IMG 0259Seit 2003 gibt es die Initiative Stolpersteine in Frankfurt, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Zu den Opfern zählen auch alle Überlebenden und Nachkommen.

 

 

 

Gunter Demnig, geb. 1947 in Berlin, ist ein deutscher Künstler. Er wurde durch seine künstlerische Arbeit mit der eigenen Herstellung von Stolpersteinen bekannt. Seine erste Aktion aus dem Jahr 1990 galt der Erinnerung an die Deportation von Sinti und Roma. In den folgenden Jahren begann der Entwurf und die Verlegung zum Projekt Stolpersteine in Deutschland und Europa.

 

Stolperstein ArtikelDie Steine sind aus Beton. Auf der Oberseite sind auf einer Messingplatte die Namen, das Geburtsdatum, die Depor­tation und die Ermordung eingestanzt. Gunter Demnig erinnert somit an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln ins Trottoir einlässt. Mit den kleinen Mahn­mahlen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig gehalten, die einst hier wohnten. Jeder Bürger kann für 120 Euro eine Paten­schaft/Spende zur Herstellung und Ver­legung eines Stolpersteins übernehmen. Dafür gibt es im Internet für die jeweilige Stadt ein Patenschafts- und Spenden­formular und eine entsprechende Bank­verbindung.

 

 

 

csm 08 gunter deminig verlegung 2 ef5a3f5dd3In Frankfurt am Main hat der Künstler die Verlegung von mehr als 1100 solcher Gedenktafeln veranlasst. In fast jedem Stadtteil sind diese Steine zu finden. Unterstützt wird die Initiative von der Stadt Frankfurt, sowie vom jüdischen Museum und dem Institut für Stadtgeschichte. Ein wichtiger Sammelpunkt in der NS-Zeit war die Großmarkthalle im Ostend, heute Sitz der EZB. Von dort aus wurden 10.231 Juden deportiert. In den traditionellen Adlerwerken im Gallus, wurde im Jahr 1944 ein Konzentrationslager mit dem Decknamen »Katzbach« in Betrieb genommen. 1600 Zwangsarbeiter erlitten hier eine unbeschreibliche Hölle. Nur wenige von ihnen überlebten. Dieser Teil deutscher Geschichte, der sich mitten in Frankfurt abspielte, wurde in der Nachkriegszeit schnell verdrängt. Die Verantwortlichen wurden nicht zur Rechenschaft gezogen, die Opfer nicht entschädigt. Die Initiative gegen das Vergessen wurde 1996 durch den Verein Leben und Arbeiten im Gallus und Griesheim in die Wege geleitet. Zweck des Vereins ist den nationalsozialistischen Teil der Geschichte der Adlerwerke, speziell des Konzentrationslagers, in das Bewusstsein der Menschen im Gallus und in Frankfurt zu bringen.


Gunter Demnig hat für sein Lebenswerk der Stolpersteine in der Zeit von 2004 bis 2011 schon mehrere Auszeichnungen bekommen.


„Jeder Mensch ist erst dann vergessen, wenn sein Name vergessen ist“!

 

Text: Pet

Fotos: Karin Richert & LuP

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