teaser bahnhofsviertelSehenswertes, Seltenes und Seltsames im Bahn­hofs­viertel - das spannendste Frankfurter Stadtviertel verändert sich.

 

 

 

 

Haben Sie gerade mal 500 € übrig und wünschen sich ein Paar Schuhe, die endlich mal wie angegossen passen? Dann können Sie bei Schuhmacher Lenz in der Münchner Straße für Ihre Maßanfertigungen wählen zwischen, man höre und staune: Rochen-, Wasserbüffel-, Hai- oder Straußenleder. Lenz ist die älteste Schuhmacherei in Frankfurt, von Anfang an spezialisiert auf hochwertige Produkte und eine Institution im Bahnhofsviertel. Dieser Handwerksberuf zieht inzwischen auch wieder junge Leute und besonders Frauen an.

 

hammer

Im oberen Stock des Geschäfts betreibt Herr Lenz sein privates Hammermuseum, eine skurrile Sammlung von Exemplaren des wichtigsten Schuhmacherwerkzeugs. Der (angeblich oder tatsächlich) kleinste Hammer der Welt aus purem Gold ist nur durch eine Lupe zu erkennen, der berüchtigte, metho­disch oft angewandte Holzhammer lehnt in der Ecke, die Faustkeile hätten einem Neandertaler alle Ehre gemacht. Lenz ist zudem auch noch Vorsitzender des Gewerbeverbands und sehr rührig darin, das Image des schillernden Viertels aufzupolieren.

 

Eine kleinteilige Ladenlandschaft, wie sie langsam aber sicher aus den Städten verschwindet, die finden Sie hier noch. Zwei alte Leutchen betreiben, ebenfalls in der Münchner Straße, ein angestaubtes Tabakgeschäft. Hier können Sie ihr Zippo-Feuerzeug reparieren lassen oder eine Tonpfeife für garantiert unverfälschten Tabakgenuss zum Preis von 50 Cent erwerben.

 

Die größte Auswahl an Sojasoßen gibt es im Asiamarkt in der Kaiserstraße, daneben den klassischen Bagel mit Räucherlachs, Frischkäse und roten Zwiebeln. Exklusiver ist das Angebot in der Eckkneipe, die nach dem jüdischen Gangster aus Chicago Maxie Eisen benannt ist: Original Pastrami-Brötchen gibt es nämlich in Deutschland nur im Frankfurter Bahnhofsviertel und in Berlin.

 

Aus dem Tatort kennen wir das berüchtigte Moseleck, aus der Zeitung die Druckräume für Junkies, aus der Bahnhofsviertelnacht das Striplokal Pik-Dame. Abends geht es ins Orange Peel in der Kaiserstraße: Blues- und Swingjazz-Sessions für die Gesetzteren, DJs und wilde Parties für die Nachteulen.

 

"Wer vom Berliner Prenzlauer Berg die Nase voll hat, der lässt sich im Frankfurter Bahnhofsviertel nieder", sagte eine Bewohnerin im Interview für das Theaterstück "Frankfurter Rendezvous", das auf dem Platz vor dem Schauspiel aufgeführt wurde und sich u.a. mit Gentrifizierung auseinandersetzte. In jedem Fall ist es, schlechter Ruf hin oder her, nach wie vor das lebendigste Stadtviertel Frankfurts.

 

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