizistische Gartenhäuschen wurde 1812 von Simon Moritz von Bethmann gebaut. Er ließ es als Ausstellungshalle für seine Antikensammlung errichten und eröffnete somit das erste öffentlich zugängliche Museum in Frankfurt. Zurzeit befindet es sich im Umbau.

 

 

 

Am Ende der Friedberger Anlage befindet sich dann noch der Bethmannweiher. Wasserfontänen schießen von Zeit zu Zeit aus der Mitte des Weihers und eine wunderschöne Trauerweide hängt mit den Zweigen im Wasser. 1865 erwarb Frankfurt diesen Teil der Anlage und die Bürger bedankten sich bei dem Philanthrop Moritz von Bethmann 1868 mit einer Büste. Hier kann man sich es auf einer Bank gemütlich machen und den Enten und Vögeln zusehen. Auch ein Reiher kommt dann und wann und schaut nach seinem Revier.

 

Wasserfontäne

 


Geht man noch ein weiteres Stück zum Ausgang Friedberger Tor kommt man an der 1859 gepflanzten Schiller-Eiche vorbei.

 

 

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Nun sind wir mit dem Rundgang am Ende.

 

 

Für alle Eltern bleibt noch zu sagen:
In der Friedberger Anlage gibt es zwei Kinderspielplätze.

 

Man darf natürlich den Weg an einem anderen schönen Tag fortsetzten. Entweder kann man in den Bethmannpark weiter flanieren oder in die angrenzende Eschenheimer Anlage hinüber gehen.

 

Erreichbarkeit: Tram 11, Tram 14 (Station Allerheiligentor)

 

Text und Fotos: (m.u.)

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