Teaserbild 01Die Nationalbibliothek Frankfurt präsentiert die Dauer­ausstellung des Deutschen Exilarchivs 1933-1945. Was bedeutet es, ins Exil gehen zu müssen? Was erlebt man dort? Gibt es ein Ende des Exils?

 

 

 MG 1858Etwa 500.000 Menschen wurden zwi­schen 1933-1945 aus dem Machtbe­reich der nationalsozialistischen Dik­tatur ins Exil gezwungen. Ausgestellt sind Zeugnisse dieses Exils: Publikat­ionen und Nachlässe. Gängiges Symbol für Flucht und Exil ist der Koffer. Die Aus­stellung zeigt ganz besondere Ex­emplare. Der Koffer fungierte als Be­gleiter der Flucht, diente im Exil als Speicher für das, was mitgenommen werden konnte - und wurde schließlich selbst zum Sammlungsgegenstand. Insgesamt sind 250 Exponate gezeigt. Die Ausstellung gliedert sich in die drei thematischen Hauptkapitel: Auf der Flucht - Im Exil - Nach dem Exil. Das erste Kapitel zeigt Exponate zu den Themen Fluchtwellen, Fluchtwege und Hilfe. Ausgestellt sind Pässe, Postkarten und Fahrkarten, die bei den drei großen Fluchtwellen 1933, 1935 und 1938 benutzt wurden. Verschiedene Zufluchtsländer boten den Exilierten Schutz. Eine Karte zeigt exemplarisch 24 Länder in den Grenzverläufen von 1933. Durch die Ausdehnung des nationalsozialistischen Machtbereichs ab 1938 wurden viele europä­ische Zufluchtsländer zu Transitländern, von denen aus man ein neues, sicheres Ziel suchen musste. Der zweite Teil der Ausstellung behandelt den Alltag im Exil. In diesem Themenbereich wird Auskunft über die Auswirkungen des Exils auf die Familie, Arbeit und die Sprache gegeben. Dies geschieht durch Exponate wie Mietverträge, Briefe, Stellenanzeigen und Wörterbücher.

  

Bild 3Außerdem gab es im Exil Formen des Wi­derstands wie z. B. Aufrufe von Thomas Mann. Im dritten Teil der Ausstellung wird darüber berichtet, dass nur wenige Ex­ilierte dauerhaft zurückkehrten. Das Exil markierte einen Bruch. Büro­kratische Hür­den wurden als kraftraubend erlebt. Dies­er Teil der Ausstellung zeigt Exponate wie Such­anzeigen nach Angehörigen in Zeitungen und Wiedereinbürgerungsbescheide. In dem Epilog: Exil und Archiv wird ein Hörbeispiel zur Sammlung weiterer Zeugnisse gegeben. Besondere Stücke kommen von Fritz Neumark, der immer wieder Exponate zur Sammlung beiträgt. Ein Zeitstrahl begleitet die Ausstellung und zeigt die wicht­igsten Ereignisse während der nationalsozialistischen Diktatur zwischen 1933-1945.

 

Text: Tup

Fotos: Pet

 

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