ZeilsheimTeaserIMG 3866„Das ist wahrscheinlich die letzte deutsche Kolonie“, sagte Herr D. und schmunzelte, als er mein erstauntes Gesicht sah. Eine Kolonie? In Frankfurt?

 

 

 

Die Zeilsheimer Kolonie bezeichnet eine im Jugendstil angelegte Wohnsiedlung.
Sie wurde zwischen 1900 und 1925 in zwei Bauabschnitten errichtet. 
ZeilsheimScaledIMG 3866Zwischen den Hauptstraßen Pfaffenwiese im Norden und Alt-Zeilsheim/West-Höchster-Straße im Süden gelegen, steht die als souveräne Stadt konzipierte Siedlung unter Denkmalschutz.
Sie wurde von den damaligen Farbwerken Höchst erbaut, und diente den Mitarbeitern der Firma als günstiger Wohnraum unweit des Werkgeländes.
IMG 3871Scaled556Die Käthe-Kollwitz-Schule, 1901 ebenfalls von den Farbwerken erbaut, versorgte mit einem an einen Tiefbrunnen angeschlossenen Wasserreservoir die Kolonie mit Wasser.
Weiter in westlicher Richtung gelangt man in die im historischen Ortskern gelegene Straße Alt-Zeilsheim.. IMG 3874.556Die Straße, die auch zur Bonifatius–Route gehört, führt am ehemaligen öffentlichen Gemeindebrunnen vorbei. Die Trinkwasserleitung Zeilsheims wurde erst von 1911-1913 verlegt.
Zeilsheim ist der westlichste Stadtteil Frankfurts, zählt ca. 12.000 Einwohner, und wurde am 1. April 1928 nach Frankfurt am Main eingemeindet.
IMG 3876Scaled556An der 1818/1819 erbauten katholischen, klassizistischen St. Bartholomäus-Kirche vorbei befindet man sich im dörflichen Zeilsheim.
IMG 0823Scaled556Hier säumen Fachwerkhäuser die Dorfstraße, und beim Einbiegen in die Straße Pfaffenwiese ist das Heimatmuseum zu finden.
Folgt man der Straße, erreicht man über die Seitenstraße Bechtensteinstraße die Stadthalle Zeilsheim.IMG 3889Scaled3.556Hier, in einem jetzigen Park hinter dem Saalbaugebäude, befand sich nach dem zweiten Weltkrieg ein von der US-Army eingerichtetes Auffanglager.
In diesem Lager, das zwischen 1945 und 1948 existierte, waren sogenannte Displaced Persons – von den Nationalsozialisten verschleppte Zwangsarbeiter und bis zu 5000 jüdische KZ-Häftlinge untergebracht.
Die meist aus Polen stammenden Menschen warteten hier auf ihre Repatriierung oder Auswanderung.
Weiter entlang der Pfaffenwiese kommt man zur „Märchensiedlung“.
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Die Siedlung, die als Werkswohnungssiedlung der Höchst AG entstand, wurde zwischen 1954 und 1974 erbaut und verdankt ihren Namen Märchenmotiven an den Fassaden der Häuser.

IMG 0835Scaled556Mit einem Blick in die nach Frankfurt-Höchst führende malerische Alte Kastanienallée – einmalig in Frankfurt und ein Teil der Pfaffenwiese – ging es zur Bushaltestelle der Linie 54.
Die jetzt westlich gelegene Alte-Kolonie zeigte sich noch einmal in der frühen Nachmittagssonne bevor der S-Bahnhof Zeilsheim erreicht wurde.

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