TeaserbildDie Schirn Frankfurt präsentiert die Ausstellung des deutschen Malers, Autors und Illustrators Wilhelm Kuhnert. Wie kein anderer Künstler seiner Zeit prägte er mit seinen Werken die Vorstellung von Afrikas Tier- und Pflanzenwelt.

 

 

Wilhelm KuhnertFriedrich Wilhelm Karl Kuhnert, geboren am 28. September 1865 in Oppeln, war von 1883 bis 1887 Stipendiat Schüler an der König­lichen Akademischen Hochschule für bildende Künste in Berlin. Er unternahm von seinem Wohnsitz in Berlin aus Reisen nach Ägypten, Indien und in die noch weitgehend unerforschte Kolonie Deutsch-Ostafrika (heute Tansania, Burundi, Ruanda und Teile Mosambiks). Dort nahm er Landschafts- und Tierstudien vor. Seine Lieblingsmotive waren die afrikanischen Löwen. Er fertigte Bilder in den Techniken Zeichnung, Radierung, Aqua­rell und Öl an. Kuhnert gilt als bedeutendster deutscher Tiermaler seiner Zeit. Während seiner Studienzeit zeichnete Kuhnert aus­schließlich im Berliner Zoo. Dort konnte er den „König der Tiere“ eingehend studieren. Er suchte auch auf Reisen durch Europa die örtlichen Tierparks auf, um die dort ange­fertigten Skizzen durch einen großen Detailreichtum von dem ganzen Tier zu erfassen. Seine Expeditionen dauerten oft mehrere Monate und zogen sich bis zu einem Jahr hin.

 

IMG 1516Die Darstellung der afrikanischen Wildtiere in ihrem natürlichen Lebensraum ist Wil­helm Kuhnerts zentraler Beitrag zur Tier­malerei des 20. Jahrhunderts. Er war nicht nur Maler und Illustrator, sondern auch Jäger und nahm oft schwere Strapazen auf sich, um seine Motive in freier Wild­bahn zu erlegen und zu malen. Begleitet wurde Kuhnert von einer Karawane aus einheimischen Trägern, Spurenlesern und bewaffneten Männern zum Schutz seiner Truppe. Kuhnert zeichnete auf seinen Reisen nicht nur mit Bleistift, sondern fertigte auch zahlreiche Ölskizzen an. Seine großformatigen Ölgemälde waren eine wichtige Grund­lage aus den Landschaftsstudien, die er später in seinem Berliner Atelier ausführte.

  

IMG 1501Eine besondere Faszination von Kuhnert übte der Löwe in seiner ersten Begegnung in Deutsch-Ostafrika aus. Deshalb gehörte der Löwe zu Kuhnerts bekanntesten und beliebtesten Motiven. Nicht umsonst war der Künstler als „Löwen-Kuhnert“ bekannt geworden. Während Kuhnert den Löwen in seinen Gemälden oft idealisiert und romantisiert wiedergibt, fangen seine Zeichnungen vor allem das charakteristische Verhalten und Aussehen der Tiere ein. Kuhnert stellte international mit großem Erfolg aus und wurde so zum führenden Interpreten der afrikanischen Tierwelt. Mit Beginn des ersten Weltkriegs im Jahre 1914 stellte Kuhnert seine Reisen nach Afrika ein. Kuhnert starb am 11. Februar 1926 während eines Erholungsaufenthaltes in der Schweiz. Die Ausstellung läuft vom 25. Oktober 2018 bis 27. Januar 2019 mit rund 120 Werken, die erste große Retrospektive zum Leben und Werk des Künstlers. Die Ausstellung vereint neben Studien und Gemälden aus europäischen und amerikanischen Museen, Privatsammlungen und dem Nachlass Kuhnerts auch zahlreiche Druck- und Werbe­grafiken sowie Publikationen des Künstlers.

 

Text & Fotos: Pet

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