Ehrenbuergerin Trude SimonsohnAls erste Frau Frankfurts wurde Frau Trude Simonsohn am 16.10.2016 die Ehrenbürgerwürde in der Frankfurter Paulskirche von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) verliehen. Bisher haben 26 Männer dieses Ehrenbürgerrecht erhalten.

 

Das Ehrenbürgerrecht ist die höchste Auszeichnung, welche die Kultur- und Bankenstadt am Main seit 1795 vergibt. Sie wird an Personen verliehen, die um die Stadt Frankfurt besondere Verdienste erworben haben.

Die 95-Jährige hat Theresienstadt und Auschwitz überlebt und berichtet seit 1975 in Schulen und Universitäten, Institutionen und kulturellen Vereinen über ihre Deportation in die Konzentrationslager. In ihren Vorträgen berichtet sie von ihrem Leben, das sie zu einer Zeugin der großen politischen Verwerfungen im zwanzigsten Jahrhundert werden ließ.

 

Trude Simonsohn wurde 1921 in Olmütz, der sechstgrößten Stadt Tschechiens geboren. Sie wuchs als Einzelkind auf und besuchte das deutsche Gymnasium. Nach ihrer schulischen Ausbildung wollte sie eine Berufsausbildung machen, die ihr aber aufgrund dessen, dass sie Jüdin war, verwehrt wurde. Sie verlor ihren Vater im KZ Dachau, ihre Mutter in Auschwitz. Nachdem ihr Mann, Jurist Berthold Simonsohn und sie den zweiten Weltkrieg und die Tortouren in den KZ’s überlebten, zog das Ehepaar Simonsohn in die Schweiz, wo sie für die jüdische Flüchtlingshilfe arbeiteten.

Seit nun 60 Jahren lebt Trude Simonsohn in Frankfurt am Main und betonte bei der Verleihung ihrer Ehrenbürgerwürde ihre Verbundenheit mit dieser Stadt. "In Frankfurt und Umgebung hören die Menschen, vor allem viele junge Menschen, mir zu. Sie verstehen mein Schicksal - und sie zeigen Zivilcourage gegen Unmenschlichkeit heute. "

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) erklärte bei der Verleihung, die 95-Jährige stehe wie keine andere Persönlichkeit in Frankfurt für "Humanität, Aufklärung und eine kämpferische demokratische Gesinnung".

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(pm/fma) Trude Simonsohn und Oberbürgermeister Feldmann (SPD) bei der Verleihung zur Ehrenbürgerin
Foto: Heike Lyding

 

 

Text: dol