Coole Tipps für heiße Sommertage

Der Klimawandel treibt das Wetter immer öfter ins Extreme. Insbesondere, wenn die Temperaturen höher steigen. Für kranke und ältere Menschen sind die hohen Temperaturen ein Problem. Zehn Tipps, um sich dagegen zu rüsten.

Frankfurt schwitzt, die Temperaturen gehen rauf. Laut dem Deutschen Wetterdienst DWD dürfte auch dieser Sommer 2022 zu warm ausfallen. Für alle Regionen Deutschlands wird ein Temperaturplus von bis zu einem Grad im Vergleich zum vieljährigen Durchschnitt von 17,6 °C des Zeitraums 1991-2020 prognostiziert. Zum Vergleich: Im Referenzzeitraum 1961-1990 lag die Mitteltemperatur im Sommer noch bei 16, 3 °C. Die starke Erwärmung des Klimas beeinflusst in Deutschland deutlich das Auftreten von Sommertagen, heißen Tagen, Hitzewellen und tropisch warmen Nächten: Demnach sind Sommertage Tage mit Temperaturen ab 25 °C. Hitzetage gelten ab einer Höchsttemperatur ab 30 °C. Hitzewellen sind drei aufeinanderfolgende Hitzetage und Tropennächte sind Nächte mit einer Mindesttemperatur ab 20 °C. Gerade das Zusammenspiel mit tropisch warmen Nächten (20°C oder mehr) mit hoher Luftfeuchtigkeit belasten insbesondere ältere Körper stark.

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Blutgefäße erweitern sich, der Blutdruck sinkt

Vor allem Älteren und Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen machen solch hohe Temperaturen zu schaffen. Damit der Körper eine konstante Temperatur von circa 37°C halten kann, reagiert er mit abkühlenden Mechanismen: Die Blutgefäße erweitern sich und mehr Blut wird in die Haut verlagert, um so schnell Wärme an die Umgebung abzugeben. Dadurch sinkt der Blutdruck. Organe und Muskeln werden weniger mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Dies kann zu einer Abnahme der Leistungsfähigkeit führen. Die Folge: Der Körper beginnt zu schwitzen. So kann er pro Stunde bis zu zwei Liter Schweiß produzieren und eine große Menge an Wasser und Elektrolyten verlieren. Elektrolyte wie Natrium, Kalium, Calcium, Chlorid und Magnesium sind entscheidend für den Wasserhaushalt im Körper. Daher ist es wichtig, den Körper mit genug Flüssigkeit und Elektrolyten zu versorgen.

Das Durstgefühl nimmt mit dem Alter ab

„Reicht Schwitzen zur Abkühlung nicht aus, wird der Kreislauf weiter herunterreguliert, damit weniger eigene Körperwärme produziert wird. Ein zunehmendes Erschöpfungsgefühl stellt sich ein und hitzebedingte Gesundheitsprobleme können die Folge sein“, schreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kurz BZgA, in ihrem Online-Ratgeber. (PDF-Download, 596 KB) Für ältere Menschen stellt die Hitze oft eine größere Belastung dar als für jüngere Personen. Mögliche Ursachen dafür sind: Das Schwitzen setzt bei älteren Menschen später und geringer ein. Die Abgabe von Wärme über die Haut kann somit erschwert sein. Mit zunehmendem Alter nimmt meist das Durstgefühl ab. Ist der Körper erst einmal ausgetrocknet, braucht er dann deutlich länger, um sich von einem Flüssigkeitsmangel zu erholen.

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Welche Hitzebeschwerden gibt es?

Ein Sonnenstich entsteht durch Irritation der Hirnhäute infolge von Hitzebelastung, beispielsweise durch lang anhaltende, direkte Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken. Er kann sich in starken Kopfschmerzen, Nackensteife, Lichtscheu, Übelkeit, Erbrechen und Bewusstseinstrübung äußern. „Beim Hitzekollaps kommt es durch vermehrte Hautdurchblutung zu einem Blutdruckabfall, der zu einer kurzen Bewusstlosigkeit führt. Hitzeerschöpfung und Hitzekrämpfe sind Auswirkungen eines Mangels an Wasser und Salzen, die der Körper durch vermehrte Schweißproduktion verliert. Dies führt zum Bewusstseinsverlust und/oder zu Muskelkrämpfen“, berichtet die Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung auf ihrer Homepage. Beim Hitzschlag steigt die Körpertemperatur über 39 Grad an. Mögliche Zeichen sind eine heiße, rote und trockene Haut, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, starkes Durstgefühl, Unruhe, Verwirrtheit, Krampfanfälle, Schläfrigkeit, eine Eintrübung des Bewusstseins bis zur Bewusstlosigkeit. Ein Hitzschlag kann tödlich enden, wenn nicht sofort ärztliche Hilfe geleistet wird. Bei der Hitzeerschöpfung führen die Reaktionen des Körpers auf Hitze dazu, dass uns beispielsweise beim Aufstehen vom Stuhl das Blut „versackt“ und dem Kreislauf nicht mehr zur Verfügung steht. Dies kann sogar zu einem Kollaps führen. Und ganz wichtig: Beginnen Sie bei einer Person mit Herz-Kreislauf-Stillstand umgehend mit Maßnahmen zur Wiederbelebung. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bei hohen Temperaturen steigt auch das Risiko einer Exsikkose. Letztere, auch Dehydratation oder Austrocknung genannt, ist ein typisches Problem bei Hitze. Sie beschreibt einen Flüssigkeits- bzw. Wassermangel im Körper. Dieser entsteht entweder durch einen hohen Flüssigkeitsverlust oder durch eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme. „Bei einer Exsikkose verringert sich die Flüssigkeitsmenge im Körperkreislauf. Beeinträchtigt werden hierdurch die Funktion des Kreislaufs sowie die Arbeit der Nieren. Dies zusammen kann im Körper unterschiedliche Reaktionen auslösen und kann zu sehr schwerwiegenden Gesundheitsgefahren führen“, weiß das Gesundheitsportal apotheken.de zu berichten.

Zeit für 10 Tipps, um auch im Alter tagsüber besser mit der Sommerhitze fertig zu werden:

Tipp 1:
Trinken, trinken, trinken! Da der Körper viel Flüssigkeit verliert , ist es daher enorm wichtig viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Bei extrem hohen Temperaturen werden bis zu drei Liter empfohlen.
Tipp 2:
Vermeiden Sie fettiges Essen, denn schwere Kost belastet den Körper und liegt wie ein Stein im Magen.
Essen Sie leichte Kost, wie etwa Salate, Gemüse oder Obst.
Tipp 3:
Fenster wenn möglich nachts oder früh am Morgen für einen Durchzug weit öffnen. Alle elektrischen Geräte, wie zum Beispiel Computer, Drucker, Scanner, sowie Lampen, wenn nicht nötig, ausschalten. Denn Sie produzieren zusätzlich Wärme. Besonders pflegebedürftiger Personen im Rollstuhl sollten in den Schatten gebracht werden.
Tipp 4:
Wenn möglich luftige Kleidung aus Leinen oder Baumwolle tragen, da diese Stoffe besonders atmungsaktiv sind. Dabei sollten Sie helle Farben aussuchen und auf dunkle Farben verzichten, weil diese mehr Wärme speichern.
Tipp 5:
Vermeiden Sie unbedingt einen Sonnenbrand, indem Sie die passende Sonnencreme auf die Haut eincremen. „Es gibt außerdem wissenschaftliche Hinweise, dass Sonnenschutzmittel die vorzeitige Hautalterung und einige Formen von Hautkrebs verhindern könnten. Hierfür müssen Sonnenschutzprodukte sowohl gegen UV-B- als auch gegen UV-A-Strahlung schützen. Der Schutz vor UV-A-Strahlung ist extra gekennzeichnet“, berichtet das Bundesamt für Strahlenschutz online.
Tipp 6:
An Tagen mit intensiver Sonnenstrahlung sollten Sie wenn möglich alle Aktivitäten im Freien vermeiden. Um die Intensität der UV-Strahlung zu prüfen, bietet sich der sogenannte UV-Index an. Der Gefahrenindex zur UV-Strahlung beruht auf der Einschätzung der erwarteten maximalen sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung. Die berechneten Werte des UV-Index werden zur leichteren Beurteilung der gesundheitlichen Risiken in Gefahrenbereiche eingeteilt, klärt der Deutsche Wetterdienst online auf. Oder anders ausgedrückt: Er zeigt, wie schnell bei ungeschützter Haut ein Sonnenbrand auftritt. Je niedriger der UV-Index also ist, desto niedriger ist die UV-Belastung und damit die Gefahr, sich einen Sonnenbrand einzufangen.
Tipp 7:
Wenn die Hitze nicht zu ertragen ist, dann helfen nur noch extreme Maßnahmen. Wärmstens zu empfehlen sind gekühlte Decken, Laken, Kissen, und Schlafbekleidung, die bis zur Nachtruhe in die Kühltruhe oder im Eisschrank deponiert sind. Der kühlende Effekt lässt im Bett zwar anschließend relativ schnell nach, aber mit etwas Glück ist man dann längst schon ins Land der Träume gereist.
Tipp 8:
Tragen Sie Sommerschuhe (Sandalen Barfußschuhe oder Zehentreter), die leicht und gut belüftet sind. Vermeiden Sie hohe Stiefeln oder ähnliches. Bestenfalls barfuß laufen, wenn möglich, dann tun sie auf jeden Fall auch was für Ihre Gesundheit.
Tipp 9:
Wenn Sie Lebensmittel benötigen, sollten Sie diese auch nach Hause liefern lassen. Besonders für Senior*innen ist es attraktiv online zu bestellen. Heißt, Sie können den Einkauf direkt an der Wohnungs- oder Haustür empfangen, ganz gleich in welchem Stockwerk Sie wohnen. Kein Anstehen an der Kasse, keine Parkplatzsuche, kein Schleppen in der Hitze. Viele Lebensmittelhändler wie Edeka, Globus oder Rewe bieten gegen eine geringe Liefergebühr ihren Bringdienst an.
Tipp 10:
Achten Sie darauf, dass Sie tagsüber die Markisen, Jalousien, Rollläden oder Vorhänge herunter ziehen, damit die brühende Wärme draußen bleibt. Falls vorhanden, sollten Sie auch ihre Markisen ausfahren, damit die Sonnenstrahlen auch auf diese Weg nicht hineinstrahlen. Ein einfacher Ventilatore tut es zur Not auch. Erst abends und am frühen Morgen sollten Sie für den nötigen Durchzug sorgen und die Fenster weit öffnen, damit die Räume abkühlen können. (FK)

Weiterführende Informationen und Anlaufstellen:

Checkliste: „Gesund durch die Sommerhitze“ (Download, PDF 1,44 MB)
Faltblatt:Gesund durch die Sommerhitze“ (Download, PDF 594 KB)
Faltblatt kompakt:Gesund trinken im Alter“ (Download, PDF 482 KB)
Broschüre: „Hitze – Tipps für ältere Menschen zur Vermeidung von gesundheitlichen Schäden“ (Download, PDF 1,86 MB)
Hitzeknigge: Tipps für das richtige Verhalten bei Hitze (Download, PDF 793 KB)
Ratgeber: Trink was – Trinkwasser aus dem Hahn (Download, PDF 2,2 MB)
Broschüre: Klimawandel und Gesundheit – Tipps für sommerliche Hitze und Hitzewellen (Download, PDF 629 KB)
Publikation: Klimawandel und Gesundheit – Ein Sachstandsbericht (Download, PDF, 6 MB)
Ratgeber: Hitzemaßnahmenplan für stationäre Einrichtungen der Altenpflege (Download, PDF 2,36 MB)

Kontaktadressen

Deutscher Wetterdienst (DWD)
Frankfurter Straße 135
63067 Offenbach am Main
Wetterdiensthotline:
0180 2 913 913
E-Mail: info@)dwd.de

Robert Koch-Institut
Klimawandel und Gesundheit
Nordufer 20
13353 Berlin
Tel: 030 187540
info@rki.de

Umweltbundesamt
Wörlitzer Platz 1
06844 Dessau-Roßlau
Tel: 0340 21032416
E-Mail: buergerservice@uba.de

Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungMaarweg 149-161
50825 Köln
Tel: 0221 89920
E-Mail poststelle@bzga.de