Botanischer Garten wieder geöffnet

Botanischer Garten FFM / wiki

Seit nun mehr zehn Jahren gehört der Botanische Garten zum Palmengarten der Stadt Frankfurt. Tausende Pflanzen und mehrere hundert Insektenarten haben dort ein Zuhause. Am 27. Februar öffnet diese Wohlfühloase für Mensch und Tier wieder seine Pforten.

Der Botanische Garten eröffnet die neue Saison. Dank des relativ milden Winters dürften viele Pflanzen bereits in der Blüte stehen. Sehr zur Freude der Klimadezernentin Rosemarie Heilig: „Man muss sich nur anschauen, welch ein Naturparadies am oberen Ende der Siesmayerstraße entstanden ist und durch die Angliederung an die Stadt bewahrt werden konnte“. Sie meint die rund 5.000 Pflanzenarten aus Mitteleuropa, aus vergleichbaren Klimazonen Südeuropas, Nordamerikas und Ostasiens sowie aus den alpinen Regionen, die dort in annähernd natürlichen Pflanzengemeinschaften wachsen. Auch mehrere hundert Insektenarten haben dort ein Zuhause, ebenso die vom Aussterben bedrohte Zauneidechse und ein seltener Eisvogel, der immer mal wieder vorbeikommt. „Für Frankfurt, seine Bürger*innen und vor allem auch für die Natur in der Stadt ist der Botanische Garten ein Glücksfall“, so Heilig weiter. Nicht zu vergessen ist die große Anzahl von einheimischen Pflanzenarten, etwa Mischwald-Gesellschaften, wie Buchen- und Eichen-Hainbuchen-Wälder sowie Pflanzengesellschaften, die extreme Trockenstandorte besiedeln. Ein weiterer Schwerpunkt beim Rundgang dürften auch die vom Aussterben bedrohten Pflanzenarten sein, die auf den „Roten Listen“ geführt werden. Über 500 davon sind im Botanischen Garten zu finden und an den roten Schildern zu erkennen.

Foto: Botanischer Garten FFM / wiki

Wohlfühloase für Tiere

Wohlfühlen sollen sich auch die Tiere, die im Botanischen Garten leben. Seit vergangenem Jahr gibt es speziell für die vielen Insekten ein Bestäuberbeet, welches das Leitthema beider Gärten „Blüten- und Bestäuberökologie“ aufgreift. Hier wird anschaulich gezeigt, welche Funktion Insekten bei der Bestäubung von Blumen und Pflanzen haben. Und für die Eidechsen haben die Gärtner*innen einen Eidechsenhügel als Unterschlupf errichtet. „Neben vielen anderen Dingen wie der Neugestaltung des Rosen- und Staudenbereichs, der Vergrößerung der Kübelpflanzflächen und 20 zusätzlichen Becken, die wir für unsere Sumpf- und Wasserpflanzensammlung aufgestellt haben, haben wir am sonnigen Kalkhang während der Winterpause eine Drainage und neue Felsbrocken verlegt und dabei die kleine Eidechsenburg gebaut“, erklärt Thomas Moos, der den Botanischen Garten seit 2021 leitet, auf Frankfurt.de. Mit etwas Glück kann man die flinken Tiere demnächst über die Felsen flitzen sehen. So herrscht zwischen all den botanischen Schätzen wildes Leben und gleichzeitig eine Ruhe und Gelassenheit, die man in einer geschäftigen Stadt wie Frankfurt nicht vermuten würde. „Sobald man durch das kleine Tor des Botanischen Gartens tritt, befindet man sich in einer anderen Welt. Eine Welt, die wir als Stadt Frankfurt erhalten wollen“, ist sich Klimadezernentin Heilig sicher.

Angliederung an den Palmengarten

Botanischer Garten FFM / wiki

Rückschau: Als die Goethe-Universität ihre biologischen Institute in den ersten 2000er Jahren nach und nach auf den Riedberg verlegte, war lange Zeit unklar, wie es mit dem Botanischen Garten, seinen Mitarbeiter*innen und auch seinen Pflanzenschätzen weitergehen sollte. So stand die Existenz des Botanischen Gartens tatsächlich auf der Kippe. „Ein Beirat sei damals gegründet worden, der fast drei Jahre lang intensiv nach Lösungen gesucht habe, um den Botanischen Garten zu retten“ schreibt die Frankfurter Neue Presse (FNP) dazu. Land, Stadt und Stiftung einigten sich schließlich auf eine Angliederung des Botanischen Gartens an den Palmengarten. Und so wechselte der Botanische Garten, nachdem er erst von der Obhut der Stiftung in die der Universität überging, zum zweiten Mal seinen Träger. Seit 2012 gehört der Botanische Garten nun der Stadt. „Und seither ergänzen sich Palmen- und Botanischer Garten und arbeiten dabei Hand in Hand“, ergänzt Thomas Moos.

In den Wintermonaten, wenn die Fläche fürs Publikum dann geschlossen ist, arbeiten die Mitarbeiter*innen abermals daran, den Garten für die neue Saison vorzubereiten. Dieser Zeitraum der Gartenschließung wird intensiv genutzt, um größere Bauarbeiten, Neupflanzungen und Umgestaltungen vorzunehmen, um anschließend wieder einen attraktiven Garten präsentieren zu können. In dieser Winterzeit, die bis Ende März geht, haben sich die Mitarbeiter*innen des Botanischen Gartens insbesondere der Erweiterung der Kübelpflanzensammlung und Umgestaltung der Staudenpflanzungen, der Überarbeitung des sonnigen Kalkhanges und der Erweiterung der Wasserpflanzensammlung gewidmet.

(RA)

Wann:
Ab. 27.02. bis 30.10.2022
09:00– 18:00 Uhr (Mo bis Sa)
09:00– 13:00 Uhr (So und Feiertage)

Kontakt:
Botanischer Garten der Stadt Frankfurt am Main
Siesmayerstraße 72
60323 Frankfurt am Main
Tel: 069 / 212 390 58
E-Mail: info@botanischergarten-frankfurt.de

Eintritt:
Der Eintritt ist frei