Museum außenDer Besuch des gleichnamigen Museums in der neuen Frankfurter Altstadt ist für Gäste, Neu-Frankfurter*innen und Alteingesessene ein wahres Muss!

 

 

Das neue Stoltze-Museum - am ehemaligen Krönungsweg vom Römer bis zum Dom der deutschrömischen Könige und Kaiser gelegen - erinnert an Friedrich Stoltze (1816-1891), den lustigen und aufmüpfigen Frankfurter Dichter, den humorvollen Beobachter derStoltze Brunnen FP Alt-
Frankfurter-Welt, den steckbrieflich gesuchten politischen Journalisten mit einem Werk zwischen Rebellion und Biedermeier.

Als begnadeter Poet beherrscht Friedrich Stoltze den feinen Humor ebenso wie die derbe Pointe und brachte die Frankfurter Mundart auf ein beachtliches literarisches Niveau. Seinen Lebensunterhalt verdiente er als Herausgeber und Hauptautor der satirischen Wochenzeitung „Frankfurter Latern“,es will die wegen ihres Witzes und ihrer antipreussischen Haltung weit über Frankfurt hinaus bekannt war.


So präsentiert sich die Ausstellung zu Leben und Werk Stoltzes in typischem Zeitungslayout. Ergänzt wird die Ausstellung von originalen Möbeln und Gegenständen aus seinem Nachlass sowie einem multifunktionalen Medientisch, einer Audiostation und einem Altstadtfilm aus dem Jahr 1937.
Gegründet wurde das Museum schon im Jahr 1978 von der Frankfurter Sparkasse und ihrer hauseigenen Stiftung.


Im Jahr 2018 ist das Museum in die neue Frankfurter Altstadt umgezogen.

HausnachbauDer passende Platz, denn Stoltze wurde nur ca. 150 m vom Museum entfernt im Rebstockhof geboren. Ein Teil dieses Anwesens wurde originalgetreu nachgebaut. Das im Jahr 1895 entstandene Stoltze-Denkmal, der Stoltze-Brunnen, steht nun auch wieder an seinem angestammten Platz auf dem benachbarten Hühnerhof.


Beim Gang durch das neue Stoltze-Museum wird dem Besucher bewusst, wie „eng“ der Lebensraum für Menschen damals war. Das Ausstellungskonzept setzt das Thema: „Latern“ – Licht – Zeitung eindrucksvoll um. Die Wände sind in dunklen und hellen Gelbtönen gestaltet, so dass das Gebäude, Puppenstubeüinsbesondere abends, wie eine Laterne wirkt. Dafür sorgen LED-Lichtbänder, die sich vom Erdgeschoss bis unter das Dach ziehen. Dort gibt es sogar ein „Belvederchen“ (Frankfurter Begriff für einen begrünten Dachgarten), den man von einem inneren Fenster zwar einsehen, aber leider nicht besuchen kann.

Erwähnenswert ist die derzeitige Sonderausstellung „Mit vorzüglicher Hochachtung“ (noch bis 31. März 2020) in 2 Räumen im 3. Obergeschoss der „Goldenen Waage“ (Hinterhaus). Sie dokumentiert Stoltzes Briefwechsel mit prominenten Zeitgenossen wie Leopold Sonnemann, Heinrich Hoffmann u.v.a. und zeigt Fotos der bekannten Verfasser, Handschriften und Transkriptionen.
SpruchFriedrich Stoltze hat sich zu seinen Lebzeiten als überzeugter Frankfurter auch in schwierigen Zeiten und gegen alle Widerstände und Zensur für radikale Demokratie eingesetzt und ist damit auch noch heute eine hochaktuelle Persönlichkeit. Er steht für Frankfurt, seine Lebensart, seine Toleranz und Tradition. Dieses Erbe wollen und sollten wir bewahren.


Öffnungszeiten des Stoltze-Museum: Mo-So. 10.00 – 18.00 Uhr , Eintritt frei


Text: abs, Fotos: cdw
Oktober 2019

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen