naxos Kino TeaserDas alternative Bürgerkino ist weit über die Grenzen Frankfurts bekannt. Immer häufiger erhält naxos.Kino Anfragen von Dokumentarfilmern aus allen Teilen Deutschlands. Besonders geschätzt sind die Filmgespräche, nicht zuletzt wegen ihrer Atmosphäre in der denkmalgeschützten Naxoshalle.

 

 

Fast vierzig Veranstaltungen – Filmabende mit Regisseuren, Fachleuten und Gästen aus Politik und Kultur – werden in einer Spielzeit in der alten Fabrikhalle präsentiert. Nur im Januar ist es zu kalt dafür. Das Kino befindet sich derzeit im Winterschlaf und nimmt seinen Spielbetrieb erst Anfang März wieder auf. Motor der Kinoinitiative ist der Dokumentarfilmer und Fernsehjournalist Wolf Lindner, der 2005 das Kino gegründet hat und bis heute dessen Geschäftsführer ist. Die Kombination von Film und Diskussionsrunde, das Markenzeichen des Kinos, ist kosten- und arbeitsintensiv. Ein solcher Aufwand ist allein mit Eintrittsgeldern und dem knappen öffentlichen Zuschuss nicht zu stemmen. Ohne ehrenamtliche Arbeit des Vereins wäre dieses Pensum kaum zu schaffen.

 

Trotzdem pfeift das mit dem Hessischen Kinopreis prämierte Kino finanziell aus dem letzten Loch. Es geht ums Überleben. Nichts Neues für Wolf Lindner und sein Team. Damit das Kino nicht insolvent wird, stellt der Geschäftsführer dem Verein einen Kredit zur Verfügung. „Nur solange, bis wieder Geld in die Kasse kommt“, erklärt Lindner. Das Kulturamt habe bereits seine Förderung zugesagt, aber bis die Mittel auch tatsächlich fließen, müsse der Verein liquide bleiben. Im Januar sind Versicherungen fällig, Anzeigen werden für die kommende Saison geschaltet und das neue Programmheft geht in Druck.

 

Patenschaften

Hinter dem Filmprogramm stehen politisch und sozial engagierte Bürger, eine pensionierte Mathematiklehrerin oder ein Nachrichtenredakteur im Ruhestand. Sie treffen sich regelmäßig, meist in ihren Wohnungen, und pflegen auch außerhalb der Spielzeit einen engen Austausch untereinander. Jeder Film, der ins Programm aufgenommen wird, braucht zunächst einen Fürsprecher aus der Gruppe. Einen sogenannten Filmpaten. Seine Aufgabe ist es, genügend Zuspruch für sein „Patenkind“ zu gewinnen. Anschließend lädt er die Gesprächsgäste ein, organisiert Anreise und Unterkunft, und am Abend der Vorstellung gilt es, die Gäste zu betreuen und das Filmgespräch zu moderieren.

 

Dokumentarfilme sind im Kino nach wie vor selten zu sehen. Doch am Dienstagabend lockt dieses besondere Konzept zahlreiche Besucher in das Willy-Praml-Theater nach Bornheim, wo das Kino seine Heimstätte hat. Im Anschluss an jede Filmvorstellung sind die Zuschauer zu einer Podiumsdiskussion in die Kino-Bar eingeladen. Das Publikum ist dabei keineswegs bloß Staffage, im Gegenteil. Die Besucher sind aufgerufen, eigene Meinungen und Eindrücke zu schildern und sich an der Diskussion zu beteiligen. Der Filmabend bietet ein lebendiges Forum des Austausches und der Meinungsbildung, anstelle der heute vorherrschenden Konsumhaltung.

Text: tos

Bild: naxos.Kino

 

Das Naxos-Kino macht momentan Winterpause. Der Spielbetrieb startet wieder am 7. März 2017 mit dem Film "Tomorrow Die Welt ist voller Lösungen" und endet im November.

Eintritt: 7 €, ermäßigt 4 €, mit Kulturpass 1 €, 6er-Karte 29 €

Aktuelles Programm und weitere Infos: hier

 

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