TeaserBernhard Grzimek war Tierarzt, Verhaltensforscher, langjähriger Direktor des Frankfurter Zoos, Tierfilmer, Autor und Herausgeber von Tierbüchern und Oscar-Preisträger des Films „Serengeti darf nicht sterben“.

 

 

Bernhard Klemens Maria Hofbauer Pius Grzimek wurde am 24.April 1909 in Neiße/Oberschlesien als Sohn des Rechtanwalts und Notars Paulfranz Grizmek und seiner Ehefrau Margarete geboren. Er hatte 5 Geschwister. Während seiner Schulzeit von 1915 bis 1919 und dem Abitur 1928 gaben Mitschüler ihm den Namen „Igel“, sein späteres Wappentier. Von 1928 bis 1932 studierte er Veterinärmedizin mit Staatsexamen. Zwischenzeitlich heiratete er 1930 in Wittenberg seine erste Frau Hildegard. Im Juli 1933 trat er der SA bei und im Mai 1937 der NSDAP. Als Veterinär arbeite er als Regierungsrat an Rinder- und Geflügelseuchen und konnte mit seinen Forschungen dem Kriegsdienst und Entlassungen entgehen. Seine Studien in der Tierverhaltensforschung führten schon in diesen frühen Jahren zu Anerkennung und Artikeln in renommierten Zeitschriften der Tierpsychologie. Grizmeks Berliner Wohnung wurde 1945 von der Gestapo durchsucht, da er Juden mit Lebensmittel versorgte. Er flüchtete aus Berlin über Umwege nach Frankfurt am Main. Dort wurde er persönlicher Referent des Verlegers des Illustrierten Blattes, Wilhelm Hollbach. Die US-Behörden wollten Grizmek zum Frankfurter Polizeipräsidenten ernennen, er lehnte aber ab und wurde am 1. Mai 1945 zum Direktor des Zoologischen Gartens berufen. Der Zoo sollte aufgrund der Luftangriffe dauerhaft geschlossen werden, Grizmek konnte sowohl die Schließung wie auch die Verlegung an den Stadtrand verhindern. Dank seiner Kompetenz und Kreativität eröffnete er den Zoo neu am 1. Juli 1945 und lockte mehr Frankfurter Bevölkerung an als vor dem Krieg und machte den Tierpark 1947 zum größten Vergnügungspark Hessens. Grizmeks vermeintliche Mitgliedschaft in der NSDAP wurde er 1947 durch die US-Militärregierung zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Ob wohl er alles abstritt, kam es zur Amtsenthebung, die aber nach Zeugenaussagen wieder zurückgenommen wurde. Aus diesen Anlass wollte er eigentlich den Zoo verlassen. Aber er entschied sich anders und blieb bis zu seiner Pensionierung am 30. April 1974 Direktor des Frankfurter Zoos.

 

Mit Tierfotografien BG mit Sohngründete Grizmek 1954 mit seinem Sohn Michael die bis heute äußerst erfolgreiche Bildagentur Okapia KG. Grund war die regelmäßige Einkommensquelle und die wirtschaftliche Absicherung gegen den politischen Druck auf seine Amtsführung und seine herausgeberische Tätigkeit. 1975 gründete Grizmek zusammen mit dem Tierfilmer Horst Stern und vielen bekannten Umweltschützern den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Bis zu seinem Tod im Jahre 1987 war er Präsident der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt.

 

BG BG plus 2Neben seiner Tätigkeit als Zoodirektor gehörte auch das Bewahren bedrohter Tierarten, die er bei seinen Reisen studierte, einfing und ihnen ein artgerechtes neues Zuhause angeboten hat. Hierzu nutzte Grizmek auch das Fernsehen, um über seine Arbeiten zu informieren und in seinem Dokumentationen Aufklärung zu betreiben. „Ein Platz für Tiere“ war in den 50er und 60er Jahren die beliebteste Tiersendung mit hohen Einschaltquoten und Grizmek zeigte in jeder Sendung live ein lebendes Tier aus seinem Zoo vor, auch Raubtiere. Auch als Buchautor und Tierfilmer hatte er mit seinem Sohn Michael große Erfolge. Das Buch „Kein Platz für wilde Tiere“ wurde in viele Sprachen übersetzt, später als Tier- und Urwaldfilm mit dem Bundesfilmpreis und den Goldenen Bären ausgezeichnet. 1958/1959 entstand der Film „Serengeti darf nicht sterben“ und wurde mit einem Oscar ausgezeichnet. Traurig nur, dass während der Dreharbeiten sein Sohn Michael mit dem Flugzeug tödlich verunglückte. Grimek setzte ihn am Fuße des Ngorongoro-Krater in Tansania bei.

 

Bernhard Grizmek starb am 13. März 1987 in Frankfurt am Main während der Tiger-Vorstellung des Zirkus Althoff. Seine Urne wurde neben seinem Sohn Michael in Tansania begraben. Mit ihm verlor Frankfurt eine der großen Persönlichkeiten dieser Stadt. 

 

Bilder: Okapi und HR

Text: hom     

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