aTeaserEingangManizehWollen Sie hoch hinaus sowie günstig und gut essen? Dann haben wir hier einen guten Tipp für Sie!

 

  

 

 

aTurmDas "Windows 25" im 25. Stock des Japan Centers ist um die Mittagszeit eigentlich eine subventionierte Kantine mit hohem Niveau der Kochkunst für die Angestellten der Büros, aber gleichzeitig auch ein öffentlich für alle zugängliches Restaurant. Abends und am Wochenende wird das "Windows 25" als teure Eventlocation der gehobenen Klasse für private oder geschäftliche Feiern und Veranstaltungen vermietet. Verwöhnt werden die Gäste dabei vom erstklassigen Caterer Bumb’s Junior. Montags bis freitags von 11:30 bis 14:30 dient das "Windows 25" als Kantine für die Banker. Die Mitarbeiter der Bankenaufsicht der EZB oder von der Unternehmensberatung McKinsey werden hier versorgt. Das Schöne dabei ist aber, dass auch „Otto-Normalverbraucher“ hier speisen darf.


Berichte über die mittägliche „5-Sterne-Küche“ zu kleinen Preisen, mitten im Bankenviertel, hoch oben im Japan Center, hatten uns neugierig gemacht. Das mussten wir unbedingt einmal ausprobieren. Mir war zwar etwas mulmig bei der Vorstellung, in einem vermutlich zur Mittagszeit heillos überfüllten Speiseraum zu dinieren, eingezwängt zwischen lauter Bankern mit akkurat glattgebügelten Hemden und obligatorischen Krawatten. Glücklicherweise stellten sich diese Ängste als unbegründet heraus.

 

Aber immer der Reihe nach: Wir nahmen die Straßenbahn bis zum Willy-Brandt-Platz. Von dort ist es nur ein kleiner Spaziergang von 2 bis 3 Minuten durch die Gallusanlage, vorbei am alten EZB-Gebäude und dem benachbarten strahlend weißen Taunusturm, der auch die Dependance MMK 2 des Museums für Moderne Kunst beherbergt, dann erreicht man den Japan Turm. Dieser fällt inmitten der vielen Hochhäuser des Bankenviertels durch sein ausgefallenes extravagant-exotisches Aussehen auf. Das weitauskragende Dach und die erdige Natursteinfassade mit ihren ausgefallen angeordneten Fensterreihen, erinnern durchaus an japanische Traditionen.

 

Bei einem derartig speziellen Gebäude dieser Klasse hatten wir ein großes, repräsentatives Foyer erwartet. Der relativ kleine, nüchtern-monotone Empfangs- bereich enttäuschte aber unsere Erwartungen. Manch eine Zweigstelle einer Kleinstadt-Sparkasse hat da mehr Atmosphäre. Also nichts wie schnell vorbei an dieser Tristesse, hin zu einem der Express-Aufzüge, die uns mit einer Geschwindigkeit von 4 Metern pro Sekunde hoch in den 25. Stock befördern.

 

 

aRoßmarktStraßeHier in einer Höhe von 101 Metern hat kann man rundum an allen der vier Außenseiten des Gebäudes durch hohe Fenster hindurch die umwerfende Aussicht genießen. Allein wegen des grandiosen Blicks in alle Himmelsrichtungen lohnt sich ein Besuch hier. Es gibt kaum ein Hochhaus in Frankfurt in dem normale Bürger ganz nach oben dürfen. Während man im Maintower acht Euro nur für die Fahrt nach oben zahlt, kostet dies hier nichts. Die Aussicht gibt’s für lau. Da kann man das Geld, welches man hier für den Eintritt spart, lieber für das leckere Essen verwenden, welches man hier in ruhiger Atmosphäre zu sich nimmt. Je nach dem wo man sitzt, kann man hinüberschauen zum Commerz- bankhochhaus, das derartig zum Greifen nah ist, dass man fast den dortigen Mitarbeitern auf den Schreibtisch gucken kann oder man blickt hinunter zum Roßmarkt und zur Katharinenkirche. Auf der anderen Seite sieht man den Main, den Taunusturm, den Gründerzeitprachtbau des ehemaligen Hotels Fürstenhof, blickt auf Silberturm und Skyper mit dem Hauptbahnhof dahinter und so weiter und so fort. Vielfältig sind die Eindrücke, wenn man den Außenwänden entlang gehend hinausschaut. 

 

Wir waren kurz nach der Eröffnung um 11:30 Uhr dort angekommen. Statt der erwarteten Massen von steifen Bankern, waren weniger als ein dutzend Gäste anwesend, sehr wenig angesichts der vielen leeren Sitzplätze. Wir stellten auch erleichtert fest, dass wir nicht die einzigen Gäste mit legerer Kleidung waren.

 

abüffetPrächtig war das umfassende offene Büffet, mit Hauptspeisen, Antipasti, Salat- bar, vielen Desserts etc. an dem man sich selbst bedient. Abgerechnet wird dort nach Gewicht, egal ob Fleisch, Gemüse oder was man sonst so auf dem Teller hat. Vorsichtigerweise machten wir einen Bogen um die Grilltheke, da wir wussten, dass dort der Kilopreis höher ist. Wir entschieden uns u.a. für Tandoori Chicken, Gemüseauflauf, gefüllte Zucchini, Auberginen, eine Art von Kroketten...

 

Für einen durchschnittlich gefüllten Teller zusammen mit einem großen Glas Sinalco Cola vom Zapfhahn (1,50 € das Glas) zahlten wir nur 9 €. Es schmeckte alles absolut super. Leider war das Essen nicht mehr richtig warm. Viellicht hätten wir weniger geizig sein sollen und uns doch an der heißen Grilltheke versorgen sollen. 

 

aSessel2Es gibt auf der Etage nicht nur Tische mit Stühlen, auch Sessel und Sofas laden dazu ein, es sich richtig gemütlich zu machen. Bis letztes Jahr veranstaltete der Club 101 auf dieser Etage einmal im Monat Partyabende mit einem kleinen, aber feinen Dancefloor. Zwei Bars sorgten für Cocktails und andere Getränke. Die Couchgarnituren konnten abends zum Abhängen, Relaxen oder auch zum Knutschen genutzt werden. Die Zeiten sind aber erst einmal vorbei.

 

Während wir von vergangenen Zeiten und verpassten Chancen träumten, ließen wir uns von dem Aufzug wieder nach unten befördern und genossen noch ausgiebig die Frühlingssonne neben dem übergroßen Schillerdenkmal in der Taunusanlage. Unser Fazit: Wir haben diesen Ausflug in die höheren Sphären der Frankfurter Bankenwelt absolut genossen und können das "Windows 25" nur weiterempfehlen.


Adresse:
Japan Tower (25. Stock)
Taunustor 2
60311 Frankfurt am Main

 

Anfahrt:
Mit U1 bis 5 oder U 8 sowie mit Tram 11, 12, 14 oder 16 bis Willy-Brandt-Platz.
Mit S 1 bis 6, S8 und S9 bis Taunusanlage.

 

Öffnungszeiten:
11:30 bis 14:30 Uhr

 

Text und Bilder: vol