Riederwald Teaserbild

Der Riederwald als 33. Stadtteil Frankfurts war ein von ehemaligen Seitenarmen des Mains überschwemmtes Sumpfgebiet.

Eine Besichtigung

 


Als einer der kleineren Stadtteile Frankfurts mit 4.911 Einwohnern zeichnet sich der Riederwald besonders durch seine zeittypische Siedlungsarchitektur aus. 1910 als Arbeitersiedlung gegründet, wurden zwischen 1810 und 1928 in drei Bauabschnitten im östlichen Teil zweigeschossige Doppelhausgruppen errichtet. Im westlichen Teil entstanden „expressionistische“ Flachdachhäuser nach Entwürfen des Architekten Ernst May.


Der 33 ha. große, im westlichen Teil gelegene Riederwald, wird mit seinem artenreichen Mischwaldbestand seit 1914 als Erholungsgebiet genutzt. Hier laden Spazierwege, Ruheplätze, Spielwiesen, ein Abenteuerspielplatz und ein um 1920 entstandenes Licht- und Luftbad zum Besuch ein.


Mit der U-Bahn Linie U7 gelangt man von der Konstablerwache ganz einfach zur Haltestelle Johanna-Tesch-Platz. Von dort geht es über die Max-Hirsch-Straße zum Wohnhaus der Sozialdemokratin Johanna Tesch, die nach einer Verschleppung durch die Nazis 1945 im KZ-Ravensbrück umkam. Der Riederwald als Arbeiterstadtteil, gilt seit seiner Entstehung 1910 als politisch „rot“, was auch am aktiven Widerstand seiner Bewohner in der Zeit des Nationalsozialismus zu sehen war.


Weiter geht es durch Torbögen in der Friedrich-List-Straße, über den Volgersbrunnenweg zur Sportanlage Riederwald, des dort ansässigen Vereins „Sportgemeinschaft Riederwald 1919 SGR e.V.“. Die Sportanlage selbst, wird von der „Eintracht Frankfurt e.V.“ betreut. Angrenzend befindet sich der „Abenteuerspielplatz Riederwald e.V.“, in dem Kinder unter pädagogischer Anleitung das erlaubt ist, was andernorts verboten ist: sägen und hämmern, im Dreck spielen, feuermachen und dergleichen.


Zurück über die Motzstraße gelangt man in die Raiffeisenstraße. Hier befindet sich die Kirche der evangelische Philippusgemeinde, die sich durch einen außergewöhnlichen „Kirchturm“, der aus einem offenen Stahlgerüst besteht, auszeichnet. Der ursprüngliche Kirchturm, 1961 errichtet, wurde 1995 geprengt, da sich die notwendig gewordenen Renovierungskosten als zu kostspielig erwiesen.


An der Kirche vorbei gelangt man rechter Hand in die Schäfflestraße. Die Schäfflestraße, ein „Wahrzeichen“ des Riederwalds wurde zwischen 1919 - 27 als „Riederwaldkolonie“ nach einem Entwurf der Architekten G. und C. Schmidt erstellt. Auch durch eine dreibögige, überbaute Toreinfahrt, an der Straße „Zum Erlenbruch“, gelangt man in den Innenbereich der Siedlung. Einer architektonischen Zeitreise gleich, kann der Besucher hier Wohnblocks unter Steildächern, begrünte Innenhöfe und die am 20. September 1931 eingeweihte katholische Heilig-Geist-Kirche besichtigen.

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok