Frankfurt OsthafenVon 1883 bis 1886 wurden zwischen der Mainmündung und Frankfurt fünf Staustufen errichtet. So erreichte man im Main eine garantierte Fahrwassertiefe von 2,20 Metern, die den Fluss als Wasserstraße attraktiver machte. 

 

 

Mit der Kanalisierung des Mains wurde auch der Bau geschützter Hafenbecken notwendig. Noch in den fünfziger Jahren vorigen Jahrhunderts prägten Kohlehalden das Bild der Hafengrundstücke. Viele Menschen heizten mit Kohle. Als die Kohleöfen verschwanden, änderte sich das Bild des Hafengebietes: Statt der Halden wurden Flächen für Logistik, Baustoffe und Container errichtet. Viele Unternehmen, Werbeagenturen aber auch soziale Einrichtungen verbinden heute das einst unattraktive Gewerbegebiet mit der Innenstadt.

 

Schwedlersee
Der Schwedlersee ist ein künstlicher See im Frankfurter Osthafen. Er wurde für die Erweiterung des Hafen-Nordbeckens ausgehoben, jedoch nie mit diesem verbunden. Die Grube füllte sich mit Grundwasser und dient seit 1920 als Freizeitgebiet und Schwimmbad des 1. Frankfurter Schwimmclubs 1891 e.V. – einem der ältesten deutschen Schwimmvereine.
Der See ist rundum von Bäumen und Büschen umstanden. In ihm gibt es zahlreiche Fischarten. Zur Fauna zählen auch Eisvögel und Kormorane, Libellen, Wasser­schildkröten und Muscheln. Auf der Westseite des Sees befindet sich das Vereinsheim. Schwimmen darf hier nur, wer Vereinsmitglied ist. Die große Terrasse am Wasser, eine Bar und ein Grill – der Schwedlersee ist eine der schönsten Sommerlocations in Frankfurt.
Hundert Meter entfernt liegt am Franziusplatz das älteste der noch vorhandenen 300 Wasserhäuschen in Frankfurt, eröffnet im Jahr 1912.  MG 2072Kiosk jöst1 1280x853 Die meisten Frankfurter Trinkhallen gehörten seit Anfang des 20. Jahrhunderts der Firma Jöst, bis sie in den 1970 Jahren an die Henninger Brauerei verkauft wurden. Was an dem Wasserhäuschen noch vom Original- Bau stammt ist eine Laterne, die unter Denkmalschutz steht. Seit Juni 2018 findet hier das „Grünwärts-Festival“ von PIER F, einer Bildungs- und Begegnungsstätte zu den Themen Nach­haltigkeit und Innovation und der Gruppe Transition Town Frankfurt statt, die sich beide für ein klimafreundliches und nachhaltiges Frankfurt stark machen.

  

Größter Neubau des Hafengebietes ist die Europäische Zentralbank. Errichtet von 2008-2012 auf dem Gelände der ehemaligen Großmarkthalle, kostete das Projekt 1,3 Milliarden Euro, 450 Millionen Euro mehr als geplant. Mit dem Tausch von Grundstücken  MG 2076ezb sportpark 1280x853 wurde Frankfurt die Gestaltung eines anliegenden Hafenparks mit Skate- und Bikeanlage im Norden, einem „Sportband“ in der Mitte und einem „Wiesenband“ im südlichen Teil ermöglicht. Neben schon seit Jahren im Viertel ansässigen Institutionen wie der Jungen Deutschen Philharmonie, dem Ensemble Modern, der Internationalen Ensemble Modern Akade­mie oder der Romanfabrik, prägen zunehmend in den letzten Jahren zugezogene Akteure das kulturelle Leben des Stadtteils – das Atelierfrankfurt, der Kunstverein Familie Montez und Medico International. Sie betreiben gemeinsam die Internetseite www.ostport.de .

 

Das Atelier Frankfurt e.V. und die Sammlung Loulakis

Das Atelier in der Nähe der Hanauer Landstrasse ist Hessens größtes Kunstzentrum. Es befindet sich im Gebäude des ehemaligen Alexander Loulakis Getränkevertriebes, früher auch Sitz der Lebensmittel-Einzelhandelskette Latscha im Frankfurter Osten. Von Kindheit an sammelte Loulakis Schellackplatten; vor allem Salon-Caféhaus- und Tanzmusik sowie Jazz und Swing.  MG 2052atelier FFM 1280x853 Loulakis galt als ausgewiesener Fachmann für die Leichte Musik der 1930er bis 1950er Jahre. Seine Sammlung an Schellackplatten enthält über 420.000 Titel und ist damit wahrscheinlich die größte Privatsammlung Deutschlands. Sie umfasst auch Musik­wiedergabegeräte jener Jahre, vom Trichtergrammophon bis zur Musikbox und vom Volksempfänger bis zum Radio mit dem Magischen Auge. Das Loulakis-Archiv kann nach Voranmeldung bei der Verwaltung  auch besichtigt werden. Der Magistrat der Stadt Frankfurt hat die Anmietung der Liegenschaft in der Schwedlerstraße und die Untervermietung an den Verein Atelierfrankfurt e.V für zehn Jahre beschlossen. 29 der 130 Ateliers werden von der Stadt gefördert, bei ihnen liegt die Quadratmeter-Miete nur bei 3,75 Euro. Im Rahmen der „Open Studios“ öffnet das Künstlerhaus jährlich im November für drei Tage seine Pforten. Besucher sind dann bei freiem Eintritt eingeladen, auf sechs Stockwerken die Arbeitswelten von über 220 Künstlern und Kreativen zu erleben. Diese entwickeln für die Veranstaltung ein vielseitiges Programm, welches von Ausstellungen, über Konzerte und Performances bis hin zu Installationen fast alles umfasst, was die Kunstwelt zu bieten hat. Auch für Unterhaltung ist gesorgt. In Modekabinen kann Kleidung von hauseigenen Designern gekauft werden. Neben der Kantine und der Pop-up-Bar „Rampe“ sorgt die „Galerie“ durchgängig für das leibliche Wohl aller Besucher.

 

Kunstverein Familie Montez

Der Kunstverein Familie Montez in den Hallen der Honsellbrücke widmet sich der Vermittlung zeitgenössischer Kunst. Er wurde 2007 von den Künstlern Mirek Macke und Anja Czioska in den Räumen des Städelhofes in der Breiten Gasse an der Ost-Zeil gegründet. Die ehemalige Lagerhalle wurde zu einem 1300m² grossen Aus­stellungszentrum. Hier organisierte der Kunstverein Vortragsreihen, Filmprogramme, Performances und Musikveranstaltungen.  MG 2087Montez 1280x853

Anlässlich der Ausstellung „Ab 18“ im November 2010 wurde die Frankfurter Bauaufsicht auf den Kunstverein aufmerk­sam und erteilte eine Nutzungs­untersagung wegen Sicherheitsmängeln. Um die Brandschutzauflagen zu erfüllen, wurden Umbaumaßnahmen nötig. Direktor Mirek Macke organisierte eine Auktion zur Rettung des Vereines. Etwa 100 Gemälde, Fotografien und Objekte brachten einen Erlös von 25.000 Euro und damit den finanziellen Grundstein für den Umbau. Nach dem Eigentümerwechsel des Grundstückes musste der Kunstverein dennoch seinen Sitz in der Innenstadt 2012 endgültig schließen. 2013 plante Mirek Macke den Neuanfang für den Kunstverein in den denkmalgeschützten Rundbögen der Honsellbrücke. Während der Umbauarbeiten fand eine Wanderausstellung mit anderen Galerien und Ausstellungsräumen statt, die in den Städten Weimar, Hamburg, Stuttgart, Karlsruhe, Berlin, Leipzig und Köln präsentiert wurde. Seit 2014 hat der Verein seinen festen Sitz in der Honsellbrücke am Osthafen.

 

Hafenfest
Alle zwei Jahre führt die Managmentgesellschaft Hafen und Markt (HFM) die Tradition der Frankfurter Hafenfeste fort. Entlang der Lindleystraße erleben die Besucher an einem Wochenende tagsüber ein Familien-, Sport- und Hafenprogramm mit zahlreichen Programmpunkten wie Hafenrundfahrten. Abends finden auf mehreren Bühnen Konzerte und DJ-Acts statt.

 

Text: rub

Bilder: Pet und HFM Frankfurt

 

 

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