Harheim teaserHarheim wurde als „Horeheim“ im Güterverzeichnis des Klosters Lorsch 786 erstmals urkundlich erwähnt - sieben Jahre vor der ersten Erwähnung Frankfurts! Außerdem hat die Entdeckung einer Quelle Kurort-Phantasien geweckt.

 

 

Nach dem Kloster waren Karolinger, Falkensteiner, Eppsteiner, die Kurmainzer und das Herzogtum Nassau Eigentümer der Ländereien. Die Römer siedelten hier, der Bonifatiusweg führt am Ort vorbei und gegen die Eingemeindung nach Frankfurt 1972 regte sich heftiger Widerstand. Ihr Widerstand bescherte den Einwohnern des Ortes sogar Filmruhm, als er in dem Fernsehsechsteiler („Die Wilsheimer) mit Laien­schauspielern aus dem Ort nachgestellt wurde.

1985 entdeckte der Harheimer Tiefbauunternehmer Wilhelm-Friedrich Weiler eine solehaltige Quelle, die weitere Erschließung und der Traum eines Kurbetriebes scheiterte aber an den Baukosten. Die Ruhe, die Natur und Orte wie „Am Born“, die Marienkapelle von 1763 oder das Ufer des Eschbachs machen Harheim vielleicht zu einer „heimlichen“ Kurstadt, die von Streuobstwiesen und Äckern umgeben ist. Nicht weit entfernt liegt als beliebtes Ausflugsziel der Alte Flugplatz Bonames-Kalbach, wo Besucher auf der ehemaligen Helikopter-Landebahn des US-Militärs Inline skaten oder ins Tower-Café einkehren können. Gemeinsam mit der Senckenberg-Gesellschaft verwirklicht hier das Grünflächenamt eine Renaturierungs-Studie und eine Lernstation für Kinder und Jugendliche, „Landschaftslotsen“ informieren über Frösche, Vögel und Pflanzen. Außerdem befindet sich auf dem Gelände seit 1992 das Feuerwehrmuseum Frankfurt, in dem Helme, Mützen, Uniformen, Atemschutzgeräte, Urkunden und historische Löschfahrzeuge ausgestellt sind.

Städtische Züge trägt der Stadtteil, der sich zur 1200-Jahr-Feier ein neues Ortszentrum gönnte, zwar nicht - das Vereinsleben für die 4782 Einwohner (Stand: Dezember 2017) ist aber beeindruckend. So organisiert der Vereinsring einen der schönsten Weihnachtsmärkte der Region mit einer lebensgroßen Weihnachtskrippe und echten Tieren. 

Rund 18 Vereine bieten Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, darunter Tennis-, Turn- und Karatevereine, zwei Chöre, ein Musikverein, die Motorradfreunde, die Ortsbauernschaft und ein Pudelklub. Fünf Gaststätten bieten deutsche und internationale Küche. Im Hotel „Harheimer Hof“ der Familie Weiler kann ebenso gespeist werden wie am Sportplatz in der entlegenen Gaststätte „Im Abseits“. Deutsche und indische Küche bietet die „Perle“ im Bürgerhaus, auch ein beliebter Ort für große indische Feste mit Trachten.

 

Text: rub

Bild: thing-frankfurt.de 

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