Galluswarte damals

Jeder Frankfurter kennt das Gallus und sein im Jahre 1414 erbautes Wahrzeichen, die Galluswarte, die damals Galgenwarte hieß.

 

 

 

Jeder Frankfurter kennt das Gallus und sein im Jahre 1414 erbautes Wahrzeichen „Die Galluswarte“, damals „Die Galgenwarte„. Das Wahrzeichen ist eins der ältesten von vier erhaltenen Warttürmen der Frankfurter Landwehr und ist namensgebend für den Stadtteil.

Das Gallustor um 1800

 

 

 

 

 

 

Foto: Das Gallustor um 1800

 

Im Mittelalter wurde das Gallusviertel „Galgenfeld“ genannt und erstreckte sich westlich der mittelalterlichen Stadtgrenze Frankfurts. Während der Belagerung Frankfurts 1552 durch Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach wurde die Galluswarte zerstört und die Umgebung verwüstet. Die Warte wurde später wieder aufgebaut.

Galgenfeld mit dem Galgen 1782

 

 

 

 

 

 

Foto: Galgenfeld mit dem Galgen 1782

 

Durch Kurfürst Emmerich Josefs und einvernehmlich mit Frankfurt wurde 1746 die Mainzer Landstraße ausgebaut. 1815 reicht das Frankfurter Stadtgebiet in etwa bis an die heutige Mönchhofstraße.

 

Durch die Eröffnung des Frankfurter Hauptbahnhofs 1888 wurde der Stadtteil Gallus der Sitz von einigen Industrie- und Handwerksbetrieben, was viele Jahre das Bild und Geschehen des Stadtteils prägte. Die bekanntesten Betriebe waren und sind wohl die Adlerwerke mit ihrer Auto-, Zweirad- und Büromaschinen-Produktion, Eisengießerei Mayfahrt & Co, die Bremsenfabrik Alfred Teves und Harry Fulds Telefonbauer. Die erste deutsche Schreibmaschine verlässt 1898 die Adlerwerke. 

Ph. Mayfarth & Co.

 

 

 

 Frankfurt am Main Kupferstich 1730

Den Backsteinpalästen der Fabriken, die noch heute dem Gallus das Aushängeschild geben, folgten die Arbeiter. Zunehmend siedelten sich auch andere Unternehmen an, wie z.B. Transportbetriebe. Es entstanden Arbeitersiedlungen, wie die Hellerhof-Siedlung und Friedrich-Ebert-Siedlung. Etwa 15.400 Einwohner wohnten 1905 im Gallusviertel. Die Bebauung des Gallusviertels 1920 erreicht an der Mönchhofstraße ihren westlichen Abschluss. Was mich selber sehr erstaunt hat als gebürtige Frankfurterin, dass im Gallusviertel am Rebstockgelände 1924 der Frankfurter Flughafen zu finden war. Dort wurden 1928 auch Versuche mit Raketenflugzeugen gemacht. Im Jahre 1939 zählte man schon 39.933 Einwohner im Gallusviertel. Durch Luftangriffe der Alliierten 1944 im zweiten Weltkrieg kam es zu schweren Zerstörungen im Stadtteil Gallus. Nach dem zweiten Weltkrieg 1950 sank die Einwohnerzahl auf 29.000 Einwohner.

Die Galluswarte heute

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Die Galluswarte heute 

 

In der Nachkriegszeit nutzten viele Autohäuser die Lage auf der Mainzer Landstraße, die wohl bekannteste Straße im Gallus und Frankfurt. 1951 erhielt die Galluswarte eine Renovierung. Die Galluswarte bekam 1978 einen neuen Verputz.

1926 Georg von Opel Neubau Georg von Opel eröffnete aber erst 1926 im Gallusviertel auf der Mainzer Landstrasse eine erste Hauptniederlassung

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Georg von Opel eröffnete 1926 im Gallusviertel auf der Mainzer Landstrasse eine erste Hauptniederlassung 

 

Die Mainzer Landstraße zieht sich quer durch das Gallus und verbindet den Hauptbahnhof mit Griesheim und Höchst im Westen von Frankfurt. Da Gallus zwischen dem Gleisvorfeld des Hauptbahnhofs und den Gleisen des Hauptgüterbahnhofs (heute Europaviertel) liegt, fand jahrzehntelang kaum Stadt-entwicklung statt. Einige Straßen wurden und werden noch heute als soziale Probleme angesehen aufgrund unterschiedlicher Lebensläufe der Menschen (soziale Sicherheit, Einwanderung, Drogen- oder Alkoholmissbrauch), wodurch das Gallus zu einem nicht beliebten Viertel wurde. Mit dem Zusammenbruch der Industrie in den 80ern und 90ern veränderte das Gallus sein Gesicht. Mitte der 1980er Jahre hält die Zeitung Frankfurter Allgemeine Einzug in die Büro- und Redaktionsgebäude Hellerhofstraße/Frankenallee und sind heute noch dort zu finden.

Heute jedoch ist das Gallus (bis 2007 offiziell Gallusviertel genannt) ein Stadtteil im Wandel und hat viel mehr zu bieten als viele Einheimische und Außenstehende denken. Durch die Aufgabe des Güterbahnhofs durch die Deutsche Bahn 1996 entstand 2006 das Europaviertel, was das Gallus zu neuem Ruf und Möglichkeiten verhalf.

Europaviertel gesehen vom Europagarten aus

 

 

 

 

 

 

 Foto:  Europaviertel gesehen vom Europagarten aus (2011)

 

Das Europaviertel zeichnet sich als lebendiges Viertel mit Wohnungen, Büros, Hotels und Parks aus, wovon das Gallus profitiert. Das ist auch der Grund, warum wieder mehr Menschen ins Gallus ziehen wollen. Auch wird das Gallus nach und nach verschönert. In vielen Ecken wird saniert oder neu gebaut. Nachdem weitestgehend die meisten Autohäuser auf der Mainzer Landstraße verschwanden, ließen sich immer mehr Cafés, Bistros und Dienstleistungsfirmen nieder. Das große Bürohaus auf der Mainzer Landstraße 323-329, wo vor Jahren noch das Frankfurter Ordnungsamt und Straßenverkehrsamt sesshaft waren, wurde neu saniert und dient heute als Studentenwohnheim. Das hat sicherlich zu Folge, dass im Gallus immer mehr jüngere Menschen Einzug halten und das Viertel dadurch lebendiger wird. Im Gegensatz zu früher, ist das Gallus heute gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Die Straßenbahnlinien 11 und 21, Buslinie 52 sowie das S-Bahnnetz mit den S-Bahnen S3, S4, S5 und S6 halten an der Haltestelle Galluswarte. Erstmals konnte man die Strecke Hauptbahnhof - Galluswarte 1895 mit einer Akkumulatoren-Straßenbahn erreichen, diese wurde von dem Amerikaner Edison erfunden.

Akkumulatoren Straßenbahn

 

 

 

 

 

  

 

Foto: Akkumulatoren Straßenbahn

 

1902 wurde die Straßenbahnlinie bis zur Rebstöcker Straße ver-längert. 1930 gab es dann die Verlängerung der Straßenbahnlinie 14 bis Griesheim über Mainzer Landstraße/Waldschulstraße.

Ich selber lebe seit 2006 im Gallus und habe die Veränderung seit der Planung und Fertigstellung des Europaviertels live mitbekommen. Den Umschwung im Gallus kann man schon gut sehen, wie ich finde. Mir selber gefallen die unterschiedlichen Menschen mit ihren Nationalitäten im Gallus. Viele Einheimische sehen ein Problem darin, mir persönlich sind solche Probleme nicht aufgefallen. Ich lebe wirklich sehr gerne im Gallus und fühle mich wohl dort.

so soll das Europaviertel mal ausehen wenn alles fertig istFoto: So soll das Europaviertel aussehen wenn es fertig ist

 

Autor: dol

 

 

Europaviertel vom Europagarten aus gesehen (Juli 2011)

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