adorno theodor w plakat großAls Frankfurter Schule bezeichnet man eine Gruppe von Wissenschaftler und Philosophen, die an die Theorien und Thesen von Hegel, Marx und Freud anknüpft. Sie werden auch als Vertreter der „Kritischen Theorien“ verstanden.

 

 

Was sind „kritische Theorien“? Max Horkheimer und Theodor W. Adorno begründeten die Tradition der „kritischen Theorien“ als methodisches Instrument zur Analyse gesellschaftlicher Entwicklungen und Zusammenhänge. Den Vertretern der Frankfurter Schule gilt die Dialektik (in der Rhetorik: die Kunst der Gesprächsführung; Fähigkeit, den Diskussionspartner in Rede und Gegenrede zu überzeugen). Die Bezeichnung Kritische Theorie geht auf den Titel des von Horkheimer im Jahre 1937 in einem programmatischen Aufsatz „Traditionelle und Kritische Theorie“ zurück. Hauptwerk der Schule ist das von Horkheimer und Adorno gemeinsam verfasste Buch „Dialektik der Aufklärung“ (1944 - 1947).

 

Die Frankfurter Schule wurde 1924 als Institut für Sozialforschung der Johann Wolfgang-Goethe-Universität gegründet. Der Mäzen Felix Weil eröffnete am 22. Juni 1924 unter Leitung von Carl Grünberg den Lehrbereich.

 

horkheimer adornoAb 1930 übernahm Max Horkheimer und verlegte die Zeitschrift für Sozialforschung als Print-Organ des Instituts. Darin wurden die Grundzüge der Kritischen Theorien der Gesellschaft (damals: Materialismus) formuliert, die als unorthodoxe Varianten des Westlichen Marxismus weltweit Bedeutung errang. Das Institut wurde 1933 durch die Nationalsozialisten gewaltsam geschlossen. Die Mitglieder emigrierten und arbeiteten im Exil u.a. an der Columbia University of New York. Erst 1950 kehrten Adorno und Horkheimer an die Goethe-Universität zurück und die Frankfurter Schule gewann, insbesondere für die 68er-Bewegung, große Bedeutung. Mit Mitteln der amerikanischen Besatzungsmacht, staatlichen Institutionen und weiteren Geldgebern wurde die Institution neu errichtet.

Die Erfahrungen durch den Nationalsozialismus und dem Holocaust waren die Grundlagen für die theoretischen und empirischen Arbeiten der Kritischen Theorie. Allen voran Adorno, welche Auswirkungen dies auf das philosophische Denken, die Gesellschaftskritik und die Rolle der Vernunft haben.

Nach Horkheimers Tod im Juli 1973 und Adornos im August 1969 repräsentierten Jürgen Habermas und Oskar Negt die Frankfurter Schule. Größere Aufmerksamkeit erregte die Diskussion zwischen Vertretern der Frankfurter Schule und des Kritischen Rationalismus als sogenannte „Positivismus-Streit in der deutschen Soziologie“ (1969). Im Mittelpunkt standen Probleme der sozialwissenschaftlichen Theoriebildung und die Werturteilsfrage  (Wertfreiheitspostulat, Methodenstreit).

 

 Bilder: hr-inforadio

Text: hom

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