Turm TeaserIn der Nacht zum Donnerstag den 12.10.2017 ist das beliebte Frankfurter Wahrzeichen nieder gebrannt. Für viele Frankfurter war der 43 Meter hohe hölzerne Aussichtsturm eine schöne Kindheitserinnerung.

 


1931 wurde der 43 Meter hohe Goetheturm vollständig aus Holz erbaut und befand sich in Sachsenhausen am nördlichen Rand des Frankfurter Stadtwaldes. Hans Bernhard Jacobi (1886-1940) – ein deutscher Forstmann – hatte die Idee zur Errichtung des Turms und fand in dem jüdischen Kaufmann Gustav Gerst einen Sponsor für die Baukosten. Das Holz für den Umbau wurde im Stadtwald ausgesucht und von der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellt.


Zur sechs mal sechs Meter großen überdachten Aussichtsplattform führten 196 Stufen mit zwölf Zwischenpodesten. Zum Ausruhen waren Holzbänke auf den Zwischenpodesten zur Innenseite des Turms installiert. Zur Sicherheit der Turmbesucher wurden ab 26 Meter Höhe Stahlnetze angebracht. Goetheturm kleinDie schöne und weite Aussicht auf das gesamte Rhein-Main-Gebiet, besonders auf die Frankfurter Skyline, war sehr eindrucksvoll.


Der Turm war ein sehr beliebtes Ausflugsziel für Familien mit Kindern. Am Fuße des Turms befindet sich ein sehr schöner Waldspielpark. Spannend für die kleinen Besucher-/innen ist der 2006 angelegte Irrgarten mit GrünGürtel-Tieren. Außerdem können sich die Kinder auf zwei extralangen Hangrutschbahnen und vielen Spielgeräten austoben. An heißen Sommertagen gibt es Abkühlung auf dem Wassersprühfeld und im Planschbecken für Kleinkinder. 

 

Dass der Goetheturm abgebrannt ist, macht viele Frankfurter traurig. Aktuell wird über einen Wiederaufbau diskutiert. Die Stadt hat ein Spendenkonto eingerichtet. Offensichtlich möchten die Frankfurter-/innen ihren Turm zurück. Auch der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) plädiert dafür. Laut einem Artikel der Frankfurter Rundschau wollen die Bürger, dass der Turm so originalgetreu wie möglich wieder aufgebaut wird.

 

Text und Bilder: huh

 

 

Aktualisierung

 

Frankfurt trauert – und packt an

 

Die feuerlegenden Täter sind bis heute nicht gefasst. Die eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe „AG Holz“, durchschnittlich mit 10 Beamten besetzt, zu Spitzenzeiten mit 15 Personen, kann trotz rund 1500 eingegangener Hinweise aus der Bevölkerung noch keinen durchschlagenden Erfolg vorweisen. Die Behebung des angerichteten Schadens geht dafür aber zügig voran.


Schnell war man sich darüber einig, die Frankfurter BürgerInnen konnten online darüber abstimmen, dass der in Asche gelegte Turm so originalgetreu wie möglich wieder errichtet werden soll. Also auch dementsprechend wieder aus Holz. 78 Prozent der abgegebenen Stimmen sprachen sich dafür aus.

 

Das birgt natürlich Konsequenzen. Denn so, wie der Turm 1931 errichtet wurde, ist durch die heutigen Bauvorschriften nicht mehr authentisch umzusetzen. So kann zum Beispiel auch ein für barrierefreie Nutzung unabdingbarer Aufzug nicht integriert werden. Trotz der notwendigen Verstrebungen aus Stahl, die es zwar vorher auch nicht gab, heutige Maßgaben für die Statik aber verlangen. Den Architekten soll es aber gelungen sein, diese so zu verbergen, daß sie kaum zu sehen sein und die optische Original-Anmutung nicht stören werden. Immerhin könne die Bauherren das vorhandene Fundament aus Stein weiter nutzen, was die anfallenden Baukosten erheblich mindert. Rund 2 Mio. Euro sind für den Wiederaufbau veranschlagt.


Da muss – und will – die Stadt Frankfurt tief in die Tasche greifen, da das extra eingerichtete Spendenkonto für das hölzerne Wahrzeichen mit bisherigen Zugängen von ca. 160.000 Euro die notwendigen Kosten bei weitem nicht abdecken kann. Bekennende Anhänger des Turms und sein „Freundeskreis“ arbeiten mit Events und Sammel-Aktionen weiterhin eifrig daran, die Lücke nach und nach zu schließen.


Eine weitere, so auf den allerersten Blick nicht erwartete Hürde des Wiederaufbaus, konnte inzwischen genommen werden. Es gibt einfach nicht mehr so viele Betriebe, die handwerklich in der Lage sind, solche umfangreichen und spezifischen Arbeiten mit Holz überhaupt stemmen zu können. Die Suche gestaltete sich sehr schwierig.


Nun ist aber doch eine Spezialfirma gefunden worden, über deren Namen die Stadt sich noch bedeckt hält. Diese Spezialisten werden voraussichtlich Ende 2019 ihre Arbeit aufnehmen, und die FrankfurterInnen dürfen sich darauf freuen, noch 2020 „ihren“ geliebten Goetheturm wieder erklimmen zu können.


cdw

Januar 2019

 

 

 

 

 

 

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