FTG Pferdebahnwagen Bornheim 1879Am 19. Mai 1872 eröffnete in Frankfurt am Main die erste Trambahn-Gesellschaft (FTG) mit einer Pferdebahnlinie. Die Straßenbahn ist neben der U- und S-Bahn der dritte schienengebundene Träger des ÖPNV in Frankfurt.

 

  

In der Geschichte der Straßenbahn in Frankfurt, die eine der ersten elektrischen Tram­linien der Welt ist, gab es eine Vielzahl von privaten und öffentlichen Betreibern. Das heutige Schienennetz wird von der Frankfurter Verkehrsgesellschaft (VGF) betrieben und ist Bestandteil des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV).

Strassenbahn Frankfurt am Main Typ A Nr.1 19001899 fuhren die ersten elektrischen Straßenbahnen mit der bis heute ver­wendeten einpoligen Oberleitung für Gleich­strom mit einer Spannung von 600 Volt. 1898 wurde die FTG von der Stadt Frankfurt übernommen. Sodann begann im folgenden Jahr die Elektrifizierung des Netzes. Bis 1904 wurden alle bisherigen Pferdebahn­linien elektrifiziert. Die Zugpferde wurden durch elektrische Triebwagen verdrängt. Nach Abschluss der Elektrifizierung wandte man sich dem weiteren Ausbau des Netzes zu. Die schnell wachsende Stadt verlangte nach Erschließung der neuen Wohnbezirke, zahlreiche Nachbargemeinden ließen sich nach Frankfurt eingemeinden und dafür den Anschluss an das Straßenbahnnetz zusichern. Die Wachstumsphase dauerte bis Ende der 30er Jahre an. 1938 erreichte die Zahl der Frankfurter Straßenbahnlinien mit 32 ihren Höchststand, das Netz hatte zu diesem Zeitpunkt eine Ausdehnung von rund 125 Kilometern erreicht.

Straßenbahndepot Sachsenhausen 1900Ehemalige Betriebshöfe gab es in Bocken­heim, Sachsenhausen, Bornheim, Schön­hof und Niederrad. Dazu gehörten die Wagen­hallen in Eschersheim, Schwan­heim und Oberrad. Die erste Probefahrt der Elek­trischen in Frankfurt führte am 22. März 1899 vom Sachsenhäuser Depot, dem ersten eigenen Depot der Städtischen Straßenbahn. Mit dem Baubeginn der Frankfurter U-Bahn 1963 begannen Streckenstilllegungen auf der Straßenbahn. U- und S-Bahn sollten die Straßenbahnen mittelfristig ganz ersetzen. Jeder Fortschritt im Schnell­bahnnetz führte zur Stilllegung von Straßenbahnstrecken, um unwirtschaftlichen Parallelverkehr zu vermeiden. Die U-Bahnwagen waren für die alten Straßenbahndepots nicht geeignet, sodass größere zentrale Betriebshöfe in Frankfurt gebaut wurden. 1919 eröffnete der neue Betriebshof Gutleut. Dieser hatte zwölf Hallengleise sowie ein Freigleis. In den 70er Jahren wurde der Betriebshof grundlegend modernisiert und auf weitere Gleise erweitert.

Betriebshof Ost 30042007Der jüngste Betriebshof in Frankfurt wurde am 6. Juli 2003 eröffnet und befindet sich am südwestlichen Rand von Seckbach, neben der Trasse der Autobahn A 661. Der Betriebshof verfügt über sechs Hallen-, drei Durchgangsgleise, sieben Verbindungs- und 16 Abstellgleise für bis 150 Schienenfahr­zeuge.

 

 

 

Depot BornheimM Wagen616K Wagen105 22061998Drei der ehemaligen Depots in Bocken­heim, Bornheim und Sachsenhausen wurden im Zuge der neuen Betriebshöfe umgebaut. Die Gleise in und außerhalb der Hallen entfernt. Heute finden in dem Bockenheimer Depot seit 1991 Gastspiele statt. Der ehemalige Betriebshof Sachsen­hausen wurde bis 2009 zu einem „Stadt­teilzentrum“ umgebaut. In den Hallen, die mit einer Reihe von Anbauten und einer Tiefgarage ergänzt wurden, entstanden Wohnungen, ein Restaurant und ein REWE-Supermarkt. Wie auch im Depot Sachsenhausen wurde das Gelände in Bornheim nach einem Umbau anderen Verwendungszwecken zugeführt. Während die dreischiffige Haupthalle leicht verkürzt erhalten blieb und einen REWE-Supermarkt beherbergt, wurden die meisten Nebengebäude abgerissen und das Areal neu mit Wohnhäusern bebaut.


Text: pet

Bilder: wikipedia, deacademic.com

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