aTeaser2Viele Künstler, die sich für kürzere oder längere Zeit sich in der Rhein-Main-Region aufhielten, hinterließen hier ihre Spuren und wurden in ihrem Schaffen beeinflusst.

 

Das Museum Giersch beleuchtet die Gründe, aus denen diese Künstler zu Migranten wurden. Warum sie nach Frankfurt kamen und weshalb sie wieder wegzogen. Die Organisatoren der Ausstellung geben einen Überblick über einen Zeitraum von der Mitte des 19. bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Neben bekannten Künstlern wie Max Beckmann, Gustave Courbet oder Per Kirkeby werden auch ihre weniger berühmten Zeitgenossen gewürdigt. Angezogen wurden viele durch die in Frankfurt ansässige Kunstszene mit ihren Künstlerkollegen, den Galerien sowie den Sammlern und Mäzenen. Manche kamen auch nach Frankfurt um an der Städelschule eine Lehrtätigkeit aufzunehmen.
Nicht alle verließen Frankfurt freiwillig. Nach der Machtergreifung der Nazis mussten viele Künstler fliehen. Max Beckmann, der 18 Jahre in Frankfurt wirkte, war ein Künstler, der von den Nationalsozialisten besonders gehasst wurde. Bilder von ihm und seinen Künstlerfreunden wurden in Ausstellungen über „Entartete Kunst“ gezeigt und verhöhnt. Auf dem Frankfurter Römerberg wurden nicht nur Bücher, sondern auch missliebige Bilder verbrannt. Beckmann verlor seine Professur an der Städelschule und seinen Schülern wurden damit Entwicklungsmöglichkeiten verbaut. Die Ausstellung zeigt auch einige weniger bekannte Schüler von Beckmann.

 

aLismann WandererHermann Lismann: Wanderer, 1920
Öl auf Pappe, 70,3 x 99,4 cm
Bez. r. u.: H Lismann 9.20.
Kunsthandel Widder, Wien
Foto: Uwe Dettmar, Frankfurt a. M.

 

  

  

 

Auch Hermann Lismanns Bilder wurden als „entartete“ Kunst von den Nazis aus den Museen verbannt. Lismann unterrichtete im Städel und an der Frankfurter Universität. 1934 erhielt er als Jude Berufsverbot. Lismann floh 1938 nach Frankreich, wurde unter der Vichy-Regierung verhaftet und starb im April 1943 im KZ Majdanek.


aCoubet Die Quelle der LisonGustave Courbet: Die Quelle der Lison, 1864
Öl auf Leinwand, 60,8 x 50 cm
Bez. l. u.: G. Courbet.
Privatbesitz
Foto: Uwe Dettmar, Frankfurt a. M.

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

Der französische Maler Gustave Courbet (1819 bis 1877) ist neben Max Beckmann ein zweiter Star dieser Ausstellung, dem ein eigener Raum gewidmet ist. Courbet war stilbildend für die Entwicklung der realistischen Malerei, die auf Idealisierungen und Beschönigungen verzichtet und stattdessen die Einfachheit zum Gegenstand macht. Als aufgrund der revolutionären Spannungen in Paris Freunde von Courbet verhaftet wurden, zog er um Frankfurt, wo ihm das Städel ein Atelier gab. Während sein revolutionärer Realismus in Frankreich als Provokation empfunden wurde, fand er in Deutschland eine Menge Bewunderer und beeinflusste viele andere Künstler.

 

aThoma Waechter vor dem LiebesgartenHans Thoma: Wächter vor dem Liebesgarten, 1895
Öl auf Leinwand, 79 x 68,5 cm
Bez. r. u.: HTh 95 [ligiert]
Privatbesitz
Foto: Uwe Dettmar, Frankfurt a. M.

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

Der deutsche Maler Hans Thoma lebte mehr als 20 Jahre in Frankfurt. Er bewegte auch andere Künstler dazu, ihm nachzufolgen und sich in Frankfurt niederzulassen. Thoma stand in Verbindung mit der Kronberger Malerkolonie und ließ sich mit seiner Familie 1899 ebenfalls in Kronberg nieder. Um 1910 galt er als der beliebteste Maler Deutschlands.

In seinen Frankfurter Jahren dominierten allegorische Darstellungen mit mythologisch-religiösem Hintergrund. Allerdings werden heutzutage seine Landschaftsbilder höher eingeschätzt.

 

aPellar NinonHans Pellar: Ninon (de Lenclos), 1911

Öl auf Leinwand, 97 x 93 cm
Bez. M. r.: NINON HANNS PELLAR 1911
Privatbesitz
Foto: Uwe Dettmar, Frankfurt a. M.

 

 

 

 

 

 

 

  

 

Der Maler Ernst Pellar gehörte von 1911 bis 1925 der vom Großherzog Ernst Ludwig gegründeten und von ihm großzügig geförderten Darmstädter Künstlerkolonie an. Diese ist durch ihre Jugendstil-Werke berühmt geworden. Der Darmstädter Künstlerkolonie werden in der Ausstellung zwei Räume gewidmet.
Diese Ausstellung ist durch ihren thematischen Schwerpunkt bedingt naturgemäß ein ziemlich buntes Sammelsurium unterschiedlicher künstlerischer Stile. Aber ein Besuch lohnt sich gerade auch wegen dieser bunten Vielfalt.

 

aTruebner Ansicht von KronbergWilhelm Trübner: Ansicht von Kronberg, um 1896

Öl auf Leinwand, 62 x 76 cm
Bez. l. u.: W. Trübner
Stiftung Kronberger Malerkolonie,

© Museumsgesellschaft Kronberg e. V.

 

 

 

 

   

 

Adresse:
Museum Giersch
Schaumainkai 83
60596 Frankfurt

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Donnerstag : 12 bis 19 Uhr
Freitag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
Montag geschlossen

Anfahrt:
Mit Tram 15, 16 oder 21 bis Stresemannstraße/Gartenstraße
Mit U1, 2 oder 3 bis Schweizer Platz
Mit Bus 46 bis Stresemannstraße/Gartenstraße oder Städel

Eintrittspreise:
Erwachsene: 5,00€
Kinder (ab 12 Jahren), Schüler, Studenten: 3,00€
Arbeitslose, Schwerbehinderte: 3,00€
Mit Kulturpass nur 1 € für Erwachsene!

 

aEberz Suedliche LandschaftJosef Eberz: Südliche Landschaft, 1918

Öl auf Leinwand, 110,9 x 80,8 cm
Bez. r. u.: J. EBERZ. 18.
Privatsammlung
Foto: Uwe Dettmar, Frankfurt a. M.

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